- Staatssekretärin Ines Fröhlich eröffnet 25. Wasserstoff Forum Hessen in Frankfurt
- Land entwickelt Wasserstoffstrategie weiter und setzt auf den Ausbau regionaler Verteilnetze
- Mehr als 50 Millionen Euro Fördermittel für Wasserstoffprojekte bis Mitte 2026 bereitgestellt
Hessen will den Einsatz von Wasserstoff in der Industrie weiter voranbringen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts stärken. Wasserstoff ist dabei längst nicht mehr allein eine Frage der Klimaziele. Er gewinnt auch für die strategische Unabhängigkeit und die langfristige Sicherheit der Energieversorgung an Bedeutung. Das betonte Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Fröhlich am Dienstag bei der Eröffnung des 25. Wasserstoff Forums Hessen im House of Logistics and Mobility (HOLM) in Frankfurt. Das Land arbeitet an der Fortschreibung seiner Wasserstoffstrategie und setzt sich für den Ausbau regionaler Verteilnetze ein. Wasserstoff kann insbesondere dort eine wichtige Rolle spielen, wo industrielle Prozesse nicht ohne Weiteres elektrifiziert werden können.
Damit die Technologie in der Industrie breiter zum Einsatz kommt, müssen Energieversorgung und Industriepolitik ineinandergreifen: mit verlässlicher Nachfrage, bezahlbarer Energie, zügig ausgebauter Infrastruktur, wettbewerbsfähiger Fertigung, qualifizierten Fachkräften, schnelleren Genehmigungen und Zugang zu internationalen Märkten. Entscheidend sind wirtschaftlich tragfähige Bedingungen, unter denen Unternehmen langfristig investieren können.
„Die Zukunft unserer Industrie hängt auch davon ab, ob Energie dauerhaft bezahlbar und zuverlässig verfügbar ist. Wasserstoff ist längst nicht mehr ein exotischer Zukunftsträger, sondern Systembaustein für ein Stromsystem mit sehr hohen Anteilen fluktuierender Erneuerbarer Energien und ein Instrument der Sektorkopplung: Er verknüpft Stromerzeugung, Industrie, Wärme, Verkehr und Energiespeicherung. Genau diese Verknüpfung wird mit dem Rückgang fossiler, jederzeit steuerbarer Erzeugung zunehmend notwendig. Dabei ist Wasserstoff längst nicht mehr nur eine Frage der Erreichung unserer Klimaziele, sondern zunehmend auch eine Frage strategischer Unabhängigkeit und langfristiger Versorgungssicherheit.“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Fröhlich. „Entscheidend ist deshalb, die Potenziale von Wasserstoff realistisch zu erschließen und dort voranzugehen, wo er einen konkreten Beitrag zur Klimaschutz, Resilienz, zur und Wettbewerbsfähigkeit und zum Klimaschutz leisten kann. Wir wollen in unserem Land nicht nur Technologien entwickeln, sondern sie auch in Hessen und Deutschland industrialisieren und weltweit vermarkten“
Wasserstoffversorgung für die Industrie ausbauen
Vor allem in energieintensiven Branchen wie der Chemie- und Papierindustrie kann Wasserstoff künftig fossile Energieträger ersetzen. Auch bei der Herstellung synthetischer Flugkraftstoffe und als langfristiger Energiespeicher eröffnen sich wichtige Einsatzmöglichkeiten. Damit Unternehmen entsprechende Investitionen tätigen können, müssen Wasserstoff und die dafür notwendige Infrastruktur zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein.
Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die Anbindung der hessischen Industrie an das überregionale Wasserstoffkernnetz. Erste Anbindungen werden ab etwa 2028 bis 2030 erwartet. Das Land setzt sich daher für den Aufbau regionaler Verteilnetze ein, die den Wasserstoff künftig von den überregionalen Leitungen zu den Unternehmen bringen. Bis zur Verfügbarkeit dieser Infrastruktur kommt der dezentralen Wasserstofferzeugung und der Entwicklung konkreter Anwendungen vor Ort eine besondere Bedeutung zu.
Hessen entwickelt Wasserstoffstrategie weiter
Mit der Fortschreibung seiner Wasserstoffstrategie aus dem Jahr 2022 passt Hessen die eigenen Handlungsschwerpunkte an die veränderten wirtschaftlichen und energiepolitischen Bedingungen an. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Verteilnetze, die Möglichkeiten zur Wasserstoffspeicherung und die industrielle Nutzung. Dabei fließen die Erfahrungen aus bisherigen Projekten ebenso ein wie aktuelle Erkenntnisse aus Wirtschaft und Forschung.
Das Land unterstützt den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft bereits seit Jahren. Bis Mitte 2026 wurden für entsprechende Projekte mehr als 50 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Darüber hinaus unterstützt Hessen kommunale Energieversorgungsunternehmen mit einem landesverbürgten Nachrangdarlehensprogramm im Umfang von einer Milliarde Euro. Damit können unter anderem Investitionen in Wasserstoff- und Stromnetze sowie Energiespeicher finanziert werden.
Welche wirtschaftlichen Möglichkeiten sich daraus ergeben, zeigen bereits heute Unternehmen in Hessen. Im Industriepark Höchst arbeiten INERATEC und CAPHENIA an Technologien zur Herstellung synthetischer Flugkraftstoffe. Wasserstoff wird zudem bereits im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, unter anderem in Brennstoffzellenzügen im Taunusnetz und in Wasserstoffbussen.
Investitionen wirtschaftlich möglich machen
Für den weiteren Aufbau der Wasserstoffwirtschaft braucht es auch auf Bundes- und europäischer Ebene verlässliche Entscheidungen. Förder- und Absatzinstrumente müssen Investitionen ermöglichen und regulatorische Anforderungen so ausgestaltet werden, dass die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff wirtschaftlich tragfähig werden. Gleichzeitig gilt es, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und den Ausbau der notwendigen Infrastruktur zu beschleunigen.
Das Wasserstoff Forum Hessen findet in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Die vom Hessischen Wirtschaftsministerium initiierte und von der Landesstelle Wasserstoff organisierte Veranstaltung bringt Fachleute aus Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Verringerung globaler Energieabhängigkeiten und die wirtschaftlichen Perspektiven von Wasserstoff für die heimische Industrie.