- Funktionierende Energie- und Verkehrsnetze sind Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Landes
- Wirtschaftsministerium steht mit Unternehmen und Bundeswehr im Austausch
- Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Infrastruktur ist auch Thema beim Resilienztag des Hessischen Wirtschaftsministeriums am 9. September
Wie gut ist Hessen darauf vorbereitet, wenn gewohnte Abläufe plötzlich nicht mehr funktionieren? Bei der heute beginnenden Resilienzwoche der hessischen Landesregierung rückt Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Infrastruktur in den Mittelpunkt. Sichere Energieversorgung, funktionierende Verkehrswege und leistungsfähige Unternehmen seien nicht nur für den Alltag entscheidend, sondern auch dafür, dass Staat und Gesellschaft in Krisen handlungsfähig bleiben.
„Wir können nicht jede Krise vorhersehen. Aber wir können uns darauf vorbereiten, dass auch unter schwierigen Bedingungen die Energieversorgung stabil ist, Verkehrswege funktionieren und Unternehmen handlungsfähig bleiben. Resilienz bedeutet deshalb für mich vor allem, Risiken frühzeitig zu erkennen, Verantwortung zu klären und gemeinsam Vorsorge zu treffen“, sagte Mansoori.
Verteidigung und Krisenvorsorge seien dabei nicht allein Aufgaben von Sicherheitsbehörden oder Bundeswehr. Viele für Krisenfälle vorgesehene Maßnahmen sind auf funktionierende zivile Strukturen angewiesen. Dazu gehören unter anderem Verkehrswege, Energieversorgung sowie die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und industriellen Gütern.
„Die Bundeswehr kann ihren Auftrag nur erfüllen, wenn auch die zivile Seite funktioniert. Deshalb müssen wir Sicherheit breiter denken. Eine widerstandsfähige Wirtschaft und eine verlässliche Infrastruktur sind ein wesentlicher Teil davon“, so Mansoori.
UNTERNEHMEN BEI DER VORSORGE UNTERSTÜTZEN
Eine besondere Verantwortung kommt den Betreibern kritischer Infrastruktur zu. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat für die KRITIS-Sektoren in seinem Zuständigkeitsbereich interne Risikoanalysen vorgenommen und steht mit Unternehmen, Wirtschaftsvertretern und der Bundeswehr in regelmäßigem Austausch. Die zuständigen Fachabteilungen sensibilisieren die jeweiligen Bereiche für mögliche Gefährdungen und notwendige Vorsorge.
Unternehmen können zudem mit dem kostenlosen ResilienzCheck ( www.resilinzcheck.orgÖffnet sich in einem neuen Fenster) ihren eigenen Stand bei der Krisenvorsorge überprüfen. Das auf Initiative des Hessischen Industrie- und Handelskammertags und des Landeskommandos Hessen entwickelte Instrument wurde bereits mehr als 180.000 Mal aufgerufen, knapp 3.300 Tests wurden abgeschlossen. Gemeinsam mit dem HIHK arbeitet das Wirtschaftsministerium derzeit daran, das Angebot auch auf den Handwerksbereich auszuweiten.
Mansoori: „Der Staat kann Unternehmen die eigene Vorsorge nicht abnehmen. Aber wir können sensibilisieren, Orientierung geben und dabei unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen. Entscheidend ist, dass sich Betriebe mit ihren möglichen Schwachstellen auseinandersetzen, bevor aus einem Risiko eine Krise wird.“
RESILIENZ KONKRET IN DEN BLICK NEHMEN
Am 9. September setzt Mansoori im Rahmen der Resilienzwoche einen eigenen Schwerpunkt auf die wirtschaftliche und infrastrukturelle Widerstandsfähigkeit Hessens. Bei Terminen in Nordhessen stehen die Themen Energieversorgung, Mobilität und industrielle Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt. Auch die Hessische Landesregierung stärkt ihre eigene Krisenfestigkeit. Mit dem Resilienzplan 2027 sollen unter anderem Staats- und Regierungsfunktionen auch in Krisen aufrechterhalten, IT- und Cybersicherheit gewährleistet, die zivile Alarmplanung gestärkt und die Rahmenbedingungen für kritische Infrastrukturen weiterentwickelt werden.
„Resilienz ist wie eine gute Versicherung: Man kümmert sich darum, bevor man sie braucht – und hofft, dass der Ernstfall nie eintritt. Wenn es aber darauf ankommt, entscheidet gute Vorsorge darüber, ob wir handlungsfähig bleiben“, sagte Mansoori.