Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Lärmpausen

Fluglärmkommission macht Weg für Probebetrieb frei

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Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Pressesprecher Marco Kreuter
© HMWEVL

Der Weg für die Einführung siebenstündiger Lärmpausen am Frankfurter Flughafen ist frei. Die Fluglärmkommission hat am Mittag einen entsprechenden Beschluss gefasst, der einen Probebetrieb in der Hauptbetriebsrichtung des Flughafens ermöglicht. „Die Zahlen der Fluglärmkommission zeigen eindeutig: Durch eine intelligente Nutzung der Bahnen am Frankfurter Flughafen ist es möglich, die Anwohner spürbar zu entlasten“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in einer ersten Reaktion in Raunheim. „Die Bündelung von Anflügen führt zu einer nachweisbaren Lärmentlastung in der Region. Die Lärmpausen sind kein Nullsummenspiel, unter dem Strich zeigt sich: Es werden sowohl morgens als auch abends eindeutig mehr Menschen entlastet als belastet.“

Umfangreiche Lärmberechnungen im Vorfeld

Die Fluglärmkommission und das Forum Flughafen und Region hatten in den vergangenen Monaten umfangreiche Lärmberechnungen vorgenommen. Die Kriterien zur Errechnung des Mehrwerts siebenstündiger Lärmpausen sind dabei von den beiden Gremien eigenständig erarbeitet und festgelegt worden. Al-Wazir: „Wir haben großen Wert auf die Unabhängigkeit der Gremien gelegt.“ Die Fluglärmkommission und das Forum Flughafen und Region hätten insbesondere in diesem Bereich hohe Expertise und zugleich einen kritischen Blick. „Ich bedanke mich daher auch ausdrücklich bei allen Beteiligten aus der Region, die sich konstruktiv mit den Modellen auseinandergesetzt haben.“

Zusätzliche Lärmpause für 40.000 Menschen

Das unter Lärmgesichtspunkten günstigste Modell bei Westbetrieb (Modell 4) schafft unterm Strich für über 40.000 Menschen eine zusätzliche Lärmpause – und zwar über das bestehende Nachtflugverbot hinaus. „Vor allem im Nahbereich des Flughafens entfaltet das Modell seine größte Wirkung“, so Al-Wazir. „Wir entlasten damit zehntausende Menschen insbesondere in Frankfurt und Offenbach.“ Natürlich gebe es durch die Bündelung von Anflügen temporär auch zusätzliche Belastungen. "Neu-Isenburg wird in dem Modell zwar abends zusätzlich belastet. Dafür erhalten dort tausende Anwohner eine zusätzliche Lärmpause zwischen 5 und 6 Uhr morgens."

Auch bei Ostbetrieb liegen Modelle auf dem Tisch, die rechnerisch mehr Menschen vom Lärm landender Flugzeuge entlasten als belasten. Insbesondere Mainz und Flörsheim würden davon stark profitieren. "Wir nehmen aber natürlich die Bedenken der Fluglärmkommission ernst, die eine zusätzliche Belastung von Anwohnern im Nahbereich des Flughafens ablehnt", so Al-Wazir. "Wir werden sicher nichts einführen, dass von der Region nicht gewollt ist." Ziel bleibe es dennoch weiterhin, auch die Menschen im Westen des Flughafens zu entlasten. "Daher werden wir im engen Dialog insbesondere mit der DFS und der Fraport prüfen, welche ergänzenden Maßnahmen zu einer Entlastung führen könnten", sagte Al-Wazir.

Zeitnahe Einführung angestrebt

Al-Wazir kündigte an, nun zeitnah mit Fraport, DFS, Lufthansa, BDF und BARIG unter Einbeziehung des FLK-Beschlusses eine Entscheidung über die Umsetzung und Einführung der Lärmpausen im Sommerflugplan zu treffen. "Wir wollen, dass mit Frankfurt der erste internationale Großflughafen - über ein sechsstündiges Nachtflugverbot hinaus - eine zusätzliche Lärmpause durch wechselnde Nutzung der Landebahnen einführt. Wir tragen damit der besonderen Situation des Flughafens inmitten eines Ballungsraumes Rechnung."

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