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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Greentech-Industrie stärken

Hessen und Merck besiegeln öffentlich-private Partnerschaft für Start-up-Beschleuniger in Gernsheim.

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Das Land Hessen und das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck haben mit der heutigen Unterzeichnung einer Absichtserklärung ein Zeichen für den Industrie-Standort Hessen gesetzt. Auf dem Gelände des künftigen Greentech-Parks „Fluxum“ in Gernsheim soll ein Beschleuniger für industrielle Greentech-Start-ups entstehen. Aufgabe des Accelerators wird sein, Start-ups bei der technischen und betriebswirtschaftlichen Weiterentwicklung zu begleiten, Partnerschaften zu Investoren und Großunternehmen zu vermitteln und bedarfsorientiert Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Für produzierende Greentech-Start-ups sind dies vor allem teure Labor- und Technikflächen.

Tarek Al-Wazir: Industriestandort Hessen stärken

„Der Accelerator wird die Start-ups auf dem Weg zur industriellen Reife führen. Mit der Ausrichtung auf Greentech setzen wir nicht nur auf eine Zukunfts- und Wachstumsbranche, sondern stärken den Industriestandort Hessen“, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir anlässlich der Besiegelung der Partnerschaft. Denn für die anstehende Transformation der Wirtschaft spielt Greentech eine entscheidende Rolle: Unter dem Begriff Greentech sind Technologien und Verfahren zusammengefasst, die eine ressourcenschonende und klimafreundliche Produktions- und Lebensweise erlauben, etwa durch die Steigerung der Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen oder die Kreislaufführung von Materialien. „Der geplante Accelerator ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Green Start-up- State Hessen und wird über die Landesgrenzen hinaus zeigen, welche Potenziale gerade im Bereich Greentech liegen.“

Michael Boddenberg: Investition in die Zukunft

„Um ihre Technologien und Produktionsprozesse für die spätere Serienproduktion erproben und entwickeln zu können, brauchen industrielle Greentech-Start-ups Platz, Technik und Labore. Diese Bedingungen werden mit dem Beschleuniger in Gernsheim geschaffen. Damit investieren wir in die Zukunft“, sagte Finanzminister Boddenberg. Das Land beabsichtigt, den Betrieb des Projekts in einer Anlaufphase mit bis zu 799.000 Euro und mit einer anteiligen Mietausfallbürgschaft zu unterstützen. Merck bringt für den Anfangsbetrieb des Accelerators weitere rund 1,74 Millionen Euro ein. Damit sollen zunächst Personal finanziert und bestehende Gebäude und Laborcontainer bereitgestellt werden – bis ein eigener, moderner Neubau für den Accelerator fertig ist. „Noch in diesem Jahr soll der Beschleuniger an den Start gehen und damit Expertise aufgebaut sowie Aufmerksamkeit bei Start-ups, größeren Unternehmen und Investoren erzeugt werden. Denn das Projekt soll sich nach einer Anlaufphase selbst tragen“, so Boddenberg.

Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Electronics: Greentech-Wissenschafts- und Technologiepark geplant

„Unser Standort in Gernsheim verfügt über Freiflächen und Entwicklungsmöglichkeiten in einem ausgewiesenen und genehmigten Industrie- und Gewerbegebiet“, ergänzte Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung und CEO Electronics bei Merck. „Diese Fläche wollen wir zu einem Greentech-Park unter der Marke ,Fluxum‘ ausbauen. Hier sollen sich Start-ups sowie etablierte Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnologien ansiedeln und ein Ökosystem für grüne Innovationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung entstehen.“

Angela Dorn: Große Chance für Hochschul-Ausgründungen

„Unsere Hochschulen sind das Herz unserer Wissensgesellschaft. Hier geben wir klugen Köpfen Gelegenheit, ihre Potenziale zu entfalten. Wir brauchen ihre Erkenntnisse, um die Klimakrise und das Artensterben aufzuhalten, saubere Energien besser zu erschließen, effizienter zu bauen und unsere Verkehrssysteme umzugestalten. Die hessischen Hochschulen übernehmen Verantwortung für ihre Region und gestalten sie nachhaltig mit, auch und gerade in den Umwelttechnologien. Hier reifen innovative Ideen mit Potenzial für Ausgründungen“, betonte Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Mit dem Accelerator bauen wir die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Finanzierungspartnern aus. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Technische Universität Darmstadt, die mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Rhein-Main-Universitäten bilden, bringen sich mit ihren Kompetenzen ein und stärken so auch ihre gemeinsame Forschungsbasis – auch zum Nutzen der Studierenden.“

Der „Accelerator“ im GreenTech-Park „Fluxum“

Der „Accelerator“ (Beschleuniger) ist Teil des künftigen GreenTech-Parks „Fluxum“ in Gernsheim. Das neue Gebäude wird Labor-, Technikums- und Büroflächen umfassen und voraussichtlich 2025 in Betrieb gehen. Bis dahin stellt Merck übergangsweise Räumlichkeiten in Gernsheim zur Verfügung, in denen junge Unternehmen auch schon während der Bauzeit des Accelerator-Gebäudes an ihren Innovationen arbeiten können. Der Accelerator unterstützt Start-up-Unternehmen aus dem Bereich der Umwelttechnologien bei der technischen und betriebswirtschaftlichen Weiterentwicklung, stellt bedarfsorientiert die nötige Infrastruktur zur Verfügung und vermittelt Partnerschaften zu Investoren und Großunternehmen.