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Ausbildungsförderung während der Corona-Pandemie

Förderprogramme des Landes Hessen und des Bundes

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Eine junge Frau sitzt am Computer.
© iphoto / Fotolia

Die Corona-Pandemie soll die Ausbildungschancen junger Menschen in Hessen so wenig wie möglich beeinträchtigen. Die Hessische Landesregierung und die Bundesregierung unterstützen deshalb hessische Ausbildungsbetriebe dabei, bestehende Ausbildungsverhältnisse auch in Pandemie-Zeiten aufrechtzuerhalten und neue Ausbildungsplätze zu schaffen. 

Landes- und Bundesregierung haben Programme aufgelegt, die Ausbildungsbetriebe fördern, wenn sie bereits begonnene Ausbildungen fortführen, neu mit Ausbildungen beginnen oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. Die Bundesförderung konzentriert sich ausschließlich auf das Ausbildungsjahr 2020. Bei den Landesprogrammen handelt es sich meistens um länger laufende Programme, deren Fördermittel allerdings für das Ausbildungsjahr 2020/2021 erheblich ausgeweitet werden. 

Hier finden Sie einen kompakten Überblick über die Programme und Informationen  zu Förderumfang, Voraussetzungen, Zielgruppen und Antragsstellung.  

Es gilt das Kumulierungsverbot: Mittel aus verschiedenen Programmen dürfen nicht für die gleichen Zwecke eingesetzt werden. 

 

Programme des Landes Hessen

 

Verbundausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen während der Corona-Pandemie 

  • Was wird gefördert? Ausbildungsverhältnisse:
    - mit Auszubildenden, die bis zum 1.10.2020 / 1.10.2021 keinen Ausbildungsvertrag abschließen konnten, 
    - in kleinen und mittleren Unternehmen mit unter 250 Beschäftigten, 
    - die in Kooperation mit Partnern in den Ausbildungsjahren 2020 oder 2021 als Verbundausbildungen begonnen werden 
  • Fördermittel: 
    • Zuschuss in Höhe der geleisteten monatlichen Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr 
    • Zuschuss zu den Kosten der externen Ausbildungstage im Rahmen der Verbundausbildung (68 € pro externen vollen Ausbildungstag) 
  • Antragsberechtigte: Ausbildungsbetriebe unter 250 Beschäftigten als Stammbetriebe, außer Bundes- und Landesbehörden; Bildungseinrichtungen, überbetriebliche Ausbildungsstätten, Wirtschaftsverbände und ausbildungsberechtigte Unternehmen als Verbundpartner von KMU Stammbetrieben

​Mehr Infos zum Programm

 

 

 

Ausbildungsplatzförderung für Hauptschüler/innen

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Hauptschüler/innen (Schulabgänger/innen 2020 für Ausbildungsbeginn 2020
  • Fördermittel: 50 % der Ausbildungsvergütung im ersten - und 25 %  im zweiten Ausbildungsjahr
  • Antragsberechtigte: Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden
    Antragsfrist: 31.10.2020
 

Ausbildungsplatzförderung für Abbrecher/innen, Altbewerber/innen und Jugendliche mit erhöhtem Sprachförderbedarf

  • Was wird gefördert? Fortsetzung von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben, nach Ausbildungsabbruch und nach Haftentlassung, Neuabschluss von Ausbildungsverträgen mit Altbewerber/innen (Vorjahr und früher) und bei erhöhtem Sprachförderbedarf (Altersgrenze unter 27 Jahre)​
  • Fördermittel: Zuschuss in Höhe der geleisteten tariflichen monatlichen Ausbildungsvergütung (längstens für 6 Monate)
  • Antragsberechtigte Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden
 

Ausbildungskostenzuschuss für Benachteiligte

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverhältnissen nach BBiG/HwO mit Benachteiligten; Ausbildungen in der Altenpflege/ Altenpflegehilfe mit Benachteiligten
  • Fördermittel: 2.000 € pro Ausbildungsjahr, insgesamt höchstens 7.000 € bei einer dreieinhalbjährigen Ausbildung
  • Antragsberechtigte: Unternehmen, Verwaltungen und sonstige Ausbildungseinrichtungen
    Antragsfrist: 30.09.2020
 

