Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Programm gegen Güterzug-Lärm

10 Mio. Euro für Lärmschutz im Mittelrheintal

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Güterzug
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Im hochbelasteten Mittelrheintal läuft ein umfangreiches Programm zur Drosselung des Güterzuglärms an. Allein im hessischen Teil werden rund 10,4 Millionen Euro für Schallschutzwände und Schienenstegdämpfer investiert, wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heute mitteilte. Zudem hat sich die Bahn bereit erklärt, die Schienen regelmäßig abzuschleifen, um verschleißbedingte Unebenheiten zu glätten und so die Rollgeräusche zu minimieren. Hessen beteiligt sich mit rund 1,9 Millionen Euro an den Investitionen, die zum größten Teil vom Bund finanziert werden. 
 
„In den Orten am Mittelrhein haben die Belastungen ein nicht mehr akzeptables Ausmaß erreicht. Der Bahnlärm bedroht die Gesundheit der Anwohner und belastet die Wirtschaft der Region“, sagte Al-Wazir. „Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, mit einem finanziellen Beitrag die Realisierung des Pakets zu ermöglichen – auch wenn der Lärmschutz an Schienenwegen eigentlich ausschließliche Aufgabe des Bundes ist. Aber wir erzielen mit einem vergleichsweise überschaubaren Betrag eine maximale Wirkung. Der Bund strebt mit der Umrüstung alter Güterwaggons auf leisere Bremssysteme eine Halbierung des Schienenlärms an. Mit den Streckenmaßnahmen im Mittelrheintal erreichen wir eine deutliche zusätzliche Reduzierung.“

Schienen dämpfen und Lärmschutzwände

Auf hessischer Seite ist vorgesehen, rund 27 Streckenkilometer bei Eltville, Oestrich-Winkel, Rüdesheim und Lorch mit Schienenstegdämpfern auszustatten, die die Lärmabstrahlung am Gleis deutlich vermindern. Zusätzlich werden in Eltville, Oestrich-Winkel und Rüdesheim auf vier Kilometern Lärmschutzwände ergänzt. 
 
Das Programm war im Auftrag des Beirats „Leiseres Mittelrheintal“ ausgearbeitet worden. Die Maßnahmen summieren sich auf insgesamt 81 Millionen Euro. Der Bund übernimmt den Großteil der Investitionen, macht die Umsetzung aber von einem Beitrag der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz abhängig. „Ursprünglich hatte der Bund von den Ländern die Hälfte der Kosten haben wollen, ist uns im Laufe der Verhandlungen aber erheblich entgegengekommen“, informierte Al-Wazir.

Die Umsetzung des Programms soll in diesem Jahr beginnen. Der hessische Finanzierungsbeitrag wird aber erst in den Jahren 2018 bis 2020 fällig. „Das Programm ist ein erheblicher Fortschritt für den Lärmschutz im Weltkulturerbe Mittelrheintal“, sagte der Minister. Er erneuerte seine Forderung an Bundesverkehrsminister Dobrindt, auch die Rechtsgrundlage für Betriebsbeschränkungen wie etwa einem nächtlichen Durchfahrverbot für laute Güterwagen auf dieser Strecke zu schaffen. Zudem seien Lärmgrenzwerte auch für ältere Güterwaggons notwendig.

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