S-Bahn fährt in einen Bahnhof ein

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Baurecht für Regionaltangente West erteilt

Startschuss für eines der wichtigsten Schienenprojekte im Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main.

Der Bau eines der wichtigsten regionalen Schieneninfrastrukturprojekte des Ballungsraums Frankfurt Rhein-Main rückt näher: Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als zuständige Planfeststellungsbehörde hat der RTW GmbH am heutigen Freitag, 28. Januar 2022, den ersten Planfeststellungsbeschluss für die Regionaltangente West (RTW) erteilt. Dies teilte das RP Darmstadt dem Verkehrsministerium heute mit. Der erste Abschnitt der RTW umfasst den Bereich von Kelsterbach über den Flughafen Frankfurt und den Bahnhof Frankfurt-Stadion nach Neu-Isenburg Bahnhof und Dreieich-Buchschlag. Zunächst soll im April mit Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik begonnen werden. Voraussichtlich im September starten dann der Bau des Kreuzungsbauwerks in Neu-Isenburg und einer Brücke am Bahnhof Frankfurt-Stadion.

„Der Bau der Regionaltangente West kann beginnen, der Startschuss für den ersten Abschnitt ist gefallen. Das ist die Keimzelle eines Schienenrings rund um ganz Frankfurt“, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heute in Wiesbaden. „Dieses interkommunale Mammutprojekt ist für den öffentlichen Nahverkehr in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main ein extrem wichtiger und dringend benötigter Baustein. Die Regionaltangente West wird die Verkehrssituation in der Region verbessern, Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern und die Schiene, Busse und Bahnen generell stärken. Denn mit ihr werden komfortable, umsteigefreie und schnelle Direktverbindungen geschaffen und der Frankfurter Hauptbahnhof entlastet. Damit ist sie ein wesentlicher Bestandteil der hessischen Verkehrswende.“

Schnelle Direktverbindungen

Jahrzehntelang sei über den Bau der RTW nur gesprochen worden, auch nach Gründung der RTW-Planungsgesellschaft 2008 gab es immer wieder Diskussionen, ob ein solches Projekt realistisch umsetzbar ist. „Immer mehr Kommunen ist dann klar geworden, dass nicht nur diskutiert, sondern umgesetzt werden muss. Das Land hat dann 2014 beschlossen, der RTW-Planungsgesellschaft beizutreten, um Planung und Bau zu unterstützen. Ich bin stolz darauf, dass es mit großen Schritten weiter voran geht und der Bau 2022 beginnt“, so Al-Wazir.

Mit der Regionaltangente West werden schnelle Direktverbindungen geschaffen und der Frankfurter Hauptbahnhof entlastet. Damit ist sie ein wesentlicher Bestandteil der hessischen Verkehrswende.

Tarek Al-Wazir Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen

„Die Regionaltangente West ist der Garant für eine zukunftsfähige Mobilität in Stadt und Region und zentraler Baustein für die Verkehrswende. Sie verknüpft viele bereits bestehende Infrastrukturen mit einigen der größten Arbeitsplatzstandorten. Sie erschließt bedeutsame Ziele und wird den Verkehr in und durch die Innenstadt spürbar entlasten“, so Stadtrat Stefan Majer, Dezernent für Mobilität der Stadt Frankfurt am Main und Aufsichtsratsvorsitzender der RTW Planungsgesellschaft. „Frankfurt wird maßgeblich von diesem Projekt profitieren, genauso wie die Menschen in der Region. Wir benötigen hier wie dort einen starken öffentlichen Nahverkehr, der wird durch die Schiene und damit das Projekt Regionaltangente West angeboten. Mit dem jetzt beginnenden Baustart können sich die Pendlerhauptstadt und das Umland auf ein attraktives, weit verknüpfendes Angebot für die Menschen, die hier arbeiten und leben, freuen.“

Die RTW wird als Zweisystem-Stadtbahn Bad Homburg, das Nordwestzentrum Frankfurt und das Gewerbegebiet Praunheim sowie Bad Soden über Eschborn, Frankfurt-Höchst und den Flughafen Frankfurt mit Neu-Isenburg und Dreieich-Buchschlag verbinden. Es sind zwei Linien im 30-Minuten-Takt vorgesehen, die sich im gemeinsam befahrenen Abschnitt zu einem 15-Minuten-Takt überlagern. Hierbei wird der stark ausgelastete Frankfurter Hauptbahnhof umgangen. Die RTW entlastet S-Bahnstrecken an entscheidender Stelle, schafft weitere Kapazitäten und wird den steigenden Einwohnerinnen- und Pendlerzahlen im Rhein-Main-Gebiet gerecht.

Entlastung bestehender Linien

„Unser Ziel ist nach Corona neue Fahrgastrekorde aufzustellen und die Mobilitätswende zu verwirklichen. Sowohl die Kapazitäten des Frankfurter S-Bahntunnels als auch des Hauptbahnhofs sind ausgereizt. Die Regionaltangente West sorgt nicht nur hier für eine Entlastung bestehender Linien, sondern bringt auch neue Direktverbindungen unter anderem zum Flughafen. Dass solche tangentialen Verbindungen erfolgreich sind, haben unsere Expressbuslinien bewiesen. Der nun bevorstehende Baubeginn der Regionaltangente West ist dabei erst der Anfang. Unsere Vision ist die Schaffung eines Schienenrings um Frankfurt“, sagte RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat.

Horst Amann, Geschäftsführer RTW Planungsgesellschaft, sagte: „Ein sehr markanter Meilenstein für unser Projekt, den wir mit einer tollen Teamleistung erreicht haben. Hier können wir jetzt durch unsere zielgerichteten Planungen direkt mit dem Bau starten, und bleiben damit im Plan für die Gesamtinbetriebnahme der RTW bis 2028.“

Förderung der RTW

Die RTW GmbH, an der die von der RTW durchfahrenen Städte bzw. Landkreise und der Rhein-Main-Verkehrsverbund beteiligt sind, wurde im November 2008 gegründet. Nach vielen Jahren der Diskussionen bekam das Projekt neuen Schub, als das Land Hessen zum 1. Januar 2015 der RTW GmbH als weiterer Gesellschafter beigetreten ist, um den zielgerichteten Fortschritt der Planung der RTW zu fördern.

Der Bau der Regionaltangente West wird auf der Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) vom Bund gefördert. Dieser hat das Gesamtvorhaben auf Antrag des Landes im Dezember 2021 vorläufig in das Bundesprogramm aufgenommen. Bund und Land übernehmen mit einem Fördersatz von 95 Prozent einen Großteil der sogenannten zuwendungsfähigen Kosten. Die Baukosten des ersten Abschnitts der RTW belaufen sich auf rund 185 Mio. Euro. Die Gesamtkosten der RTW liegen bei etwa 1,1 Mrd. Euro.

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