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Amphibienschutz

Fünf Millionen Euro in fünf Jahren für neue Amphibienschutzanlagen

Thema: 
Straßenverkehr
22.06.2018Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

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Ein Mädchen vor einem „Achtung-Kröten-Schild“
© Jürgen Fälchle/Fotolia.com

Insgesamt 32 marode Amphibien­schutzanlagen an hessischen Lan­desstra­ßen werden in den kommenden Jahren ertüchtigt und erneuert. „Wenn an bestehenden Straßen die Lebensräume oder Wanderwege von Amphibien beeinträchtigt werden, schützen wir die Tiere beispielsweise durch den Bau von Leiteinrichtungen und Straßendurchlässen“, sagten Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz am Freitag in Wiesbaden. „Einige Amphibienschutzeinrichtungen sind aber schlichtweg in die Jahre gekommen. Es wird deshalb ein gemeinsames Konzept erstellt, wie wir die ältesten und besonders beschädigten Anlagen wieder Instand setzen können.“

Grundlage für das geplante Schutzprogramm ist ein aktueller Inventurbericht aller hessischen Amphibienschutzanlagen. Für die Ertüchtigung und den Ersatz irreparabel beschädigter Schutzanlagen beabsichtigt die Landesregierung in den nächsten Jahren insgesamt fünf Millionen Euro bereitzustellen.

Al-Wazir: „Die neuen Schutzeinrichtungen ermöglichen nicht nur Amphibien, Reptilien und Kleinsäugern wieder die gefahr­lose Straßenüberquerung. Auch Wildkatzen und Fischotter sollen durch ausreichend große Durchlässe geschützt werden.“

Das Programm wurde vom Umweltministerium und Verkehrsministerium gemeinsam auf den Weg gebracht. Die Umsetzung erfolgt durch Hessen Mobil. 

Die Laufzeit des Programms beträgt mindestens fünf Jahre. Mit Hilfe von externen Dienstleistern erstellt Hessen Mobil in diesem und im kommenden Jahr zunächst einen genauen Sanierungsplan für die 32 Anlagen, erhebt die dort wandernden und geschützten Amphibienarten und bereitet die Baurechtsschaffung vor. Ab dem Jahr 2020 folgen die schrittweise bauliche Umsetzung sowie die dauerhafte Unterhaltung der Anlagen durch Hessen Mobil.

„Wir möchten dabei natürlich die Naturschutz­verbände mit ihrem Sachverstand und ihrer Ortskenntnis eng einbeziehen und erhoffen uns auch von dieser Seite wertvolle Hinweise für einen optimalen Schutz der Tiere“, so Hinz. 

Flankiert wird das Hessische Amphibienschutzprogramm durch eine von der Hessi­schen Landesregierung erarbeitete Handreichung für Straßenverkehrs- und Natur­schutzbehör­den, die Hilfestellungen für die mögliche Anordnung von Verkehrsbe­schränkungen aus Gründen des Amphibienschutzes bietet. 

Al-Wazir und Hinz: „Die Hessische Landesregierung leistet durch beide Initiativen einen wichtigen Beitrag zum Schutz wandernder Amphibien an Straßen. Biodiversität und Tierschutz werden in Hessen damit gleichermaßen gestärkt.“

Grafik Amphibienschutz
(mit FFH-Arten sind in der Abbildung die durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU geschützten Amphibienarten gemeint)
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