- 6.725 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Berufsorientierung
- 2.055 Männer und Frauen nutzen die Einstiegsqualifizierung
- 4.261 Azubis auf dem Weg zum Abschluss unterstützt
Vor zehn Jahren startete das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum die Landesinitiative „Wirtschaft integriert“. Ziel war es, Menschen mit Sprachförderbedarf, den Weg in eine reguläre Berufsausbildung zu ebnen und so einen Beitrag zur hessischen Fachkräftesicherung zu leisten. Was als ambitioniertes Vorhaben begann, hat sich zu einer in Hessen fest etablierten und bundesweit beachteten Initiative zur beruflichen Integration entwickelt. Heute, am
3. Juni 2026, feiert das Programm sein zehnjähriges Bestehen mit einer regionalen Veranstaltung in Fulda.
„Unser Programm „Wirtschaft integriert“ zeigt, was möglich ist, wenn Betriebe, Kammern, Arbeitsagenturen sowie Jobcenter, Bildungsträger und Land an einem Strang ziehen. Wer Menschen, die unsere Sprache noch nicht perfekt sprechen, den Weg in eine reguläre Ausbildung eröffnet, stärkt nicht nur deren Integration in unsere Gesellschaft und gibt ihnen eine positive Perspektive. Hessen gewinnt damit auch wertvolle und gesuchte Fachkräfte. Das ist Politik, die wirkt“, sagte der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori.
Über 13.000 Teilnahmen und mehr als 3.500 Betriebe profitieren
Seit 2016 wurden über 13.000 Teilnahmen in den drei Bausteinen der Förderkette realisiert: 6.725 Teilnehmende nutzten die Berufsorientierung BOplus; 2.055 Männer und Frauen konnten über die Einstiegsqualifizierung EQplus den Weg in Ausbildung finden und 4.261 Azubis wurden mit der Ausbildungsbegleitung ABplus auf dem Weg zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss unterstützt.
Die Zahlen zeigen: Das Konzept wirkt. 70 Prozent der Teilnehmenden wechseln nach der Einstiegsqualifizierung direkt in Ausbildung oder Arbeit. Bei durchgehender Begleitung bis zum Ausbildungsende liegt die Erfolgsquote bei 83 Prozent – und 87 Prozent bleiben anschließend in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Rund 3.500 Ausbildungsbetriebe in Hessen haben bislang von der Unterstützung profitiert.
Das Besondere an „Wirtschaft integriert“ ist seine durchgehende Förderkette mit flexiblen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten: vom ersten Kontakt mit der Arbeitswelt in der Berufsorientierung über ein betriebliches Langzeitpraktikum in der Einstiegsqualifizierung bis zur begleiteten regulären Berufsausbildung mit Abschluss. In allen Phasen erhalten die Teilnehmenden individuelle Sprach- und Lernförderung sowie sozialpädagogische Begleitung. Im zehn Jahren hat sich das Programm stetig weiterentwickelt – von der Förderung digitaler Kompetenzen bis hin zur Vermittlung von Qualifikationen für grüne Berufsfelder. Aktuell wird Wirtschaft integriert an 28 Standorten in ganz Hessen angeboten.
„Wirtschaft integriert ist mehr als ein Förderprogramm – es ist ein Netzwerk, das in zehn Jahren gewachsen ist und einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Integration in Hessen leistet. Wir sind stolz darauf, dieses Projekt von Beginn an umgesetzt zu haben und zu sehen wie viele Menschen durch Wirtschaft integriert bereits ihren Weg in den Beruf gefunden haben. Dieser Erfolg gehört den Teilnehmenden, den Betrieben und allen Partnern, die dieses Netzwerk tragen“, so Anja Dörr, Projektleiterin Wirtschaft integriert beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V.
Die heutige Feier in Fulda rückt die Menschen in den Mittelpunkt, die das Programm geprägt haben und prägen. Persönliche Porträts machen die Wirkung der Landesinitiative sichtbar. So geben aktuelle Teilnehmende aus der Berufsorientierung in einer Projektvorstellung Einblicke in ihre Ziele, Projektbesonderheiten und nächsten Schritte. Im Rahmen einer Talkrunde berichten ehemalige Auszubildende und ihre Betriebe von ihrem Weg und wichtige Erfolgsfaktoren in der Ausbildung.
„Bei Wirtschaft integriert konnte ich immer jemanden erreichen, ich konnte alles fragen. In der Schule war es manchmal schwierig, das Niveau zu erreichen wegen der Sprache. Aber wenn ich im Unterricht etwas nicht verstanden habe, wusste ich, dass es beim BWHW noch mal anders und einfacher erklärt wird. Dadurch habe ich mich in der Ausbildung sicherer gefühlt. Das war wichtig für mich.“ sagt Marielle, eine erfolgreiche Absolventin, die in Fulda auf ihrem Weg begleitet wurde.
Vertreterinnen und Vertreter des Steuerkreises – darunter der Hessische Handwerkstag, der Hessische Industrie- und Handelskammertag sowie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit – blicken gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister auf zehn Jahre Zusammenarbeit zurück und diskutieren die Zukunft des Programms.
Die Feier in Fulda ist der Auftakt zu weiteren regionalen Veranstaltungen, die im Laufe des Jahres 2026 in ganz Hessen stattfinden werden. Darüber hinaus finden sich auf der Homepage www.wirtschaft-integriert.de spannende Einblicke, darunter die Foto- und Video-Serie 10 Jahre – 10 Geschichten.
Hintergrund
Wirtschaft integriert ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und wird gemeinsam vom Land Hessen, den Agenturen für Arbeit sowie den Jobcentern finanziert.
Kooperationspartner sind neben den oben genannten fördernden Institutionen die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Hessische Handwerkstag und der Hessische Industrie- und Handelskammertag.
Die Umsetzung erfolgt durch das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen des Handwerks und vergleichbaren Trägern.