- Hessen koordiniert sich eng mit Bund, Ländern, Wirtschaft und Logistikbranche
- Zusätzliche Güterzugtrassen, ein angepasstes Baustellenmanagement und gezielte Ausnahmen im Straßengüterverkehr sollen die Versorgung und Produktion im Land stabil halten.
Heute fanden Gespräche zur anhaltenden Niedrigwasserlage statt, an denen Staatssekretärin Ines Fröhlich gemeinsam mit dem neuen Bundesminister Steffen Bilger sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder, der Verkehrs- und Logistikwirtschaft und der Industrie teilnahm.
Im Mittelpunkt standen zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene, ein vorausschauendes Baustellenmanagement sowie pragmatische Lösungen für Straße und Häfen. Hessen hatte gestern angesichts der anhaltenden Niedrigwassersituation auf den deutschen Binnenschifffahrtsstraßen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot sowie die Samstagsfahrverbote nach der Ferienreiseverordnung für Lkw-Transporte als Ersatzverkehre, die aus dem Niedrigwasser resultieren, vorübergehend ausgesetzt.
Der Bund richtet ein regelmäßiges Austauschformat auf Staatssekretärsebene ein.
„Die anhaltende Niedrigwasserlage stellt insbesondere die Binnenschifffahrt und damit wichtige Lieferketten vor erhebliche Herausforderungen. Deshalb stehen wir in Hessen in einem engen und kontinuierlichen Austausch mit Bund, Ländern, der Logistikwirtschaft, den Verkehrsunternehmen und den betroffenen Branchen“, sagte Staatssekretärin Ines Fröhlich. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Versorgung der Menschen im Land sowie die Lieferfähigkeit von Industrie und Wirtschaft zu sichern. Dafür brauchen wir kurzfristig funktionierende Ausweichmöglichkeiten – auf der Schiene und auf der Straße – und zugleich eine belastbare, langfristige Strategie für den Verkehr auf den Wasserstraßen.“
Schiene als zentraler Ausweichverkehrsträger
Da die kurzfristige Verlagerung der vom Niedrigwasser betroffenen Güter nur begrenzt möglich ist, kommt der Schiene bei der Bewältigung der aktuellen Lage eine zentrale Rolle zu.
„Entscheidend ist jetzt, dass zusätzliche Güterzüge rasch, verlässlich und betrieblich sinnvoll fahren können“, sagte Fröhlich. „Wir begrüßen, dass die DB InfraGO in Aussicht gestellt hat, freie Trassenkapazitäten zur Verfügung zu stellen und damit Gelegenheitsverkehre zügig zu ermöglichen. Nun müssen in weiteren Gesprächen praxistaugliche Lösungen gefunden werden. Zudem müsse die Taktung des Güterverkehrs an die Bedarfe des Lieferverkehrs angepasst werden“, so Fröhlich weiter.
Die DB InfraGO hat eine Sonderkoordinatorin eingesetzt, um die Bereitstellung geeigneter Trassen für zusätzliche und kurzfristig zu organisierende Güterverkehre zu organisieren.
„Im Fokus muss außerdem stehen, zusätzliche und kurzfristig verschiebbare Baumaßnahmen des Bundes während der Niedrigwasserphase nach Möglichkeit zu vermeiden Das gilt für Straße, Schiene und Wasserstraße gleichermaßen“, sagte die Staatssekretärin. Bereits laufende Prüfungen der Autobahn GmbH und der zuständigen Wasserstraßenverwaltung zielen darauf, nicht zwingend erforderliche Baustellen und Instandsetzungen zu verschieben oder anzupassen. Vorübergehend zu verschieben oder anzupassen.
Mit Blick auf die rechtsrheinische Korridorsanierung sagte Ines Fröhlich: „Die rechtsrheinische Korridorsanierung läuft weiter. Sie ist für Hessen von großer Bedeutung. Tausende Pendlerinnen und Pendler im Rheingau haben sich auf die Arbeiten eingestellt. Deshalb muss klar sein: Eine Absage oder Verschiebung der Sanierung steht nicht zur Debatte.“