Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Allianz für Wohnen in Hessen

Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen der hessischen Wohnungspolitik

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Moderne Mehrfamilienhäuser in einer Neubausiedlung
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Die Versorgung mit bezahlbarem und angemessenem Wohnraum stellt eines der wichtigsten Ziele der Hessischen Landesregierung dar. Seit 2014 wurden viele Projekte umgesetzt und wichtige Ziele erreicht.

Mit dem Ziel, Strategien für guten und bezahlbaren Wohnungsbau in Hessen zu entwickeln, wurde ein Bündnis für bezahlbares Wohnen, die Allianz für Wohnen in Hessen, ins Leben gerufen. Die Allianz beschäftigt sich mit der Entwicklung von Strategien für nachfragegerechten Wohnungsbau in Hessen. An der Allianz beteiligen sich neben Landesressorts

  • die Verbände der Wohnungswirtschaft,
  • die kommunalen Spitzenverbände,
  • Kammern,
  • Mieterbund,
  • Studierendenwerke,
  • Sozialverbände und weitere Interessenverbände
  • sowie die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Die Partnerinnen und Partner der Allianz haben gemeinsam einen Prozess zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Wohnquartiere und Wohnungsbestände in den hessischen Städten und Gemeinden begonnen. Gefragt waren und sind neue Ideen, innovative Herangehensweisen sowie konkrete und praktikable Lösungsmöglichkeiten, um die Wohnqualität der Menschen, die in Hessen leben und leben möchten, zu gewährleisten. Außerdem werden notwendige Rahmensetzungen und Prozesse sowie politische und rechtliche Vorgaben auf ihre technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit hin geprüft. Ziel ist es, weitere Investitionen in den Wohnungsbau und in die nachhaltige Umgestaltung von Wohnquartieren zu ermöglichen.

Mehr Wohnungen fertig gestellt, mehr Nachfrage

Dank der gemeinsamen Anstrengungen wurden z.B. in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Wohnungen fertig gestellt. Die Deckung des Bedarfs verbessert sich. Um allerdings einen bedarfsdeckenden Wohnungsbestand zu erreichen, muss dieses Niveau weiter aufrechterhalten werden. Denn die Herausforderung ist weiterhin groß: Nach jüngsten Prognosen entsteht bis 2040 ein zusätzlicher Bedarf von mehr als 360.000 Wohnungen. Davon entfallen 83 % allein auf Südhessen. In Nordhessen ist vor allem der Großraum Kassel betroffen, in Mittelhessen die Universitätsstädte.

Aber auch im ländlichen Raum besteht die große Herausforderung, mit attraktivem Wohnraum Anreize zu setzen, den Bevölkerungsrückgang einzudämmen. Die fehlenden Wohnungen und die steigenden Mieten in den Ballungsgebieten führen dazu, dass nicht nur Geringverdienende, sondern auch breite Bevölkerungsschichten inzwischen häufig Probleme haben, eine angemessene Wohnung zu finden, die sie sich leisten können. Auch qualitativ ist der Wohnungsmarkt überall im Umbruch: Von der demografiebedingten Zunahme an altersgerechten Wohnungen, über das Mehr an Single-Haushalten, bis hin zu neuen Gemeinschaftswohnformen.

Innenentwicklung und Bauland aktivieren

Neben dem Ziel möglichst viele neue Wohnungen durch Innenentwicklung zu schaffen, ist auch die Aktivierung von Baulandreserven Voraussetzung für die Bereitstellung von mehr Wohnraum. Das Land Hessen unterstützt die Kommunen auch weiterhin mit Angeboten und Hilfestellungen zur Gewinnung von Bauland und einer koordinierten Planung über kommunale Grenzen hinweg.

Die Akteure der Allianz für Wohnen kommen auf regelmäßig stattfindenden Plenarsitzungen und Fachgruppen sowie auf Schwerpunktveranstaltungen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren und Vorschläge für Lösungen zu den aktuellen Themen der Wohnungspolitik zu entwickeln.

Aktuelle Grundlage für die gemeinsame Arbeit ist der 2019 erarbeitete 12-Punkte-Plan mit konkreten Handlungsfeldern und Maßnahmen. Zu den von der Allianz umgesetzten Projekten zählen u.a.

  • Handreichungen zu den Themen Grundstücksvergabe,
  • Innenentwicklung
  • Nutzung von Flächenpotenzialen auf Einzelhandelsgebäuden 
  • Themenkomplex serielles Bauen, Modulbauweise, Typengenehmigungen
  • Wettbewerb für „Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau“

Die Allianz für Wohnen in Hessen wird seit 2019 unter der Federführung des für Wohnungsbau und Stadtentwicklung zuständigen Wirtschafts- und Wohnungsbau-Ministerium fortgeführt. 

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