Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Fluglärmschutz

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Fluglärmmessung
© Fraport AG

Bei dem Ausbau des Flughafens berücksichtigt die Landesregierung die Interessen der in seiner Umgebung wohnenden Menschen. Unzumutbare Härten sollen verhindert werden.

Nach dem Lärmschutzkonzept des Planfeststellungsbeschlusses vom 18.12.2007 ist es nach Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest in der Zeit von 23.00 bis 05.00 Uhr zu deutlich weniger Fluglärmbelastung für die Bevölkerung im Rhein/Main-Gebiet gekommen.

So sind - wie im Mediationsergebnis vorgesehen - in der Zeit von 23.00 bis 05.00 Uhr künftig keine planmäßigen Flüge mehr zugelassen. Die Landebahn Nordwest wird im selben Zeitraum gesperrt mit der Folge, dass in dieser Zeit unter den Anflugbereichen der neuen Landebahn ein absolutes Nachtflugverbot herrscht und somit keine neuen Betroffenheiten entstehen.

Aber auch für die Nachtrandstunden (22.00 bis 23.00 Uhr und 05.00 bis 06.00 Uhr) stellt der Planfeststellungsbeschluss sicher, dass die Lärmbelastungen für die Flughafenanrainer trotz des Ausbaus nicht wesentlich über das hinausgehen können, was derzeit gilt. Im Planfeststellungsbeschluss ist für diese beiden Stunden de facto eine Zahl von durchschnittlich 133 planmäßigen Flugbewegungen pro Nacht festgeschrieben, was im Wesentlichen den Flugbewegungszahlen vergangener Jahre entspricht. Trotz der Erweiterung des Frankfurter Flughafens werden die Flugbewegungen also auch in den sogenannten Nachtrandstunden gedeckelt. Eine solche Obergrenze hatte die Mediation nicht für möglich gehalten.

Darüber hinaus hat die Hessische Landersregierung im Frühjahr 2012 die Allianz für Lärmschutz ins Leben gerufen. Diese hat 19 Maßnahmen des aktiven Schallschutzes vereinbart, von denen viele bereits umgesetzt wurden.

Neben der Verbesserung des aktiven Schallschutzes zielt die Gemeinsame Vereinbarung auch auf eine Verminderung der Auswirkungen des Fluglärms in der Region durch Maßnahmen des passiven Schallschutzes. Insgesamt werden seitens der Hessischen Landesregierung und der Fraport AG 335 Mio. Euro für den passiven Schallschutz zur Verfügung gestellt.

Die Fraport AG stockt zu diesem Zweck das freiwillige Immobilienprogramm CASA über ein Mittelvolumen von 250 Millionen Euro auf weitere 70 Millionen Euro aus. Mit der finanziellen Aufstockung des Programms verbunden ist eine Ausweitung der Verkaufsoption in den durch niedrige Anflüge auf die Landebahn Nordwest neu betroffenen Gebieten.
Darüber hinaus hat die Hessische Landesregierung gemeinsam mit der Fraport AG einen Regionalfonds eingerichtet, mit dem Mittel in Höhe von 265 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Dieser Fonds setzt sich aus Barmitteln in Höhe von 115 Mio. Euro sowie Darlehensmitteln in Höhe von 150 Mio. Euro zusammen. Mit den Fondsmitteln sollen drei Säulen gefördert werden:

Eigentümer von Wohnimmobilien erhalten Zuschüsse und zinsvergünstigte Darlehen für die Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen des passiven Schallschutzes und zur Verbesserung des Raumklimas sowie zinsvergünstigte Darlehen zur Finanzierung von Nebenkosten, die durch den Verkauf und Neuerwerb einer Immobilie bedingt sind.

An Schulen und Kindertageseinrichtungen, die in der Tag-Schutzzone 1 des Lärmschutzbereichs für den Verkehrsflughafen Frankfurt Main gelegen sind, werden Zuschüsse für die Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen des passiven Schallschutzes und zur Verbesserung des Raumklimas geleistet.

Bestimmte Gemeinden im Umfeld des Flughafens erhalten Zuschüsse zur nachhaltigen Kommunalentwicklung. Die Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung von Maßnahmen des passiven Schallschutzes und der nachhaltigen Kommunalentwicklung, die die Vergabe der Fördermittel regeln, sind mit Wirkung vom 01.01.2013 in Kraft getreten.

Informationen zu dem Regionalfonds, Antragsberechtigung und Förderverfahren finden Sie auf folgenden Internetseiten: