- Minister Mansoori informiert sich über Baufortschritt der neuen Station
- Zwei neue 210 Meter lange Bahnsteige werden barrierefrei erschlossen
- Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 geplant
Rüdesheim erhält eine neue, barrierefreie Bahnstation in zentralerer Lage. Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori hat sich am Mittwoch vor Ort über den Stand der Bauarbeiten informiert. In Höhe des Hafenparks entstehen derzeit zwei jeweils 210 Meter lange Bahnsteige. Die neue Station, deren Planung ursprünglich vom Land initiiert worden war, soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Betrieb gehen.
„Ein attraktiver öffentlicher Verkehr beginnt mit einem guten Zugang zur Bahn. Die neue Station bringt den Zug näher an die Menschen, schafft Barrierefreiheit und verbessert die Verknüpfung mit Bus, Fahrrad und Auto. Das ist für die Menschen in Rüdesheim im Alltag eine deutliche Verbesserung und mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 eine wichtige Investition in die Zukunft der gesamten Region“, sagte Mansoori.
Der heutige Bahnhof am westlichen Ortsrand ist nicht barrierefrei und kann aufgrund der örtlichen Gegebenheiten auch nicht entsprechend umgebaut werden. Die neue Station entsteht deshalb näher am Ortskern. Die beiden Bahnsteige werden mit einer Höhe von 55 Zentimetern errichtet und über Rampen sowie Treppen erschlossen. Damit wird insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen der Zugang zur Bahn deutlich verbessert. Die Bahnsteige des bisherigen Bahnhofs werden nach Fertigstellung der neuen Station zurückgebaut. Das privat genutzte Empfangsgebäude und die bestehenden Gleisanlagen bleiben erhalten.
KORRIDORSANIERUNG BÜNDELT ARBEITEN AN DER RECHTEN RHEINSTRECKE
Der Neubau der Station ist Teil der derzeit laufenden Korridorsanierung der Rechten Rheinstrecke zwischen Wiesbaden, Neuwied und Troisdorf. Seit dem 10. Juli ist die Strecke vollständig gesperrt. Die Arbeiten sollen am 12. Dezember 2026 abgeschlossen werden. Während dieser Zeit erneuert und modernisiert die DB InfraGO allein in Hessen und Rheinland-Pfalz unter anderem rund 60 Kilometer Gleis, etwa 100 Weichen, 80 Kilometer Fahrleitung und 13 Bahnübergänge. Zudem werden 32 Stationen modernisiert oder erneuert, davon zwölf in Hessen. Auch Lärmschutzmaßnahmen im Mittelrheintal werden umgesetzt.
Für Fahrgäste bedeutet die Vollsperrung über mehrere Monate erhebliche Einschränkungen. Der Personenverkehr wird mit einem umfangreichen Ersatzverkehr über Busse abgewickelt, während Güterzüge teilweise weiträumig umgeleitet werden müssen. Auch auf den Umleiterstrecken entfällt dafür ein Teil des Nahverkehrsangebots.
„Fünf Monate Vollsperrung und Ersatzverkehr sind für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler und die gesamte Region sowie die Menschen an den Umleiterstrecken eine erhebliche Belastung. Umso wichtiger ist, dass am Ende ein spürbarer Fortschritt steht. Unser Anspruch ist klar: Wenn die Strecke im Dezember wieder in Betrieb geht, müssen die Menschen von einer zuverlässigeren Infrastruktur und einem stabileren Bahnverkehr profitieren. Daran wird sich der Erfolg der Korridorsanierung und damit die DB InfraGO messen lassen müssen“, sagte Mansoori.
Die neue Station in Rüdesheim wird durch die DB InfraGO im Rahmen der Korridorsanierung umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt weitgehend über Mittel des Bundes. Für die Planung wurden in Teilen auch Mittel eingesetzt, die den Ländern seitens des Bundes für Verbesserungen im Nahverkehr zur Verfügung gestellt werden. Erste vorbereitende Arbeiten hatten bereits im Februar 2026 begonnen. Für die Bundesgartenschau im Oberen Mittelrheintal 2029 soll die neue Station zugleich eine wichtige Rolle als Ankunftspunkt für Besucherinnen und Besucher spielen.