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Breitband

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Netzwerkkabel
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Breitband ist die Basis-Infrastruktur für die Digitalisierung der Gesellschaft und damit die Grundlage für Innovationen, wirtschaftliche Dynamik und Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Leistungsfähige Breitbandnetze zum schnellen Informations- und Wissensaustausch sind zudem heute eine essenzielle Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Sie sind für Wirtschaft und Gesellschaft mittlerweile so bedeutend wie Verkehrswege oder Energienetze. Eine flächendeckende Breitbandversorgung erschließt dabei Ballungsräume und ländliche Gebiete gleichermaßen.

Denn Regionen, die an leistungsfähige Kommunikationsnetze angeschlossen sind, sind im Standortwettbewerb optimal aufgestellt. Breitbandnetze können dazu beitragen, dass ein Ort für Menschen und Unternehmen attraktiv bleibt. Daher sind leistungsfähige Internetzugänge unabdingbar geworden, wenn die Lebensbedingungen innerhalb heterogener Regionen vergleichbar bleiben sollen.

Ländliche Regionen fördern

Die Breitbandversorgung basiert in Deutschland auf einer im Wettbewerb erstellten Telekommunikations-Infrastruktur, deren Erstellung und Betrieb rentabel sein muss. Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Erschließung für private Technologieanbieter wegen hoher Kosten, kurzen Abschreibungszeiträumen und geringer Bevölkerungsdichte allerdings oftmals kaum wirtschaftlich.

In diesem Fall greift die öffentliche Förderung, die in Hessen regionale Projekte auf kommunaler Basis betrifft. Die Kommunen werden dabei vom Land in ihren Bemühungen, bei vorhandenen Unterversorgungen den Breitbandausbau voranzutreiben und dafür effiziente Lösungen zu entwickeln, unterstützt.

Betreuungsstruktur in Hessen

Die Begleitung des Breitbandausbaus in Hessen erfolgte seit 2010 landesseitig durch das Projekt "Mehr Breitband in Hessen". Die Steuerung dieses Projekts lag im Wirtschaftsministerium, die Leitung bei der Hessen Trade & Invest GmbH.

Die bisher in Projektform erfolgte Betreuung des Breitbandausbaus in Hessen hat seit Anfang 2016 das Breitbandbüro Hessen bei der Hessen Trade & Invest GmbH übernommen. Das Breitbandbüro Hessen dient allen Akteuren im Rahmen der landesweiten Breitbanderschließung als zentraler Ansprechpartner. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt für das Breitbandbüro Hessen ist die Betreuung der Ausbaugebiete sowohl in den peripheren Lagen als auch in den Mittelzentren.

Mit Hilfe von drei landesfinanzierten Stellen erfolgt die Beratung in der Region durch regionale Breitbandberater für Ost-, Süd- und Mittelhessen.

Ziele des Breitbandausbaus

Seit Dezember 2016 gibt es für alle hessischen Landkreise Lösungen für die flächendeckende Verlegung von Glasfaserleitungen bis zu den Verteilerkästen („Fibre to the Curb“ - FTTC). Bezieht man die konkrete und zeitnahe Versorgungsperspektive mit ein, kann festgestellt werden, dass damit Hessen sein Ziel, bis Ende 2018 eine flächendeckende Versorgung oder Versorgungsperspektive mit schnellem Internet von mindestens 50 Mbit/s zu schaffen, erreichen wird. Hessen hat zudem die Prognose laut hessischer Digitalstrategie bereits zwei Jahre früher erreicht: Über FTTB/H- und die TV-Kabelnetze kommt Hessen aktuell auf 62,5 Prozent an Haushalten mit mindestens 400 Mbit/s. Die Netze der TV-Kabelnetzbetreiber sind zudem über den technischen Standard „DOCSIS 3.1“ gigabitfähig. In nahezu allen Ortsteilen liegt somit mittlerweile die Glasfaser und bildet die Basis für den nun anschließenden FTTB/H-Ausbau. Denn nur der vollständige Glasfaser-Roll-Out kann die Basis für die wachsenden Anforderungen und Herausforderungen der Digitalisierung sein.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat daher auf dem 9. Hessischen Breitbandgipfel am 6. Juni 2018 in Frankfurt die Gigabitstrategie für Hessen vorgestellt. Die Gigabitstrategie setzt den hessischen Handlungsrahmen für die kommenden Jahre und fokussiert dabei unterschiedliche Kernsegmente. Zusammengefasst sind folgende Meilensteine für einen vorausschauenden Ausbau der bestehenden Netze nötig:

Das 1. Kernsegment beinhaltet den flächendeckenden Ausbau der Festnetzinfrastruktur

• Bis 2025: Bereitstellung gigabitfähiger Infrastrukturen unter besonderer Berücksichtigung der vorrangigen Anbindung der sozioökonomischen Einrichtungen inklusive Gewerbestandorte

• Bis 2030: Flächendeckender Ausbau von Glasfaseranschlussnetzen inklusive einer Glasfaser-Inhouse-Verkabelung (FTTH-Netze)

Das 2. Kernsegment beinhaltet die Weiterentwicklung der Mobilfunkinfrastruktur:

• Zügige Schließung der „weißen“ LTE-Flecken

• Versorgung der Verkehrswege

• Ab 2020 Start des 5G-Rollouts und der schrittweise Ausbau der 5G-Netze unter vorrangiger Berücksichtigung wichtiger Verkehrstrassen

Das 3. Kernsegment fokussiert den Ausbau der WLAN-Infrastrukturen:

• Ausbau von frei zugänglichen WLAN-Netzen, beispielsweise in öffentlichen Einrichtungen sowie an Plätzen und Tourismusstandorten

• Ausbau von WLAN-Netzen in Schulen und Bildungseinrichtungen

Die Realisierung einer solchen Gigabitstrategie ist komplex und langfristig. Hessen hat daher die Umsetzung bereits in Angriff genommen. Vordringlich ist aktuell die Glasfaseranbindung aller hessischen Schulen. Parallel geht die Hessische Landesregierung den Ausbau frei zugänglicher WLAN-Netze an. Das Förderprogramm „Digitale Dorflinde – WLAN-Förderung Hessen“, mit dem hessische Kommunen beim Ausbau des mobilen Internets über WLAN unterstützt werden, startet am 14. September in Biedenkopf. 

  • Zur Schließung von Lücken in der Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum hat die Landesregierung im August ein 50 Millionen Euro Förderprogramm angekündigt. Die Gelder sollen zwischen 2020 und 2024 bereitstehen und dazu führen, dass sich die Mobilfunk-Versorgung in Hessen mittelfristig wesentlich verbessert.
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