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Ausbildungsförderung während der Corona-Pandemie

Förderprogramme des Landes Hessen und des Bundes

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Eine junge Frau sitzt am Computer.
© iphoto / Fotolia

Die Corona-Pandemie soll die Ausbildungschancen junger Menschen in Hessen so wenig wie möglich beeinträchtigen. Die Hessische Landesregierung und die Bundesregierung unterstützen deshalb hessische Ausbildungsbetriebe dabei, bestehende Ausbildungsverhältnisse auch in Pandemie-Zeiten aufrechtzuerhalten und neue Ausbildungsplätze zu schaffen. 

Landes- und Bundesregierung haben Programme aufgelegt, die Ausbildungsbetriebe fördern, wenn sie bereits begonnene Ausbildungen fortführen, neu mit Ausbildungen beginnen oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. Bei den Landesprogrammen handelt es sich meistens um länger laufende Programme, deren Fördermittel allerdings für die Ausbildungsjahre 2020/2021 und 2021/2022 erheblich ausgeweitet werden. 

Die Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ wurde mit Wirkung vom 27.03.2021 ein zweites Mal geändert. 

Hier finden Sie einen kompakten Überblick über die Programme und Informationen zu Förderumfang, Voraussetzungen, Zielgruppen und Antragsstellung.  

Es gilt das Kumulierungsverbot: Mittel aus verschiedenen Programmen dürfen nicht für die gleichen Zwecke eingesetzt werden. 

 

Programme des Landes Hessen

 

Verbundausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen während der Corona-Pandemie 

  • Was wird gefördert? Ausbildungsverhältnisse:
    - mit Auszubildenden, die bis zum 1.10.2020 / 1.10.2021 keinen Ausbildungsvertrag abschließen konnten, 
    - in kleinen und mittleren Unternehmen mit unter 250 Beschäftigten, 
    - die in Kooperation mit Partnern in den Ausbildungsjahren 2020 oder 2021 als Verbundausbildungen begonnen werden 
  • Fördermittel: 
    • Zuschuss in Höhe der geleisteten monatlichen Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr 
    • Zuschuss zu den Kosten der externen Ausbildungstage im Rahmen der Verbundausbildung (68 € pro externen vollen Ausbildungstag, E-Learning mit 34 Euro) 
  • Antragsberechtigte: Ausbildungsbetriebe unter 250 Beschäftigten als Stammbetriebe, außer Bundes- und Landesbehörden; Bildungseinrichtungen, überbetriebliche Ausbildungsstätten, Wirtschaftsverbände und ausbildungsberechtigte Unternehmen als Verbundpartner von KMU Stammbetrieben
  • ​Mehr Infos zum Programm

Ausbildungsplatzförderung für Hauptschüler/innen

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Hauptschüler/innen 
  • Fördermittel: 50 % der Ausbildungsvergütung im ersten - und 25 %  im zweiten Ausbildungsjahr
  • Antragsberechtigte: Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden
    Antragsfrist: 31.10.2021

Ausbildungsplatzförderung für Abbrecher/innen, Altbewerber/innen und Jugendliche mit erhöhtem Sprachförderbedarf

  • Was wird gefördert? Fortsetzung von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben, nach Ausbildungsabbruch und nach Haftentlassung, Neuabschluss von Ausbildungsverträgen mit Altbewerber/innen (Vorjahr und früher) und bei erhöhtem Sprachförderbedarf (Altersgrenze unter 27 Jahre)​
  • Fördermittel: Zuschuss in Höhe der geleisteten tariflichen monatlichen Ausbildungsvergütung (längstens für 6 Monate)
  • Antragsberechtigte Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden
  • Mehr Infos beim Regierungspräsidium Kassel
 

Ausbildungskostenzuschuss für Benachteiligte

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverhältnissen nach BBiG/HwO mit Benachteiligten; Ausbildungen in der Altenpflege/ Altenpflegehilfe mit Benachteiligten
  • Fördermittel: 2.000 € pro Ausbildungsjahr, insgesamt höchstens 7.000 € bei einer dreieinhalbjährigen Ausbildung
  • Antragsberechtigte: Unternehmen, Verwaltungen und sonstige Ausbildungseinrichtungen

Gut ausbilden

  • Was wird gefördert? Qualifizierungen für Auszubildende nach BBiG/HwO und Ausbildungspersonal (kein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)
  • Fördermittel: bis zu 2.000 € pro Auszubildendem und Ausbildungsjahr
  • Antragsberechtigte: Ausbildungsbetriebe mit unter 50 Beschäftigten und Jahresumsatz von höchstens 10 Mio. Euro 
  • ​Mehr Infos bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen 

Hessisches Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen Schwerbehinderter 

  • Was wird gefördert? Prämien bei der Besetzung eines Ausbildungsplatzes mit schwerbehinderten Menschen
  • Fördermittel: Bis zu 14.000 €, je nach Art der Betroffenheit und Erfüllung der Beschäftigungsquote durch den Ausbildungsbetrieb
  • Antragsberechtigte: private und öffentliche Arbeitgeber
  • ​Mehr Infos beim Integrationsamt und dem Sozialministerium
 
