Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat jedoch gezeigt, dass hier dringend nachgesteuert werden muss, um nicht nur den Schutz der Reisenden, sondern auch der Bahnbediensteten zu gewährleisten. Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Kaweh Mansoori, hat sich zu diesem Anlass mit der Deutschen Bahn und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u.a. der DB Regio AG ausgetauscht, um einen Eindruck davon zu gewinnen, an welchen Stellen die Landesregierung tätig werden kann, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
„Es war im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr bedrückend zu hören, welche Gewalterfahrungen Menschen machen müssen, verbal und körperlich, die einfach nur ihrem Job als Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nachgehen und Fahrtkarten kontrollieren. Hier kann nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Es ist ein gutes Zeichen, dass jetzt erste Maßnahmen beschlossen wurden, die die Deutsche Bahn kurzfristig umsetzen will. Das wird aber nicht reichen“, betonte Kaweh Mansoori. „Die Ausrüstung mit Bodycams hilft nachweislich. Auch das hessische Modellprojekt des RMV mit doppelten Besetzungen in den Zügen wurde sehr gelobt. Ich bin aber auch offen für große Lösungen wie Drehkreuze für größere Bahnhöfe. In anderen Ländern ist es völlig normal, dass man an großen Bahnhöfen und im Regionalverkehr nur ans Gleis kommt, wenn sie auch ein gültiges Ticket haben. Das alles ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wir müssen klären, wie wir der fortschreitenden Verrohung in unserer Gesellschaft entgegentreten und wie wir Zivilcourage stärken. Menschen, die dieses Land am Laufen halten, dürfen nicht Zielscheibe von Gewalt werden.“
„Der Tod unseres Kollegen hat uns tief getroffen. Dass im Dienst an Bord eines Nahverkehrszuges ein Mensch sein Leben verliert, ist ein Einschnitt, der innehalten und handeln gebietet. Wir als DB Regio AG investieren seit Jahren konsequent in Sicherheit und schärfen laufend nach - mit Notruf-Apps, ausgebauter Videotechnik, Schutzausrüstung wie Bodycam, Prio-Ruf und Tierabwehrspray für Extremsituationen und regelmäßigen Deeskalations- sowie Selbstbehauptungstrainings. Zugleich zeigt der aktuelle Vorfall: Für mehr Sicherheit im Zug braucht es zusätzliche Schritte und finanzielle Mittel, die nur gemeinsam mit Politik und Aufgabenträgerinnen und Auftraggebern gelingen. Deshalb begrüße ich den direkten Dialog des Verkehrsministeriums mit den betroffenen Mitarbeitenden sehr, um Ängste, Sorgen und Anliegen aus erster Hand aufzunehmen“, so Dr. Silke Janser, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte.
Ralf Damde, GBR-Vorsitzender DB Regio AG und stellv. KBR-Vorsitzender DB AG, ergänzte: "Die Bälle dürfen sich nicht ständig hin und her geschoben werden zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Hier muss das Handeln im Vordergrund stehen und nicht das Verschieben der Zuständigkeiten. Die Kolleginnen brauchen Hilfe jetzt, nicht erst in der Zukunft. Dieses Treffen war ein erster wichtiger Schritt."