Gut ausbilden

  • Was wird gefördert? Qualifizierungen für Auszubildende nach BBiG/HwO und Ausbildungspersonal (kein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)
  • Fördermittel: bis zu 2.000 € pro Auszubildendem und Ausbildungsjahr
  • Antragsberechtigte: Unternehmen, Verwaltungen und sonstige Ausbildungseinrichtungen

Antragsfrist: 30.09.2020

 

Hessisches Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen Schwerbehinderter (HePAS 2020)

  • Was wird gefördert? Prämien bei der Besetzung eines Ausbildungsplatzes mit schwerbehinderten Menschen
  • Fördermittel: bis zu 2.000 € pro Auszubildendem und Ausbildungsjahr
  • Antragsberechtigte: Unternehmen, Verwaltungen und sonstige Ausbildungseinrichtungen
    Antragsfrist: 30.09.2020
​Mehr Infos beim Integrationsamt und dem Sozialministerium
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Programme des Bundes 

 

Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Aufrechterhaltung der Anzahl der Ausbildungsplätze
  • Fördermittel: 2.000 € für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag (einmaliger Zuschuss)
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind

Ausbildungsprämie plus bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

  • Was wird gefördert? Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Erhöhung der Anzahl der Ausbildungsplätze
  • Fördermittel: 3.000 € für jeden über das frühere Ausbildungsniveau zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag (einmaliger Zuschuss)
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind

 

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit

  • Was wird gefördert? Fortsetzung von Ausbildung ohne Kurzarbeit
  • Fördermittel: 75 % der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat ohne Kurzarbeit für Azubi und Ausbilder (außerhalb der Zeiten des Berufsschulunterrichts der Azubi) befristet bis zum 31.12.2020
  • Antragsberechtigte: KMU (Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern), die ihre Ausbildungsaktivitäten trotz erheblichem Arbeitsausfall infolge der COVID-19-Krise (mindestens 50 %) fortsetzen 

Anzeige auf Fortsetzung der AusbildungAntragBescheinigung Kammer / zuständige StelleHinweisblatt De-minimis-Regelung

 

Übernahmeprämie bei Insolvenz

  • Was wird gefördert? Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz
  • Fördermittel: 3.000 € für jeden Auszubildenden (einmalige Übernahmeprämie)
  • Antragsberechtigte: KMU, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen 

AntragBescheinigung zuständige Stelle / KammerHinweisblatt De-minimis-RegelungBescheinigung des Insolvenzverwalters

 

Ergänzende Hinweise

In erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen ist ein Ausbildungsbetrieb, der

  • im ersten Halbjahr 2020 wenigstens in einem Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder
  • dessen Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei einem Ausbildungsbetrieb, der nach April 2019 gegründet worden ist, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Wurde das Unternehmen nach April 2019 gegründet, gelten November und Dezember 2019 als Vergleichszeitraum.

Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten. Sie können die Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ nicht mit Förderungen auf anderen rechtlichen Grundlagen oder nach anderen Programmen des Bundes oder der Länder kombinieren, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben.

Die Gewährung der Ausbildungsprämie und der Ausbildungsprämie plus erfolgt erst nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit der / des Auszubildenden. Es werden ausschließlich Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen.

Eine Gewährung der Prämie kann nur erfolgen, wenn sie rechtzeitig beantragt und der Antrag auf den Formularen der Bundesagentur für Arbeit eingereicht wird. Andere Antragsunterlagen und Bescheinigungen als die, die über die Internetpräsenz der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt werden, können nicht als vollständige Antragstellung berücksichtigt werden.

Ausfüllhilfen für Arbeitgeber und einen Katalog mit Fragen und Antworten stehen auf dem Internetauftritt der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

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