Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Ausbildung

Hessen setzt erfolgreiche Programme fort

​Hessische Unternehmen erhalten auch im kommenden Jahr Zuschüsse, wenn sie Hauptschulabsolventen unmittelbar nach Schulabgang als Auszubildende einstellen. Wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir heute mitteilte, wird das Förderprogramm „Ausbildungsstellen für Hauptschüler/-innen“ im Jahr 2017 fortgesetzt.

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Fachlehrkraft für arbeitstechnische Fächer
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„In unseren hessischen Jugendlichen steckt das größte Potenzial, um den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu decken. Ich appelliere insbesondere an Betriebe aus Branchen mit sich abzeichnendem Fachkräftemangel, sich verstärkt um die Ausbildung des eigenen Nachwuchses zu kümmern. Das Hessische Wirtschaftsministerium unterstützt sie dabei“, sagte der Minister.

Bessere Chancen für Hauptschüler

Das 2016 neu aufgelegte Programm soll die Chancen von Hauptschülerinnen und Hauptschülern auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz verbessern. Das Land übernimmt im ersten Ausbildungsjahr 50 % der Ausbildungsvergütung, im zweiten Jahr 25 %. In diesem Jahr sind 314 Hauptschülerinnen und -schüler aus dem Programm gefördert worden. Im Etat 2017 sind erneut rund 2 Mio. Euro eingeplant.

Arbeitgeber müssen dafür bis Ende März 2017 betriebliche Ausbildungsverträge mit Jugendlichen abschließen, die höchstens einen Hauptschulabschluss erlangen werden und ihre Ausbildung direkt im Anschluss an die Schulentlassung im Ausbildungsjahr 2017 beginnen. Zudem müssen die Jugendlichen als Ausbildungsplatzbewerber bei der Arbeitsverwaltung gemeldet sein. Anträge sind bis zum 31. März 2017 an das Regierungspräsidium Kassel zu richten. Unter www.rp-kassel.hessen.de stehen sie zum Download bereit.

Mehr junge Menschen für duale Ausbildung gewinnen

Al-Wazir bezeichnete es als vorrangiges Ziel der Landesregierung, mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen, die vielfältige Perspektiven bietet. Neben dem Hauptschüler-Programm gibt es dazu mehrere weitere Ansätze:

  • In Schulen und Berufsberatungsstellen fördert das Wirtschaftsministerium ergänzende, über das Regelangebot hinausgehende Maßnahmen der Berufsorientierung wie etwa Projekte zur Heranführung an naturwissenschaftlich-technische Berufe. Eine fundierte Auswahl ist ein wesentlicher Faktor für den späteren Ausbildungserfolg. Dafür stehen jährlich. rund 1,4 Mio. Euro bereit, die etwa zur Hälfte aus Mitteln der Regionaldirektion der Bundesanstalt für Arbeit und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden,.
  • Das Programm Ausbildungsplatzförderung fördert Ausbildungsplätze, die besetzt werden mit
    •    Altbewerberinnen oder Altbewerbern,
    •    Ausbildungsabbrechern,
    •    Bewerberinnen und Bewerbern mit Sprachförderbedarf oder
    •    Haftentlassenen, die im Gefängnis eine Ausbildung begonnen haben.  
      Für das kommende Jahr sind 1,85 Mio. Euro vorgesehen. Das reicht für etwa 463 Ausbildungsplätze.
  • Das Programm gut ausbilden unterstützt Kleinstunternehmen dabei, Nachwuchs zu gewinnen und mit wettbewerbsfähiger Ausbildungsqualität an sich zu binden. Gefördert werden Qualifizierungs- und Beratungsmodule für Leitungspersonal, Ausbildungspersonal und Auszubildende. Jährlich stehen gut eine Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bereit.
  • Für Auszubildende in Problemsituationen gibt es die Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuABB). Die Ausbildungsbegleiterinnen und –begleiter kümmern sich um abbruchgefährdete Jugendliche. Das Land fördert ihre Arbeit mit rund zwei 2 Mio. Euro im Jahr, davon  1,44 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Damit stehen ca. 800 Auszubildenden jährlich qualifizierte Beratungsangebote zur Verfügung.
  • Zur Verbesserung der Qualität der beruflichen Bildung und zur Erhöhung der Ausbildungsbereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen fördert das Land Investitionen in überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) sowie überbetriebliche Lehrgänge (ÜAL) und sonstige Maßnahmen, die der Qualifizierung und Motivierung während der Berufsausbildung dienen. Dafür sind im Haushalt 2017 insgesamt 12,9 Mio. Euro vorgesehen, davon 3,3 Mio. Euro  aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
  • Da Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen und Auslandserfahrungen immer wichtiger werden, unterstützt das Land die Arbeit der Mobilitätsberatungsstellen mit 390.000 Euro im Jahr, davon 250.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Sie beraten über die Möglichkeiten von Auslandspraktika und anderer berufsbezogener Auslandsaufenthalte.
  • Wirtschaft integriert“ führt junge Flüchtlinge und Migranten mit Sprachförderbedarf auf den Weg zum Ausbildungsabschluss. Zielgruppe sind Frauen und Männer unter 27 Jahren, die nur Grundkenntnisse in Deutsch haben und deshalb eine Ausbildung nicht ohne Hilfe bewältigen. Teilnehmen können schon länger hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund, anerkannte Flüchtlinge ebenso wie Asylbewerber mit Bleibeperspektive sowie geduldete junge Menschen ohne Arbeitsverbot. Hauptmerkmal des Programms ist die durchgehende Förderkette von der praktischen Berufsorientierung bis zum Berufsabschluss. Neben Sprachunterricht gehören dazu auch Lern- und Integrationshilfen sowie sozialpädagogische Begleitung. Im kommenden Jahr werden 1.000 Plätze gefördert. Im Haushalt stehen dafür 5,8 Mio. Euro bereit.
  • Die OloV-Strategie (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit) vernetzt alle Beteiligten beim Übergang von der Schule in den Beruf, um den Jugendlichen Umwege, Warteschleifen und Abbrüche zu ersparen. Dafür sind im Jahr 1,4 Mio. Euro aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF) eingeplant.

Wie aus dem jüngsten Bericht zur Berufsausbildung in Hessen hervorgeht, ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2015 trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung und wachsender Beschäftigung leicht gesunken. Gleichzeitig stellen Digitalisierung, Energiewende und Globalisierung neue Anforderungen an die Ausbildung. „Dies zeigt die Notwendigkeit unserer Förderprogramme“, sagte Minister Al-Wazir.

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