IAB-Betriebspanel 2019

Innovationskraft hessischer Betriebe bleibt stabil

Thema: 
Technologie, Innovation, Digitales
17.08.2020Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

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Menschen malen ein Ideen-Plakat
© Gajus / Fotolia

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, haben auf die Bedeutung der Innovation für den unternehmerischen Erfolg hingewiesen. „Innovationen verschaffen Betrieben einen Vorsprung im Wettbewerb – das gilt gerade angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie“, sagte Al-Wazir anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen IAB-Betriebspanels, das dokumentiert, wie Hessens Betriebe 2019 in Forschung und Entwicklung, in Innovationen sowie in den Einsatz von Robotern investierten.

Blick auf internationale Lieferketten gestärkt

„Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigt, dass die hessischen Betriebe, wenn es um das Engagement bei Forschung und Entwicklung geht, zwar ihre Aktivitäten nicht zurückgefahren haben, aber dennoch seit zehn Jahren keine Steigerung zu erkennen ist. Innovationskraft zeigte sich im Rückblick in erster Linie im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich. Bei der Automatisierung durch Roboter ging es in Hessen deutlich voran. Die Corona-Krise hat den Blick auf internationale Lieferketten und Handelsbeziehungen geschärft und den Bedarf nach einem flächendeckenden Hochgeschwindigkeits-Internet deutlich gemacht. Um auch im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben, wären mehr technologieorientierte Neugründungen, mehr Patentanmeldungen und ein schnelleres Internet für alle Regionen in Hessen wichtig“, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Nur wenige Betriebe befassen sich mit Forschung und Entwicklung

2019 befassten sich fünf Prozent der Betriebe in Hessen explizit mit Forschung und Entwicklung. Das Engagement der Betriebe blieb damit in den vergangenen zehn Jahren konstant. Vor allem Großbetriebe sowie Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe, Betriebe, die wirtschaftsnahe und wissenschaftliche Dienstleistungen anbieten, und die Öffentliche Verwaltung investierten in die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden. Kooperationspartner spielten dabei eine große Rolle. Knapp zwei Drittel kooperierten mit anderen Betrieben, und 58 Prozent waren gemeinsam mit einem Hochschulpartner aktiv. Die hessischen Betriebe erwiesen sich im Vergleich deutlich offener für solche Kooperationen als die anderer westdeutscher Bundesländer. Vor allem die Vernetzung zwischen Hochschulen und Wirtschaft scheint in Hessen ausgesprochen gut entwickelt.

Weiterentwicklungen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich

Im Vergleich der Wirtschaftszweige verbesserten oder entwickelten besonders das Verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungsbereich ihre Produkte und Leistungen weiter. Insgesamt traf dies auf 33 Prozent aller hessischen Betriebe zu. Fünf Prozent der Betriebe erweiterten ihr Angebot um neue Produkte oder Dienstleistungen.

Fünf Prozent der Betrieb klagten jedoch, dass geplante Innovationen nicht oder nicht vollständig realisiert werden konnten. Als Ursachen wurde vorrangig der Mangel an Fachpersonal und organisatorische Probleme benannt. Hohe Investitionskosten oder wirtschaftliche Risiken spielten eine nachgeordnete Rolle.

Innovationen führen zu verstärktem Einsatz von Robotern

Der Einsatz von Robotern ist in Hessen von 2014 bis 2018 um 183 Prozent gestiegen. Jeder dritte Roboter (35 Prozent) wurde erst 2018 angeschafft. Die Corona-Krise könnte diese Entwicklung weiter begünstigen und zu einem vermehrten Einsatz von Robotern führen. Am stärksten verbreitet ist derzeit der Robotereinsatz im Verarbeitenden Gewerbe und in Großbetrieben. Allerdings haben Kleinstbetriebe bei der Anzahl der Neuanschaffungen deutlich zugelegt. Dies deutet darauf hin, dass Großbetriebe zwar bereits länger Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern haben, kleinere Betriebe aber nun nachziehen.

Hoher Verbreitungsgrad von Hochgeschwindigkeits-Internet

70 Prozent der hessischen Betriebe verfügten 2019 laut eigener Angaben über einen Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss. Damit liegt Hessen hinter den anderen westdeutschen Ländern mit einem Anteil von 74 Prozent. Während 2017 noch 90 Prozent der Betriebe die Leistungskapazität als zufriedenstellend bewerteten, waren es 2019 nur noch 83 Prozent. Vor allem im Zuge der Corona-Krise dürfte die Bedeutung des Hochgeschwindigkeits-Internet zugenommen haben. Viele Beschäftigte arbeiten von zuhause und greifen von dort auf Betriebsserver zu. Eine Bandbreite, die vor kurzem noch ausreichte, gerät heute an Kapazitätsgrenzen und erscheint demzufolge nicht mehr zeitgemäß.

Hintergrundinformationen:

Als Roboter versteht man eine automatisch gesteuerte, programmierbare Maschine mit mehreren Achsen bzw. Bewegungsrichtungen, die bestimmte Aufgaben ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen ausführt. Hierzu gehören neben Industrierobotern auch sogenannte Serviceroboter. Werkzeugmaschinen, wie CNC-Maschinen oder Fertigungs- bzw. Bearbeitungszentren, sind dagegen nicht gemeint.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch Kantar befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Gefördert werden die hessischen Zusatzauswertungen aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds

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