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Programme des Bundes 

Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Aufrechterhaltung der Anzahl der Ausbildungsplätze
  • Fördermittel: 4.000 € für jedes mit Ausbildungsbeginn ab dem 01.06.2021 geschlossene Ausbildungsverhältnis (einmaliger Zuschuss)
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind
  • AntragBescheinigung Kammer / zuständige Stelle, Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Ausbildungsprämie plus bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Erhöhung der Anzahl der Ausbildungsplätze
  • Fördermittel: 6.000 € für jedes mit Ausbildungsbeginn ab dem 01.06.2021 zusätzlich geschlossene Ausbildungsverhältnis (einmaliger Zuschuss)
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind
  • AntragBescheinigung Kammer / zuständige Stelle. Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und zur Ausbildervergütung)

  • Was wird gefördert? Fortsetzung von Ausbildung ohne Kurzarbeit
  • Fördermittel: (ab August 2020), 50 % der Vergütung des Ausbilders für jeweils bis zu zehn Auszubildende (ab März 2021)
    Eine Zuschussgewährung kann letztmalig für den Monat Dezember 2021 erfolgen.
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die ihre Ausbildungsaktivitäten trotz erheblichem Arbeitsausfall von mind. 50 % infolge der COVID-19-Krise fortgesetzt haben und an die Kurzarbeitergeld geleistet worden ist.  Anzeige auf Fortsetzung der AusbildungAntragBescheinigung Kammer / zuständige Stelle, Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Übernahmeprämie 

  • Was wird gefördert? Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz
  • Fördermittel: 6.000 € für jeden Auszubildenden der zwischen dem 01.08.2020 und dem 31.12.2021 übernommen wurde (einmalige Übernahmeprämie)
  • Antragsberechtigte: Betriebe, die Auszubildende bis zum 31.12.2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen, deren Ausbildung vorzeitig aufgrund der Pandemie durch Insolvenz, Kündigung oder Auflösungsvertrag beendet wurde. Die Prämie ist unabhängig von der Betriebsgröße. 
  • AntragBescheinigung zuständige Stelle / Kammer, Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Auftrags-und Verbundausbildung

  • Was wird gefördert? Auftrags- oder Verbundausbildung von Auszubildenden, die ihre Ausbildung aus pandemiebedingten Gründen zeitweise beim Stammausbildungsbetrieb nicht beginnen oder fortsetzen können. Mindestdauer: 4 Wochen
  • Fördermittel: 450 € pro Woche, maximal 8.100 €
  • Antragsberechtigte:  
    • der Ausbildungsbetrieb mit bis 499 Mitarbeitenden
    • der aufnehmende Betrieb (unabhängig von der Größe)
    • Träger von Berufsausbildungsstätten​
  • Mehr Infos zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" bei Knappschaft Bahn-See

Zuschuss zu Prüfungsvorbereitungslehrgängen

  • Was wird gefördert? Unterstützung von externen - auch digitalen - Prüfungsvorbereitungslehrgängen
  • Fördermittel: je Auszubildender/n einmalig 50 % der Kosten, maximal 500 €
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind
  • Mehr Infos zum Bundesprogramm bei der Knappschaft Bahn-See

 Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen

  • Was wird gefördert? Unterstützung von auszubildenden Kleinstunternehmen mit bis zu vier Mitarbeitenden
  • Fördermittel: einmalig 1.000 €
  • Antragsberechtigte: Ausbildende Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit  aufgrund oder in mittelbarer Folge corona-bedingter behördlicher Anordnung seit November 2020 oder später nicht oder nur noch in geringerem Umfang haben ausüben können (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants, bei Geschäfts-reisenden im Hotelbetrieb oder bei „call/click and collect“-Modellen des Einzelhandels)  und die trotz pandemie-bedingter Einschränkungen bei ihrer Geschäftstätigkeit die Ausbildung an mind. 30 Tagen fortgesetzt haben.
  • Antragsfrist: 31.07.2021
  • Mehr Infos zum Antrag bei der Arbeitsagentur

Ergänzende Hinweise

In erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen ist ein Ausbildungsbetrieb, sofern

  • entweder seit Januar 2020 wenigstens für einen Zeitraum, der vor dem Ausbildungsbeginn liegt, von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld geleistet worden ist, oder
  • der Umsatz seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Monat im Jahr 2019 eingebrochen ist.

Bei einem Ausbildungsbetrieb, der nach April 2019 gegründet worden ist, wird der Vergleich der Umsätze von November und Dezember 2019 herangezogen.

Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten. Sie können die Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ nicht mit Förderungen auf anderen rechtlichen Grundlagen oder nach anderen Programmen des Bundes oder der Länder kombinieren, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben.

Die Gewährung der Ausbildungsprämie und der Ausbildungsprämie plus erfolgt erst nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit der / des Auszubildenden.

Eine Gewährung der Prämie kann nur erfolgen, wenn sie rechtzeitig beantragt und der Antrag auf den Formularen der Bundesagentur für Arbeit eingereicht wird. Andere Antragsunterlagen und Bescheinigungen als die, die über die Internetpräsenz der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt werden, können nicht als vollständige Antragstellung berücksichtigt werden.

Ausfüllhilfen für Arbeitgeber und einen Katalog mit Fragen und Antworten stehen auf dem Internetauftritt der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

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