Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum

Preis für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau zum fünften Mal verliehen

  • Praktische Antworten auf Fragen des Wohnungsbaus ausgezeichnet
  • Sechs wegweisende Projekte im Bereich Wohnungsbau geehrt
  • Minister Mansoori setzt sich für nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnungsbau ein

Heute wurde zum fünften Mal der Hessische Preis für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau verliehen, insgesamt sechs Projekte wurden in Frankfurt-Höchst ausgezeichnet. Unter dem Motto „Mehr Ideen – weniger Ressourcen“ wurden Projekte geehrt, die praktische Antworten auf wichtige Fragen des Wohnungsbaus geben: Wie können Menschen auf begrenztem Raum gut wohnen? Wie lassen sich Materialien sinnvoll wiederverwenden und Ressourcen schonen? Und wie entstehen Nachbarschaften, in denen Menschen zusammenkommen und sich unterstützen? Der Preis ist insgesamt mit 75.000 Euro dotiert.

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori kommentiert, wie wichtig es ist, den großen Aufgaben im Wohnungsbau mutig und mit zukunftsweisenden Ideen zu begegnen. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen: Nachhaltig zu bauen heißt nicht, auf Lebensqualität zu verzichten. Im Gegenteil. Wer klug mit Materialien und Ressourcen umgeht, schafft auch bezahlbaren Wohnraum, gute Nachbarschaften und Orte, an denen Menschen gerne leben. Diese Projekte geben wichtige Antworten auf große Herausforderungen. Sie machen Mut, neue Wege zu gehen – und sie zeigen, was in Hessen möglich ist.“

Planungsdezernent Marcus Gwechenberger freut sich über die Auszeichnung für ein Projekt aus dem Frankfurter Konzeptverfahren: „Wir freuen uns sehr, dass mit BOLO 112 ein Projekt aus dem Frankfurter Konzeptverfahren ausgezeichnet wird. Das genossenschaftliche Wohnprojekt zeigt, wie sich auch auf kleiner Fläche innovative Ideen für gemeinschaftliches und langfristig bezahlbares Wohnen umsetzen lassen. Gemeinwohlorientierte Akteure wie Genossenschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zu langfristig stabilen Mieten und zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum. Gerade in gewachsenen Stadtteilen wie Höchst können solche Projekte die soziale Mischung stärken und das Quartier bereichern. BOLO 112 ist dafür ein gutes Beispiel und Vorbild für weitere Projekte dieser Art.“

Die Preisträger im Überblick:

4_GEWINNT! (Fritzlar): Das Projekt wurde von der Jury für die Bestandstransformation hervorgehoben. Durch die Aktivierung von Keller- und Dachflächen entstand aus einem Einfamilienhaus ein Gebäude mit vier vollwertigen Wohneinheiten.

KontorhausKollektiv (Kassel): Das Projekt verbindet Denkmalschutz, Baustoff-Wiederverwendung und geförderten Wohnraum mit großzügigen Gemeinschaftsflächen. Gelobt wurde von der Jury die vorbildliche Transformation eines denkmalgeschützten Kontorhauses von 1907 im Kasseler Hafen in ein soziales Wohnprojekt mit innovativen Clusterwohnungen.

Suffizienzhaus U10 (Kassel): Die Jury überzeugte bei dem Projekt unter anderem die Wiederverwendung von Baustoffen, die flexibel anpassbaren Grundrisse sowie die gemeinschaftlichen Räume. Mit dem durchdachten Energiekonzept gilt es als beispielhaft für innerstädtische Suffizienz.

Abgesehen von den drei Hauptpreisen zeichnete die Jury drei weitere Vorhaben mit Anerkennungen aus.

Anerkennungen:

Aus 1 macht 8 – familienfreundliche Townhouses an der Lenaustraße (Kassel):  Mit dem Projekt wurde auf einem ehemaligen Kirchengrundstück Wohnraum mit flexiblen Grundrissen für acht Wohneinheiten geschaffen. So wurden flächenschonender, langlebiger Wohnraum für acht Familien mit integriertem Quartierstreff geschaffen.

BOLO 112 (Frankfurt): Das Projekt wurde für den Beitrag zum innovativen Wohnen in genossenschaftlicher Selbstverwaltung ausgezeichnet. Überzeugt hat es durch die reduzierte Gebäudetechnik, den flächensparenden Grundriss (ca. 30 m² pro Kopf) und die zentralen Begegnungsräume.

Transformation statt Abriss – Wohnen in einer ehemaligen Kirche (Eltville - Martinsthal): Mit dem Projekt wurde eine ortsbildprägende Kirche aus den 1960er-Jahren in ein dichtes Wohnensemble nach dem „Haus-im-Haus“-Prinzip umgewandelt. Die Jury überzeugte das Projekt, weil es die historische Bausubstanz bewahrt, Geothermie nutzt und die Verbindung zum örtlichen Gemeinwesen aufrecht hält.

Hintergrund

Der „Preis Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau“ wird vom hessischen Wirtschaftsministerium in Kooperation mit der Architekten- und Stadtplanerkammer und dem VdW südwest e. V. ausgelobt. Beworben haben sich 41 Projekte aus ganz Hessen. Die Jury besteht aus Architektinnen und Architekten sowie weiteren Fachleuten. 

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