Zwei Paar Gummistiefel von Kind und Erwachsenen als Nahaufnahme

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Auftakt zum GFB-Sommer'22

Lesedauer:6 Minuten

Inzwischen gibt es 37 Partnerstädte und -gemeinden des Großen Frankfurter Bogens (GFB). Die Grundidee ist klar: Von dort aus kann man den Frankfurter Hauptbahnhof mit S-Bahn oder Regionalbahn in maximal 30 Fahrminuten erreichen. Doch geht es beim Großen Frankfurter Bogen um mehr: Wie können wir gut und besser bauen? Wie wollen wir morgen in unseren Städten und Gemeinden und in der Region leben? Auf die Suche nach Antworten macht sich der GFB-Sommer’22.

"Unsere Initiative Großer Frankfurter Bogen ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren stetig gewachsen – und sie wirkt: Mehr als drei Viertel der vom Land im Jahr 2021 geförderten 1.753 neuen Sozialwohnungen in Hessen werden in den Partnerkommunen des Großen Frankfurter Bogens entstehen. Das zeigt: Unsere Initiative greift genau dort, wo wir sie brauchen", sagte Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir bei der Eröffnung des GFB-Sommers’22 im BAULAB Darmstadt.

Rund 25 Städte und Gemeinden haben speziell für den GFB-Sommer'22 verschiedenste Veranstaltungsangebote entwickelt und freuen sich auf Alteingesessene, neu Zugezogene und Neugierige von überall her. Von der Stadtführung bis zur Radtour, von der Diskussionsveranstaltung oder Ausstellung bis hin zur kreativen Zwischennutzung oder dem Open-Air-Kino soll zwischen Taunus und Bergstraße für möglichst jede und jeden etwas dabei sein. „Es ist die Vielfalt, die die Region ausmacht, die Kommunen und ihre Menschen. Genau das spiegelt das Sommerprogramm des GFB-Sommers wider. Zwischen Taunus und Bergstraße, in großen Städten und kleineren Gemeinden, es gibt jede Menge zu erleben“, ist sich Al-Wazir sicher.

Jochen Partsch, Oberbürgermeister der gastgebenden Großer Frankfurter Bogen-Partnerstadt Darmstadt, ergänzte: "Wir möchten den Großen Frankfurter Bogen alle gemeinsam nutzen, um damit neuen Wohnraum in lebenswerten Quartieren zu realisieren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist gerne bereit, dafür einen konstruktiven Beitrag zu leisten"

Als übergreifende Kooperationspartnerinnen und -partner mit eigenen Programmbeiträgen konnten gewonnen werden: die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, das DAM Deutsches Architekturmuseum, die Hochschule für Gestaltung Offenbach (hfg), der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) als Mobilitätspartner und die Technische Universität Darmstadt.

Zukunftspreis

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung verlieh Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir darüber hinaus den GFB-Zukunftspreis, bereits in der zweiten Wettbewerbsrunde. „Aus Ideen entstehen Innovationen. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger und ihre ausgezeichneten Projekte“, gratulierte Al-Wazir. Mit der Höchstdotierung in Höhe von 20.000 Euro geht der GFB-Zukunftspreis an das BAULAB Darmstadt. Die weiteren Preisträgerinnen sind die Stadt Frankfurt für ihr Projekt „Zukunftsdiskurs“ mit 15.000 Euro und die Hochschule RheinMain mit „HSRM Ideen-Werkstatt "Neues Wohnen" Wiesbaden“, welche den GFB-Zukunftspreis in Höhe von 10.000 Euro erhielt.

BAULAB Darmstadt

Wie wollen wir heute und morgen leben? Mit welchen Materialien bauen wir? Wie kann ästhetische Stadtgestaltung nachhaltig gelingen? Diese Fragen stellen sich auch die Architektur-Studierenden der Hochschule Darmstadt – und das am Beispiel der Starkenburg-Kaserne, dem früheren Eisenbahn- und Panzerausbesserungswerk auf Darmstädter Stadtgebiet, welches zur Konversion in ein Wohnquartier ansteht. Im Reallabor und Forschungsprojekt BAULAB soll auch praktisch ausprobiert und mitgemacht werden können: hier kann Beispielhaftes entstehen, für das neue Quartier und darüber hinaus. Es könnte wohl keinen passenderen Ort für den Auftakt des GFB-Sommers geben.

„Das BAULAB ist ein Ort, der Forschung und Alltag verbindet, Wissenschaft und Handwerk zusammenführt. An dem Menschen gemeinsam an Projekten arbeiten, experimentieren und realisieren, wo ökologisch wertvolle, innovative Visionen erdacht und erprobt werden. In diesem Wissenslabor möchten wir mit unserer Stadt und den Menschen interagieren, Gegenwart und Zukunft verbinden. Die Zukunft beginnt für uns jetzt“, sagte Professorin Anke Mensing vom Fachbereich Architektur der Hochschule Darmstadt.

Zukunftsdiskurs, Stadt Frankfurt

Um Zukunftsfragen, neue Wege der Kommunikation sowie neue Dimensionen von Zeit und Raum für Frankfurt und die Region wird es im Zukunftsdiskurs der Stadt Frankfurt gehen. Das impulsreiche Veranstaltungsformat, mit dem der Blick deutlich über die eigenen Stadttore und einzelne – eigene – Planungen hinaus geweitet, der interkommunale Dialog im Großen Frankfurter Bogen gestärkt und die Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden, wird hiermit gewürdigt. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung“, sagte Frankfurts Sport- und Planungsdezernent Mike Josef. „Denn damit ist auch die Wertschätzung für die investierte Arbeit verbunden. Und es zeigt, dass es uns hier gelungen ist, unsere kreativen Ideen für das Wohnen und die Stadtentwicklung von morgen klug einzusetzen.“


HSRM Ideen-Werkstatt „Neues Wohnen“ Wiesbaden

In der HSRM Ideen-Werkstatt „Neues Wohnen“ Wiesbaden arbeiten zukünftige Generationen von Gestalterinnen und Gestaltern sowie Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträgern gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden an den ökologisch-nachhaltigen und sozial-resilienten Wohnmodellen von morgen. „Die aktuelle Wohnungsfrage ist mehr denn je mit sozialen und ökologischen Transformationsprozessen verknüpft und lässt sich nicht mehr allein quantitativ durch reine Wohnraumproduktion im Neubau beantworten“, sagte Prof. Sascha Luippold, Professor für Entwerfen und Klimagerechtes Bauen im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule RheinMain. Für ihn stehen neben demografischem Wandel, neuer Arbeitswelt und Veränderungen der Mobilität ebenso gesellschaftliche Teilhabe, bauliche Klimaanpassung und ressourcenschonende Bestandsentwicklung im Fokus zukunftsfähiger Quartiersmodelle.