Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Berufliche Bildung

Neue Vereinbarung für Berufseinsteiger

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Kugel mit unterschiedlichen Begriffe wie Bildung, Uni, Studium
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Jeder Jugendliche in Deutschland soll nahtlos von der Schule in die berufliche Ausbildung übergehen. Dazu braucht es eine gesicherte Berufswahlentscheidung und eine systematische Berufs- und Studienorientierung. Um dies zu erreichen, hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka zusammen mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, dem Hessischen Kultusminister R. Alexander Lorz, dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, eine neue Bund-Länder-Vereinbarung zur Initiative Bildungsketten unterzeichnet.

Berufliche Orientierung und individuelle Förderung

Ziel ist es, ein kohärentes System der beruflichen Orientierung und der individuellen Förderung aufzubauen und einen reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf sicherzustellen. Durch Potenzialanalysen erfahren Jugendliche im Rahmen der Initiative Bildungsketten mehr über ihre Neigungen, Kompetenzen und Stärken. Anschließend können sie ganz praktisch und wirklichkeitsnah über zwei Wochen mindestens drei Berufsfelder kennenlernen. Hessen ist nach Hamburg das zweite Land, mit dem erneut eine Vereinbarung der Initiative Bildungsketten geschlossen wird. Geplant ist, mit allen Ländern eine Vereinbarung abzuschließen.

„Der Bund, das Land Hessen und die Bundesagentur für Arbeit arbeiten Hand in Hand, um junge Menschen bei der Berufswahl bestmöglich zu unterstützen. Viele Jugendliche sind sich unsicher über ihre Stärken und fragen sich, welcher Beruf am besten zu ihnen passt. Mit Potenzialanalysen und Angeboten zur Berufsorientierung unterstützen wir Schülerinnen und Schüler frühzeitig darin, erste praktische Erfahrungen mit der Berufswelt zu sammeln. Das hilft ihnen bei ihrer künftigen Berufswahl“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Einfacher in den Beruf einsteigen

„Ich begrüße es sehr, dass Hessen sich als eines der ersten Bundesländer engagiert und wir in der Initiative Bildungsketten an einem Strang ziehen. Damit stimmen Bund, Länder und Bundesagentur für Arbeit ihre guten Angebote am entscheidenden Übergang von Schule und Beruf künftig noch enger ab - mit dem Ziel, möglichst vielen jungen Leuten einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Dadurch setzen wir ein starkes Zeichen für effizientere Bildung und bessere Ausbildungsperspektiven“, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Bis Ende 2020 sollen wichtige Schritte auf den Weg gebracht werden, damit junge Menschen in Hessen den Schulabschluss besser bewältigen, schneller in betriebliche Ausbildung oder ein Studium einmünden und ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. Die „Glieder der Bildungskette“ werden mit den neuen Bund-Länder-Vereinbarungen nun ausgebaut und engmaschig miteinander verbunden. Bund und Land verzahnen dazu ihre Förderungen.

 

„Neben den Schülerinnen und Schülern der Bildungsgänge Haupt- und Realschule erkunden zukünftig auch die Jugendlichen mit dem ‚Förderschwerpunkt Lernen‘ frühzeitig ihre Kompetenzen mit erprobten Verfahren. Wir sind davon überzeugt, dass damit die Berufswahl noch besser gelingt“, sagte der Hessische Kultusminister R. Alexander Lorz: „Auch für die Gymnasiasten gehört jetzt die Berufs- und Studienorientierung, begleitet vom Berufswahlpass, zum schulischen Alltag.“

Mehr Praxiserfahrung für Schüler

„Jeder Jugendliche soll die Möglichkeit haben, ab der 8. Klasse praktische Berufserfahrung zu sammeln“, sagte Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Dazu werden die Angebote an praktischer Berufsorientierung bedarfsgerecht erhöht und die Werkstatttage in Berufsbildungseinrichtungen weiter ausgebaut.

„Eltern haben als Vorbilder und Ratgeber maßgeblichen Einfluss darauf, welchen Weg ihre Kinder nach der Schule einschlagen. Es gibt bereits Informations- und Beratungsangebote, wie sie ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können. Wir wollen in Pilotprojekten diese Angebote intensivieren und verbessern“, sagte der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Schule

Berufseinstiegsbegleitungen unterstützen Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Der schulische Übergangsbereich soll reformiert werden und konsequenter zur Ausbildung hinführen. Hauptamtliche Beratungskräfte des Landesprogramms „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Schule“ (QuABB) und ehrenamtliche Ausbildungsbegleiter der Bundesinitiative „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ (VerA) arbeiten in der Begleitung von Auszubildenden zusammen, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern. QuABB-Standorte wird es ab 2016 in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt geben. Studienzweifler erhalten durch das hessische Netzwerk zur Integration von Studienabbrechern (N.I.S.) Orientierung für einen beruflichen Weg auch jenseits des Studiums. Diese Vorhaben der Initiative Bildungsketten für Hessen sind schon im Bündnis Ausbildung Hessen als zentrale Inhalte verabschiedet und vom hessischen Bildungsgipfel einvernehmlich bestätigt worden. Hessen kann nun, gestützt auf die Initiative Bildungsketten, schneller und besser seine Agenda für den Übergang Schule – Beruf umsetzen.

Bereits durch die erste Vereinbarung aus dem Jahr 2010 wurden wichtige Voraussetzungen für eine systematische und flächendeckende Berufsorientierung und den direkten Übergang von der Schule in Ausbildung geschaffen. Dieser Prozess wird nun fortgesetzt und intensiviert.

 

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