Nachhaltige Stadtentwicklung in Hessen

Historische und moderne Gebäude, Betriebe und Geschäfte, Parks und Plätze – all das macht den individuellen Charakter einer Stadt oder einer Gemeinde aus.

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Ein Marktplatz einer hessischen Innenstadt
© mojolo - Fotolia

Die hessische Stadtentwicklungspolitik zielt darauf ab, bestehende Strukturen – mit teilweise historischen Innenstädten und Ortskernen – so zu entwickeln, dass sie heutigen Anforderungen gerecht werden, ohne ihre Eigenheit zu verlieren. Dafür bedarf es jeweils unterschiedliche Lösungen. In ländlichen Orten gilt es, Leerstand zu vermeiden und gute Lebensbedingungen zu bieten, indem zum Beispiel Läden, Praxen oder Dienstleistungen gut erreichbar sind. In den großen Städten brauchen wir mehr bezahlbare Wohnungen, nachhaltige Infrastrukturen und mehr Grün für umwelt- und klimafreundliche Quartiere.

Unsere Städte und Gemeinden sollen sich nachhaltig und integriert entwickeln, damit auch künftige Generationen hier gut wohnen, arbeiten, ihre Freizeit verbringen und sich versorgen können – kurz: damit sie sich hier wohlfühlen. Dabei ist vieles zu berücksichtigen: der Wandel der Bevölkerungs- und der Wirtschaftsstruktur, die Veränderung der Einkaufs- und Lebensgewohnheiten, die Erfordernisse des Klimaschutzes und vieles mehr.

Nachhaltige Stadtentwicklungspolitik in Hessen will

  • wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten verbessern
  • soziale Nachteile ausgleichen
  • einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung liefern
  • natürliche Lebensgrundlagen in der gebauten Umwelt schützen und stärken

Sie versteht sich als Gemeinschaftsinitiative, die den privaten, den zivilgesellschaftlichen und den öffentlichen Sektor zusammenführt. Der hessische Weg einer integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung umfasst daher auch kooperative und kommunikative Projekte einer Planungs- und Baukultur, welche auf Akzeptanz und Aktivität vieler Akteurinnen und Akteure setzt. Die Mitwirkung der Bevölkerung spielt also eine große Rolle.

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen unterstützt die Städte und Gemeinden bei der Entwicklung ihrer städtebaulich-räumlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen mit Finanzhilfen

  • aus Bund-Länder-Städtebauförderprogrammen
  • aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
  • mit Landesmitteln und verschiedenen Landesinitiativen

Adressaten der Förderung sind in der Regel die Kommunen. Dabei lösen die Programme der Stadtentwicklung und -erneuerung ein Vielfaches an privaten Investitionen aus, von denen insbesondere das ansässige Handwerk profitiert.

Direkt zu den Themen:

Städtebauförderung

Investitionspakt Soziale Integration im Quartier

Landesprogramm Nachhaltiges Wohnumfeld

Unterstützung durch das Zentrum Nachhaltige Stadtentwicklung in Hessen

Unterstützung durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)

Landesinitiativen

 

Städtebauförderung

Zu den Instrumenten der Stadtentwicklung und -erneuerung zählen die Bund-Länder-Städtebauförderprogramme:

Die für diese Förderprogramme gültigen Bestimmungen sind in den Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung (RiLiSE) enthalten. Die Kosten teilen sich der Bund, das Land und die jeweiligen Förderstandorte.

Investitionspakt Soziale Integration im Quartier

Mit dem Städtebauförderprogramm Investitionspakt Soziale Integration im Quartier stellen Bund und Land Fördermittel für quartiersbezogene Bauprojekte zur Verfügung, die den sozialen Zusammenhalt und die Integration unterstützen und nachhaltig stärken sollen.  

Das Programm bietet den Kommunen eine besondere Chance, ihre in die Jahre gekommenen Stadtteilzentren, Kitas, soziokulturelle Zentren, Jugendtreffs, Jugendwerkstätten oder Nachbarschaftscafés zu sanieren, zu modernisieren, auszubauen oder im Einzelfall auch neu zu bauen.

Landesprogramm Nachhaltiges Wohnumfeld

Der anhaltend hohe Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Hessen, vor allem in der Metropolregion FrankfurtRheinMain, macht neben der vorrangigen Innenentwicklung die Realisierung neuer lebenswerter Wohnquartiere erforderlich. Diese Quartiere sollen Wohnraum für alle Bevölkerungs- und Einkommensschichten bieten, ein soziales Miteinander fördern und zum schonenden Umgang mit Ressourcen beitragen. Mit den Landesprogrammen Nachhaltiges Wohnumfeld – Konzepte und Baulanddialoge und Nachhaltiges Wohnumfeld – Investitionen unterstützt das Land die Kommunen bei der Entwicklung neuer Wohnquartiere.

Unterstützung durch das Zentrum Nachhaltige Stadtentwicklung in Hessen

Das Zentrum Nachhaltige Stadtentwicklung in Hessen der HA Hessen Agentur GmbH unterstützt die Kommunen bei der Umsetzung der jeweiligen Förderprogramme. Dabei steht die Beratung der Kommunen bei der Umsetzung ihrer Projekte im Vordergrund. Darüber hinaus organisiert die Hessen Agentur den Dialog, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer der geförderten Städte und Gemeinden untereinander, aber auch mit den Kommunen, die derzeit nicht in einem Förderprogramm sind.

Der Newsletter des Zentrums informiert über aktuelle Themen der Nachhaltigen Stadtentwicklung in Hessen und der Städtebauförderung, über Veranstaltungen, Publikationen, Wettbewerbe u.v.m. Hier geht es zur Anmeldung:

Unterstützung durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen ist für die finanzielle Abwicklung der Städtebauförderprogramme des Landes Hessen zuständig und insoweit Ansprechpartnerin für Zuwendungsempfänger. Die Verantwortung für die strategische Steuerung trägt das Referat Städtebau und Städtebauförderung im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)

Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) werden im Zeitraum 2014-2020 (Abwicklung bis Ende 2023) im Rahmen des EU-Förderprogramms Investitionen in Wachstum und Beschäftigung (IWB-EFRE-Programm) auch zur Nachhaltigen Stadtentwicklung eingesetzt. Sie sind primär vorgesehen für die Entwicklung von innerstädtischen Flächen - und Gebäudebrachen, für die Neuschaffung und -gestaltung von Grünflächen und Stadtplätzen sowie für kommunale Programme der lokalen Ökonomie. Hierunter sind Wirtschaftsförderprogramme mit lokaler räumlicher Begrenzung zu verstehen, die zur Belebung von Handel und Dienstleistungen in den Stadtkernen, zur Beseitigung von Ladenleerständen und zur Existenzgründung durch entsprechende Förderungen beitragen. Die Mittel der EU-Förderperiode 2014-2020 sind weitgehend verplant. Rechtliche Grundlage dieses EU-Programms in Hessen ist neben einschlägigen EU-Verordnungen das Operationelle IWB-EFRE-Programm Hessen.

Landesinitiativen

Darüber hinaus engagiert sich das Land Hessen mit folgenden Landesinitiativen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Dabei sind jeweils eine Vielzahl von Partnerinnen und Partnern eingebunden:

 

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