Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Sicherheit auf Landstraßen

Tempo 100 nur noch auf längeren Strecken

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Schild mit Tempolimit 100
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Ein Erlass des Hessischen Verkehrsministeriums erleichtert die Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Strecken von weniger als einem Kilometer Länge, wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Dienstag mitteilte. Er begründete dies mit der besonderen Gefahr durch waghalsige Überholmanöver an solchen Stellen.

Riskante Überholmanöver auf kurzen Abschnitten

Das Risiko liege sowohl in objektiven Bedingungen - etwa schlechten Sichtverhältnissen - wie auch im Verhalten der Fahrer, heißt es in dem Erlass: „Die Erfahrungswerte zeigen, dass gerade in Kenntnis der kurzen Wegstrecke die Bereitschaft von Fahrzeugführern steigt, riskante Überholmanöver einzuleiten.“ Daher sei es grundsätzlich sachgerecht, dort Tempo 70 anzuordnen.

Grundsätzlich gilt außerhalb von Ortschaften - abgesehen von Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen - eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. An Kreuzungen wird sie in der Regel auf 70 Stundenkilometer beschränkt, ebenso an Gefahrstellen oder aus Gründen des Lärmschutzes. Der Erlass zielt auf kurze freie Abschnitte zwischen zwei Geschwindigkeitsbeschränkungen.

„Unser Erlass definiert allgemein die Gefahrenlage, die von diesen Strecken ausgeht. Das ist eine Hilfe für die zuständigen Straßenverkehrsbehörden, das rechtliche Instrumentarium im Sinne der Verkehrssicherheit anzuwenden, wenn sie die Notwendigkeit sehen“, erläuterte Al-Wazir. „Den einzelnen Autofahrer kostet es nur ein paar Sekunden; das sollte uns der Gewinn an Sicherheit wert sein. Zudem fließt der Verkehr gleichmäßiger und leiser, wenn die Höchstgeschwindigkeiten nicht mehr in kurzem Rhythmus wechseln.“

Hauptunfallursache: überhöhte Geschwindigkeit

Laut Verkehrsbericht 2014 sind im vergangenen Jahr auf außerörtlichen Kreis-, Landes- und Bundesstraßen in Hessen 130 Menschen ums Leben gekommen – 15 mehr als im Jahr zuvor. Hauptunfallursache war überhöhte Geschwindigkeit. „Die Zahlen zeigen, dass wir gerade auf den Landstraßen etwas gegen Raser unternehmen müssen“, sagte Al-Wazir.

Wie der Minister weiter mitteilte, dringt das hessische Verkehrsministerium zudem darauf, dass aus Sicherheitsgründen angeordnete Tempolimits grundsätzlich nur noch dann aufgehoben werden, wenn die Gefahrenursachen – wie schwierige Streckenverhältnisse oder hohe Verkehrsbelastung – nicht mehr bestehen oder sich zumindest abgeschwächt haben. Dies ist Inhalt eines weiteren Erlasses an die Regierungspräsidien sowie an Hessen Mobil: „Wenn in einem solchen Fall die Unfallzahlen nachlassen, muss das offensichtlich an der Geschwindigkeitsbeschränkung liegen. Es wäre deshalb absurd, diese wieder aufzuheben, solange die objektiven Risikofaktoren nicht beseitigt sind“, erläuterte der Minister.

Angeordnet werden Geschwindigkeitsbeschränkungen von den jeweiligen Straßenverkehrsbehörden. Dies sind je nach Straßengruppe die örtlichen Bürgermeister, Landräte oder Oberbürgermeister. Für Autobahnen sowie Straßen besonderer Verkehrsbedeutung ist Hessen Mobil zuständig.

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