Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
IAB-Betriebspanel

Fachkräftebedarf in hessischen Betrieben

metallarbeiten

Metallarbeiten
© ccvision.de

Hochgerechnet rund 47.300 hessische Betriebe planen in den nächsten zwei Jahren Stellen für qualifizierte Beschäftigte neu zu besetzen. Nur noch etwa jeder siebte Betrieb rechnet damit, dabei keine Schwierigkeiten zu haben. Dies hat das IAB-Betriebspanel 2014 des IWAK (Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur) in Frankfurt ermittelt. Besonders Kleinst- und Kleinbetriebe gehen davon aus, dass der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials Stellenbesetzungsprobleme nach sich zieht.

Betriebliche Bildung bleibt wichtig

Wie in den Jahren zuvor kamen die Forscher zu der Erkenntnis, dass die zentrale Strategie zur Deckung des erwarteten Bedarfs weiterhin die betriebliche Bildungsaktivität ist. Vor allem Fort- und Weiterbildung, betriebliche Ausbildung und längerfristige Personalentwicklung sollen Schlüssel zum Erfolg sein. Ebenfalls von Bedeutung sind attraktive Arbeitsbedingungen, die Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Bindung älterer Mitarbeiter an den Betrieb.

Mehr Chancen für ausländische Fachkräfte

Wie im Befragungsjahr 2011 steht das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland für die Betriebe an letzter Stelle der Strategien zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Betriebe kaum mit den Inhalten des Anerkennungsgesetzes, das die Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Abschlüssen regelt, vertraut sind.

Angesichts der aktuellen Situation und Forderungen der Arbeitgeber hofft Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, dass die Betriebe ihre Absichten hinsichtlich der Rekrutierung ausländischer Arbeitnehmer schnell ändern: „Viele Menschen, die in den letzten Wochen nach Deutschland und Hessen gekommen sind, brauchen berufliche Perspektiven. Wir wissen alle, dass dies nicht einfach werden wird. Die BA finanziert Deutschkurse und Fördermaßnahmen. Aber letztendlich kommt es auf die Betriebe an, die diesen Menschen Jobs anbieten“.

Unternehmen profitieren von Fachkräfte-Nachwuchs

„Ohne genug Fachkräfte droht den Betrieben ein Verlust an Produktivität und Wirtschaftsleistung. Deshalb sollten sie alle Möglichkeiten nutzen, ihren Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Lesen Sie die ganze IWAK-Befragung hier. 

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch TNS Infratest Sozialforschung befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Finanziert werden die hessischen Zusatzauswertungen durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie den Europäischen Sozialfonds.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Marco Kreuter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
+49 611 815 20 20
+49 611 815 22 25
presse@wirtschaft.hessen.de