Frankfurter Flughafen

Bilanz Nachtflugstatistik 2017

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Flugzeug bei der Landung
© Joachim Kreft - Fotolia.com

Die Zahl der verspäteten Starts und Landungen zwischen 23 Uhr und 0 Uhr am Frankfurter Flughafen ist im vergangenen Jahr angestiegen. Im Sommer und Herbst führten zahlreiche heftige Gewitter und Unwetter zu Verspätungen bei den An- und Abflügen. Da wetterbedingte Verzögerungen nicht im Einflussbereich der Fluggesellschaften liegen, können in diesen Fällen Ausnahmegenehmigungen für Starts zwischen 23 Uhr und 0 Uhr erteilt werden. Ausnahmen für Starts nach 0 Uhr, die nur in Fällen besonderer Härte zulässig sind, wurden keine erteilt. „Die regelmäßige Forderung der Luftverkehrsunternehmen, die 0-Uhr-Grenze zu lockern wäre angesichts der ohnehin schon hohen Lärmbelastung auch in den späten Abendstunden für die Anwohnerinnen und Anwohner schlichtweg unzumutbar. Eine Aufweichung der 0-Uhr-Grenze wird es am Frankfurter Flughafen nicht geben. Der Planfeststellungsbeschluss ist an dieser Stelle sehr eindeutig“, so Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Mehr verspätete Starts und Landungen

Neben den verspäteten Starts, die in jedem Fall einer Einzelgenehmigung bedürfen, ist auch die Zahl der verspäteten Landungen im vergangenen Jahr angestiegen. Insgesamt gab es 440 verspätete Starts und 704 verspätete Landungen. 2016 waren es 342 verspätete Starts und 464 verspätete Landungen.

Ryanair hohe Verspätungsquote

Für den Anstieg der verspäteten Landungen, die laut Planfeststellungsbeschluss nicht gesondert genehmigt werden müssen, sind eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich: Eine deutliche Zunahme des Flugverkehrs hat europaweit zu einer Verschlechterung der Pünktlichkeit geführt. Dazu kamen Lotsenstreiks in Frankreich, die insbesondere bei Ferienfliegern zu weiteren Verspätungen geführt haben. Speziell in Frankfurt ist zudem die Fluggesellschaft Ryanair für einen wesentlichen Anteil der verspäteten Landungen verantwortlich. Obwohl Ryanair erst seit Ende März in Frankfurt startet und landet und an der Gesamtzahl der Flugbewegungen einen vergleichsweise geringen Anteil hat, ist die Fluggesellschaft für 23 Prozent der verspäteten Landungen des Jahres 2017 verantwortlich. Al-Wazir: „Negativer Höhepunkt war der November, wo Ryanair für 78 Prozent der Verspätungslandungen verantwortlich war. Auch die auf Druck unseres Ministeriums im Dezember von Ryanair umgestellten Flugpläne haben im Dezember zu einer gewissen, aber offensichtlich noch zu keiner ausreichenden Verbesserung geführt. Um es sehr deutlich zu sagen: Ryanair muss die Verspätungsquote endlich in den Griff bekommen. Die Fluglärmschutzbeauftragte und die Luftaufsicht werden hier weiter sehr genau hinschauen.“

Hintergrund Nachtflugverbot

Landungen zwischen 23 und 0 Uhr bedürfen keiner Einzelgenehmigung; eine solche ist nur für Starts erforderlich. Die Verspätung darf sich allerdings nicht schon aus der Flugplangestaltung ergeben. Nach 0 Uhr ist sowohl für Starts als auch für Landungen eine Einzelgenehmigung notwendig, die ausschließlich in besonderen Härtefällen erteilt werden darf. Für medizinische Hilfsflüge, Vermessungsflüge und Sicherheitslandungen gilt eine allgemeine Ausnahmeregelung ohne das Erfordernis einer Einzelgenehmigung.

"Klimawandel wird am Flughafen sichtbar"

„Ganz offensichtlich wird der Klimawandel mit der Häufung von Starkregen und Gewitter gerade im Sommer auch am Frankfurter Flughafen sichtbar. Die wetterbedingten Verspätungsstarts verschieben sich immer weiter vom Winter in die Sommermonate. Bei solchen Wetterverhältnissen hat die Optimierung der Abläufe am Flughafen natürlich Grenzen. Wenn bei Gewittern eine Gefahr für die Mitarbeiter auf dem Vorfeld besteht, muss in solchen Situationen die Flugzeugabfertigung eingestellt werden, auch wenn dies in der Konsequenz zu verspäteten Starts führen kann. Die Gesundheit der Mitarbeiter geht in solchen Situationen immer vor“, so der Minister.

Flugbewegungen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr

Insgesamt summieren sich die Flugbewegungen in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr inklusive der Vermessungs- und Hilfsflüge, Härtefälle und Sicherheitslandungen auf 1279 Flugbewegungen in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr (2016: 942). Bei einem Gesamtflugaufkommen am Frankfurter Flughafen von rund 470.000 Flugbewegungen im Jahr 2017 entspricht dies einem Anteil von knapp 0,3 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens.

Entgelte für Starts und Landungen nach 22 Uhr

Die vom Wirtschafts- und Verkehrsministerium genehmigte Entgeltordnung für Flughafenentgelte für den Verkehrsflughafen Frankfurt Main beinhaltet eine für die verschiedenen Flugzeugtypen gestaffelte Lärmkomponente. Diese Lärmkomponente sieht für den zivilen Luftverkehr für den Zeitraum 22:00 – 22:59 und 05:00 – 05:59 Uhr Ortszeit pro Bewegung einen zusätzlichen Aufschlag in Höhe von ca. 50 % vor. Für den Zeitraum von 23:00 – 04:59 Uhr Ortszeit sieht die Lärmkomponente pro Bewegung einen zusätzlichen Aufschlag in Höhe von ca. 200 % vor.

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