Evaluierung LandesticketHessen

Das HMWEVW hat in Abstimmung mit dem HMdIS das Mobilitäts verhalten der  Landesbediensteten untersucht: einmal 2017 - vor Einführung des Landestickets - sowie nach einem Jahr der Nutzung. Durchgeführt wurden die Untersuchungen von infas als Teil der hessischen Aufstockung der Untersuchung Mobilität in Deutschland (MID).

Teilnehmer

  • Im Jahr 2017 hatten an der Untersuchung 10.365 Landesbedienstete teilgenommen,
  • 2018 waren es 11.472: Dabei haben allerdings 3.284 Personen aus der Untersuchung 2017 nicht mehr teilgenommen, aber es kamen 4.391 Personen hinzu.
  • 7.081 Landesbedienstete haben 2017 und 2018 an den Erhebungen teilgenommen.
  • Die Kontaktaufnahme erfolgte per E-Mail (2017) bzw. mit Hilfe eines Anschreibens, das bei der Ausgabe des Tickets verteilt wurde.

Verglichen werden die Daten zum Mobilitätsverhalten der Landesbediensteten mit Ergebnissen der MID 2017 zu den Beschäftigten in Hessen (die Veröffentlichung des Berichtes zu Hessen ist für Februar 2020 vorgesehen).

Ergebnisse

  • Wesentliches Ergebnis ist eine Steigerung des ÖV auf allen Wegen zwischen 2017 und 2018 von 16% auf 31% (vgl. Abb 1 – im Bericht Abb 5 auf S. 21/in der Präsentation S. 10).
  • Besonders erfreulich ist, dass das Landesticket nicht nur auf den Arbeitswegen genutzt wird, sondern auch deutlich darüber hinaus: So haben sich die ÖV-Anteile bei allen Wegezwecken erhöht und teilweise sogar mehr als verdoppelt (vgl. Abb. 2 – im Bericht Abb. 6 auf S. 22/in der Präsentation S. 13).
  • Mit Landesticket ist es damit gelungen – verglichen mit allen Berufstätigen in Hessen – eine deutliche Steigerung der Nutzungsintensität des ÖPNV zu erreichen und dies, ohne dass dies zu Lasten der Nahmobilität gegangen wäre.
  • Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass die Landesbediensteten verglichen mit den Berufstätigen im Allgemeinen deutlich „multimodaler“ sind und Verkehrsmittel miteinander zu multimodalen Wegeketten verknüpfen (vgl. Abb. 3 – im Bericht Abb. 11, S. 26/in der Präsentation S. 19).
  • Die Abb. 4 (im Bericht Abb. 15, S. 30/in der Präsentation S. 24) dokumentiert noch einmal, dass keine Kannibalisierung der zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegten Wege stattgefunden hat und dass im Bereich der multimodalen Wegeketten der größte Zuwachs zu verzeichnen war.

Abb .1 – Hauptverkehrsmittel auf den Wegen im Zeitvergleich (Modal Split)

Hauptverkehrsmittel auf den Wegen im Zeitvergleich (Modal Split)
Hauptverkehrsmittel auf den Wegen im Zeitvergleich (Modal Split)

Abb 2 – Wegezweck nach Hauptverkehrsmittel im Zeitvergleich

Wegezweck nach Hauptverkehrsmittel im Zeitvergleich

Abb. 3 – Verkehrsmittelnutzung im üblichen Wochenverlauf (Multimodalität)

Verkehrsmittelnutzung im üblichen Wochenverlauf (Multimodalität)

Abb. 4 – Veränderung der üblichen Verkehrsmittelnutzung im Wochenverlauf, Vergleich 2017 und 2018

Veränderung der üblichen Verkehrsmittelnutzung im Wochenverlauf, Vergleich 2017 und 2018

Bedenkt man, dass das Mobilitätsverhalten überaus stark von täglichen Routinen geprägt ist und Verhaltensänderungen eher lange Zeiträume in Anspruch nehmen, sind die durch das Landesticket erreichten Veränderungen im Mobilitätsverhalten binnen eines Jahres bemerkenswert und ein großer Erfolg.

Es wird empfohlen, in ca. drei bis vier Jahren eine erneute Befragung durchzuführen, um zu prüfen, ob sich

a) langfristige Verhaltensänderungen eingestellt haben und

b) ob ggf. Personen, die erst nach Einführung des Tickets in den Landesdienst eingetreten sind, ein stärker durch das Landesticket beeinflusstes (multimodales) Mobilitätsverhalten zeigen.

Aktuell lässt sich festhalten, dass mit dem Ticket im Jahr 2018 rd. 30.000 t CO2 in der Alltagsmobilität der Landesbediensteten eingespart wurden (ca. -5 %).

Schließen