Die aktuellen Herausforderungen im Verkehrssektor sind umfangreicher denn je. Staus, Verkehrsunfälle, Verzögerungen, lange Umwege und Schleichverkehre sind die Folge einer stetig steigende Verkehrsnachfrage. Insbesondere in Ballungsgebieten führt dies zu erheblichen Belastungen für Verkehrsteilnehmende, Anwohnende, die Wirtschaft sowie die Umwelt und das Klima. Ein Ausbau der Verkehrsinfrastruktur jedoch ist, langwierig, ressourcenintensiv und an vielen Stellen im stark bebauten Rhein-Main-Gebiet kaum möglich.
Eine vergleichsweise kurzfristig wirksame und ressourcenschonende Möglichkeit die vorhandene Straßeninfrastruktur effizienter zu nutzen, ist das zuständigkeitsübergreifende oder regionale Verkehrsmanagement. Hessen Mobil möchte diesen Ansatz nutzen, um den genannten Herausforderungen zu begegnen. Herzstück ist hierbei die im House of Logistics & Mobility eingerichtete Verkehrsmanagementzentrale RheinMain (VMZ RheinMain), die jetzt durch den hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori feierlich eröffnet wurde und damit in den Regelbetrieb startet.
Die VMZ RheinMain
Die VMZ RheinMain ist zukünftig zuständig für die Umsetzung von Verkehrsmanagementstrategien. Grundlage für die Arbeit ist eine flächendeckende Verkehrslageerfassung und -Verkehrsqualitätsbewertung. Hierfür werden insbesondere Floating Car Data (FCD), Verkehrsmeldungen und Baustellendaten systematisch in Echtzeit ausgewertet.
„Als große Chance begreife ich die Tatsache, dass in der VMZ Rhein-Main neue innovative Technologien wie Echtzeit-Mobilitätsdaten zur Verkehrslenkung eingesetzt und damit die Potentiale der Digitalisierung und Vernetzung für die Mobilität in Hessen genutzt werden“ so der Hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori. „Geplant ist ein schrittweiser Ausbau der VMZ RheinMain zu einer Verkehrsmanagementzentrale Hessen. Ziel ist es dauerhaft und landesweit ein nachhaltiges, intermodales Verkehrsmanagement zu etablieren.“
Betrieben wird diese von Hessen Mobil in den Hauptverkehrszeiten – Montag bis Freitag – jeweils von jeweils von 06:00 bis 20:00 Uhr. Die Arbeit erfordert einen engen Austausch mit anderen Verkehrszentralen, der Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst oder dem Verkehrsrundfunk.
Hessen Mobil-Präsident Heiko Durth erklärt: „Die VMZ RheinMain ist technisch gesehen das Herzstück für unsere Aktivitäten im Bereich des regionalen Verkehrsmanagements. Im Verbund mit der Lichtsignalanlagen Zentrale Hessen (LZH) haben wir vielfältige Möglichkeiten um auf die verkehrlichen Herausforderungen in der Region zu reagieren“.
Wolfgang Siefert, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der ivm und Mobilitätsdezernent der Stadt Frankfurt am Main sagt: „Mit dem Förderprojekt zum Zuständigkeitsübergreifenden Verkehrsmanagement, hat die ivm eindrücklich gezeigt, welchen Mehrwert die Zusammenarbeit für die Region bietet. Als Städte und Landkreise profitieren wir gleichermaßen davon, wenn gemeinsam Strategien zur Verkehrslenkung und -steuerung über die eigenen Zuständigkeitsbereiche hinweg erarbeitet und abgestimmt werden. So konnten sowohl die Verkehrsmanagementzentrale für die Region Frankfurt RheinMain wie auch die verkehrstechnische Infrastruktur wie Lichtsignalanlagen oder Dynamischen Infotafeln in den Städten und Landkreisen umgesetzt werden. Damit hat die ivm in enger Zusammenarbeit mit Hessen Mobil und allen beteiligten Akteuren vor Ort erstmals die Rahmenbedingungen für ein flächenhaft wirkendes Verkehrsmanagement in der Region geschaffen.“
Idee und Konzeptionierung
Ausgangspunt war das Projekt „Zuständigkeitsübergreifendes Verkehrsmanagement in der Region Frankfurt RheinMain“ der ivm GmbH. Gemeinsam mit den zuständigen Aufgaben- und Verkehrsträgern in der Region wurden hier sogenannte Verkehrsmanagementstrategien entwickelt. Dabei wird ein integrierter Ansatz verfolgt, der nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel und Radfahrende einbezieht, um die Mobilität effizient, nachhaltig, umweltverträglich und für alle Verkehrsteilnehmenden sicher zu gestalten.
Auf Problemsituationen wie z,B. erhöhte Verkehrsauslastungen, Verkehrsunfälle oder Veranstaltungen wird meist mit einer Kombination von mehreren Maßnahmen reagiert. Hierzu zählen neben der Schaltung situationsangepasster Ampelprogramme, abgestimmte Routenempfehlungen und die Bereitstellung zusätzlicher Verkehrsinformationen, wie beispielsweise aktueller Reisezeiten.
Die Projektpartner ivm GmbH, Hessen Mobil und die jeweiligen Kommunen in der Region haben dabei, gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, rund 7 Millionen Euro in die Strategieentwicklung, die Verkehrstechnik und die Realisierung der VMZ RheinMain investiert.
Weitere Infos
Mehr Infos zur VMZ RheinMain, zur LZH zum Arbeitsstellenmanagementsystem (AMS) Hessen finden Sie im Internet unter:
https://mobil.hessen.de/verkehr/lichtsignalanlagen-zentraleÖffnet sich in einem neuen Fenster
https://mobil.hessen.de/amsÖffnet sich in einem neuen Fenster
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