Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum

Gebäude schneller und effizienter modernisieren

  • Minister Mansoori: Serielle Verfahren können Sanierungen planbarer und schneller machen
  • LEA-Jahresveranstaltung zeigt konkrete Projekte in Wiesbaden
  • Digitale Planung und vorgefertigte Bauteile reduzieren Arbeiten auf der Baustelle

Wie lassen sich Bestandsgebäude schneller und wirtschaftlicher energetisch modernisieren? Damit beschäftigt sich heute die Jahresveranstaltung „Serielles Sanieren 2026“ der LEA LandesEnergieAgentur Hessen in Wiesbaden. Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Bei einer Baustellenbesichtigung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Phasen serieller Sanierungsprojekte unmittelbar vor Ort sehen.

„Wenn ganze Wohnanlagen modernisiert werden müssen, zählt jeder Tag, an dem Menschen möglichst wenig von Lärm, Staub und Bauarbeiten beeinträchtigt sind. Serielle Sanierung kann dabei helfen: Bauteile wie Fassadenelemente oder Dächer werden passgenau vorgefertigt und auf der Baustelle schneller montiert. Das spart Zeit, erleichtert die Planung und kann Kosten senken“, sagte Kaweh Mansoori, Hessens Bau- und Wirtschaftsmininster und stellvertretender Ministerpräsident. „Entscheidend ist, was vor Ort funktioniert. Nicht jedes Gebäude ist gleich, und nicht jede Lösung passt überall. Deshalb brauchen wir Projekte, an denen wir sehen können: Was spart wirklich Zeit und Geld? Was entlastet Mieterinnen und Mieter? Und wie lässt sich gute Sanierung im großen Maßstab umsetzen? Genau dafür ist der Austausch über praktische Erfahrungen so wichtig.“

Bei einem Rundgang durch ein Wiesbadener Wohnquartier erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in unterschiedliche Stadien der seriellen Sanierung: Von bereits abgeschlossenen Maßnahmen über laufende Arbeiten bis zu einem Projekt, das kurz vor dem Sanierungsbeginn steht. Die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH und die ecoworks GmbH stellen Erfahrungen aus Planung und Umsetzung vor.

Mehr Vorfertigung, weniger Arbeit auf der Baustelle

Bei einer konventionellen Sanierung erfolgen nach Angaben der LEA Hessen rund 90 Prozent der Arbeiten manuell und kleinteilig auf der Baustelle. Beim seriellen Sanieren wird die Prozesskette stärker digitalisiert und ein größerer Teil der Arbeiten vorbereitet. Gebäude können beispielsweise mithilfe von 3D-Scans und Drohnentechnik erfasst werden. Fassaden-, Dach- und Technikmodule werden anschließend geplant, im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert.

Serielles Sanieren gewinnt auch wirtschaftlich an Bedeutung. Nach Angaben der LEA Hessen liegt das aktuelle Marktvolumen bei rund zwei Milliarden Euro. Bis 2045 wird ein Potenzial von etwa 500 Milliarden Euro erwartet. Besonders relevant sind dabei Gebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren.

Die Jahresveranstaltung findet im StartWerk-A in Wiesbaden statt. Die LEA Hessen bringt dort Fachleute aus Wohnungswirtschaft, Planung und Praxis zusammen und stellt Erfahrungen aus konkreten Sanierungsprojekten vor.

Weiterführende Informationen:

www.lea-hessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster