- EU-Kommission genehmigt Förderung der neuen Insulinproduktion von Sanofi
- Investition sichert Insulin-Wertschöpfungskette am Standort Frankfurt-Höchst
- Bund, Land Hessen und Stadt Frankfurt unterstützen das Vorhaben gemeinsam
Die Europäische Kommission hat heute die Förderung für den Neubau und Modernisierung der Insulinproduktion von Sanofi in Frankfurt-Höchst genehmigt. Das Land Hessen begrüßt die Entscheidung der EU. Sanofi investiert am Standort in eine neue, moderne Produktionsanlage für Insulin. Die öffentliche Förderung dient dazu, eine ausreichende und widerstandsfähige Versorgung mit Insulin in Deutschland und Europa langfristig sicherzustellen. Hierzu übernimmt Sanofi im Rahmen einer Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI) konkrete Verpflichtungen zur Vorhaltung von Produktions- und Bevorratungskapazitäten und zur Versorgung insbesondere auch in Krisen- und Engpasssituationen.
„Wir haben uns von Anfang an dafür stark gemacht, dass Sanofi die Insulinproduktion in Frankfurt-Höchst langfristig sichert. Die Entscheidung der Europäischen Kommission bringt uns diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher. Damit halten wir eine strategisch wichtige Wertschöpfungskette in Hessen, stärken die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa und geben hochqualifizierten Beschäftigten am Standort eine langfristige Perspektive. Die Investition zeigt zugleich, dass aktive Industriepolitik einen Unterschied machen kann, wenn Land, Bund und Kommune gemeinsam für einen Standort arbeiten“, sagte Kaweh Mansoori, Hessischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Der Insulinmarkt ist stark konzentriert. Gleichzeitig gibt es in Europa nur wenige Produktionsstandorte, an denen auch der Wirkstoff hergestellt wird. Ein Wegfall der Produktion in Frankfurt-Höchst würde die Abhängigkeit von Importen deutlich erhöhen. Die Förderung ist deshalb mit konkreten Verpflichtungen verbunden: Sanofi errichtet eine neue Insulinanlage am Standort und übernimmt für die Laufzeit der Betrauung konkrete Verpflichtungen zur Bereitstellung von Produktionskapazitäten, zur Bevorratung sowie zur Sicherstellung der Insulinversorgung in Deutschland und Europa, insbesondere bei Versorgungsengpässen oder Krisensituationen.
Gemeinsam für einen starken Pharma- und Industriestandort
Die Förderung des Vorhabens wird gemeinsam vom Bund, dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt getragen. Mit der Genehmigung durch die Europäische Kommission ist eine zentrale Voraussetzung für die Gewährung der Fördermittel erfüllt.
Für Hessen hat die Investition über die Sicherung der Insulinversorgung hinaus eine hohe industriepolitische Bedeutung. Frankfurt-Höchst gehört zu den wichtigsten Pharma- und Chemiestandorten des Landes. Die Investition erhält industrielle Produktionskompetenz und Wertschöpfung am Standort und stärkt dessen Perspektive im internationalen Wettbewerb.
Sanofi hat sich für den Neubau der Insulinproduktion in Deutschland am Standort Frankfurt-Höchst entschieden und der Verlagerung ins Ausland eine Absage erteilt. Mit der neuen Anlage wird die Insulinproduktion am Standort modernisiert und langfristig gesichert.
HINTERGRUND
Beihilferechtlich erfolgt die Förderung als Ausgleich für eine Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI). Grundlage sind das besondere öffentliche Interesse an einer sicheren Versorgung mit kritischen Arzneimitteln und ein festgestelltes Marktversagen. Die Förderung ist mit langfristigen Verpflichtungen von Sanofi zur Produktion, Bevorratung und Bereitstellung von Insulin verbunden.
Der deutsche und europäische Insulinmarkt ist durch eine starke Konzentration auf wenige Hersteller und Produktionsstandorte geprägt. Nach den der Förderentscheidung zugrunde liegenden Analysen würde eine Verlagerung der Frankfurter Produktion ins Nicht-EU-Ausland die Lieferketten zusätzlich anfällig machen und die Abhängigkeit Deutschlands und Europas von Importen erhöhen.