- Staatssekretärin Ines Fröhlich spricht beim Sommerfest der hessischen Bauwirtschaft
- Sozialer Wohnungsbau bleibt im Fokus der Landespolitik
- Vereinfachte Verfahren und praxistaugliche Standards machen Bauen bezahlbar und attraktiv
Bei Ihrer Rede zum Sommerfest der hessischen Bauwirtschaft hat Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Fröhlich bekräftigt, dass bezahlbares Wohnen eine der zentralen sozialen Aufgaben in Hessen ist. Das Land investiert deshalb gemeinsam mit dem Bund Rekordsummen in den sozialen Wohnungsbau, vereinfacht Genehmigungsverfahren und arbeitet gemeinsam mit der Bauwirtschaft daran, Baukosten spürbar zu senken.
„Kaum ein politisches Thema brennt den Menschen derzeit so sehr unter den Nägeln wie das bezahlbare Wohnen. Dass sich die Menschen in Hessen weiterhin ihre Miete leisten können, ist eine der zentralen Aufgaben für unsere Politik. Es ist für uns vielmehr eine gemeinsame Aufgabe von Sozial-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, das bezahlbares Wohnen als Grundvoraussetzung für Teilhabe, Fachkräftesicherung und demokratische Stabilität absichert, der wir uns stellen. Hierbei gelten für uns keine Denkverbote und keine Tabus“, sagte Fröhlich.
Hessen hat allein 2025 knapp 700 Millionen Euro in die soziale Wohnraumförderung investiert. In den kommenden Jahren werden zusätzlich bis zu 250 Millionen Euro allein aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes für die soziale Wohnraumförderung in Hessen bereitgestellt werden.
„Die Förderung ist ein Beitrag dazu, dass Wohnraum für die Menschen in Hessen bezahlbar bleibt. Dies ist in einem schwierigen Marktumfeld auch ein Stabilitätsanker für die heimische Bauwirtschaft“, so Fröhlich. Die hohe Nachfrage nach den Förderprogrammen sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Angebote dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Baukosten wirksam senken
„Das ist eine Seite der Medaille „bezahlbarer Wohnraum“ – die andere sind die Baukosten selbst. Kostengünstiges Bauen wirkt sich auf die Miete und damit auf Bezahlbarkeit aus. Wir könnten noch deutlich mehr Wohnraum mit öffentlichen Mitteln schaffen, wenn wir von überzogenen Standards runterkommen“, erklärte Fröhlich. „Deshalb muss auch das Bauen selbst günstiger werden.“ Die Baupreise für Wohngebäude sind bundesweit seit 2021 um rund 35 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die bei Baugenehmigungen in Hessen veranschlagten Baukosten durchschnittlich bei rund 2.760 Euro je Quadratmeter Wohnfläche – ein Plus von 52,9 Prozent gegenüber 2016.
Die Landesregierung hat dazu die Kommission „Innovation im Bau“ ins Leben gerufen. „Wir sind als Fachministerium auf die fachliche Expertise der Bauwirtschaft angewiesen, um tatsächlich und zielgerichtet dort Änderungen vorzunehmen, wo sie auch entsprechende Wirkung entfalten. Gutes, bezahlbares Wohnen für alle erreichen wir nur, wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln. Die von Fachexperten des Wohnungsbaus entwickelten Baupakete I und II beschleunigen nicht nur Genehmigungen und vereinfachen Verfahren, sondern nehmen ebenso die Preistreiber der Kostenerhöhungen in den Blick, damit Kosten sinken können.“
Standards prüfen, Verfahren beschleunigen
Mit dem Baupaket I hat Hessen bereits die Schaffung zusätzlichen Wohnraums im Bestand erleichtert, Stellplatzvorgaben reduziert und die Nachverdichtung gestärkt. Auch die Digitalisierung schreitet voran: Mehr als 11.000 Bauanträge wurden bereits vollständig über das Bauportal Hessen eingereicht.
Erste Impulse des Marktes in Hessen sind sichtbar: Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Baukosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent zurück. Zugleich wurden Baugenehmigungen für 8.025 Wohnungen erteilt – 3,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.