Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
IAB-Betriebspanel

Nur jede vierte Top-Führungskraft ist weiblich

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Frau im Büro
© Thinkstockphotos

Frauen in Führungspositionen sind immer noch keine Selbstverständlichkeit. Einschneidende Fortschritte konnten nur bedingt verzeichnet werden, wie das am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichte IAB-Betriebspanel ergeben hat. Danach hat sich die Zahl der Frauen in den höchsten Hierarchiestufen zwar erhöht, ihr Anteil stagniert jedoch bei knapp einem Viertel aller Führungskräfte.

2014 waren in Hessen knapp 53.000 Frauen in der ersten Führungsebene

In Betrieben mit 50 bis zu 249 Beschäftigten erhöhte sich der Frauenteil auf der ersten Führungsebene erneut um drei Prozentpunkte. Damit fiel der Anteil weiblicher Führungskräfte auf der ersten Ebene mehr als doppelt so hoch aus wie noch vor zehn Jahren. Auch n Kleinbetrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten stieg der Anteil von Frauen in Führungspositionen leicht an, während in großen Betrieben mit über 250 Beschäftigten kein weiterer Zuwachs zu beobachten ist und in den sehr kleinen Betrieben mit unter 10 Beschäftigten der Anteil der Frauen in Leitungsfunktion sogar deutlich zurückging.

Deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftszweigen

Im Vergleich der Branchen schneidet der Öffentliche Dienst am schlechtesten ab. Obwohl die Mehrheit der Beschäftigten in der Öffentliche Verwaltung weiblich ist, ist nur etwa jede sechste Führungsposition auf der ersten Ebene mit einer Frau besetzt. Auch im Bau- und dem Verarbeitenden Gewerbe fehlt es noch an Frauen in Führungspositionen. Besonders viele Frauen auf der obersten Hierarchieebene finden sich bei den Sonstigen Dienstleistungen.

Frauenanteil auf der zweiten Führungsebene ist gewachsen

In knapp 30 Prozent der hessischen Betriebe existiert unterhalb der ersten noch eine zweite Führungsebene. Dort sind in Hessen etwa 48.800 Frauen beschäftigt. Der Frauenanteil von 39 Prozent liegt zwar immer noch unter ihrem Anteil an den Gesamtbeschäftigten, aber deutlich über dem der ersten Führungsebene. Der Anteil ist gegenüber 2012 unverändert geblieben. Optimistisch stimmt jedoch die Tatsache, dass sich in Großbetrieben der Anteil kontinuierlich erhöht und innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt hat. Ein Zeichen dafür, dass die hierarchische Durchlässigkeit in Großbetrieben zumindest unterhalb der ersten Führungsebene gewachsen ist.

Jede fünfzehnte Führungskraft arbeitet in Teilzeit

Knapp jeder fünfte Betrieb in Hessen gibt an, dass Führungspositionen auf der ersten oder zweiten Führungsebene grundsätzlich auch in Teilzeit ausgeübt werden können. Besonders häufig bieten Betriebe der Öffentlichen Verwaltung diese Option an, während dies in der Baubranche praktisch keine Rolle spielt. Tatsächlich wird Teilzeitführung in 59 Prozent der Betriebe, die diese Möglichkeit einräumen, auch realisiert. Nach Angaben der Betriebe sind etwa 35 Prozent der Teilzeitführungskräfte männlich, d.h. dass die Attraktivität eines solchen Modells bei beiden Geschlechtern gesehen wird.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch TNS Infratest Sozialforschung befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Finanziert werden die hessischen Zusatzauswertungen durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie den Europäischen Sozialfonds.

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