Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Fachkräfte

IAB-Betriebspanel Personalsituation

Thema: 
Wirtschaft & Finanzplatz Frankfurt
15.11.2019Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Viele Neueinstellungen und weiterhin Nachfrage nach Fachkräften

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Diagramm positive Entwicklung
© HMWEVW

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war auch im Jahr 2018 ungebrochen hoch. Mehr als ein Drittel der befragten Betriebe verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 Neueinstellungen, wie das IAB-Betriebspanel zur Personalsituation ermittelt hat. Dabei entfielen über die Hälfte (54 Prozent) der insgesamt 216.000 Neueinstellungen auf qualifizierte Stellen. Ein Viertel der einstellenden Betriebe konnte auf diesem Weg seinen Personalbedarf vollständig decken, weitere zehn Prozent hätten gerne weitere Beschäftigte eingestellt. Unbesetzt blieben überwiegend qualifizierte Stellen, die einen Berufs- oder einen Hochschulabschluss voraussetzen.

Teilzeit als Beschäftigungsformat etabliert

Neben Vollzeitjobs hat sich Beschäftigung in Teilzeit als festes Format etabliert. Durchschnittlich vier von fünf Betrieben ermöglichten im Jahr 2018 Teilzeitarbeitsverhältnisse. Durch das seit dem 1. Januar 2019 geltende Rückkehrrecht von befristeter Teilzeit auf die vorherige Arbeitszeit ist zu erwarten, dass zukünftig noch mehr Beschäftigte zumindest zeitweise in Teilzeit tätig sein werden. Frauen waren deutlich häufiger in Teilzeit vertreten als Männer. Ebenfalls häufiger als Männer waren Frauen zudem befristet beschäftigt, wenngleich hier der Unterschied zwischen den Geschlechtern nicht ganz so stark ausfiel.

Positive Erfahrungen mit Geflüchteten

Sieben Prozent der Betriebe gaben an, dass bei ihnen Geflüchtete beschäftigt sind bzw. waren. Bei Berücksichtigung aller Beschäftigungsverhältnisse, also auch Praktikantinnen und Praktikanten, Auszubildende oder Aushilfen, hat sich ihre Anzahl im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die große Mehrheit der Betriebe, die Geflüchtete beschäftigen oder beschäftigt hatten, hat hierbei positive Erfahrungen gemacht und würde wieder Geflüchtete einstellen.

Keine Veränderung bei befristeten Arbeitsverhältnissen

Trotz bestehender Arbeitskräftenachfrage halten Betriebe an Befristungen fest. Zu Befristungen kam es 2018 in 17 Prozent der hessischen Betriebe, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Befristete Beschäftigungen konzentrierten sich hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor. Fast zwei Drittel aller befristet Beschäftigten waren in den wirtschaftsnahen und wissenschaftlichen Dienstleistungen sowie den Sonstigen Dienstleistungen tätig. In beiden Wirtschaftszweigen lag der Anteil befristet Beschäftigter zudem etwas über der durchschnittlichen Befristungsquote von sieben Prozent.

Beschäftigte kündigen meist selbst

Rund 200.000 Arbeitskräfte verließen im ersten Halbjahr 2018 ihren Betrieb. Das entspricht rund sechs Prozent aller Beschäftigten in Hessen. Gute Jobaussichten bei positiver konjunktureller Entwicklung und hoher Nachfrage nach Arbeitskräften wirkten sich vor allem auf die Wechselbereitschaft der Beschäftigten aus. Am häufigsten kam es folglich zu Kündigungen seitens der Beschäftigten. Ihr Anteil an allen Kündigungen betrug 41 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 wurde ein Viertel der Kündigungen durch die Betriebe ausgesprochen. Weitere acht Prozent der beendeten Arbeitsverhältnisse waren auf das Ende einer Befristung zurück zu führen. Mit dem Eintritt in den Ruhestand erklärten sich sieben Prozent der Personalabgänge.

Hintergrundinformationen:

Beschäftigte im Rahmen des IAB-Betriebspanels: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Arbeiter/innen und Angestellte, Auszubildende), Beamte (einschl. Beamtenanwärter/innen), tätige Inhaber/innen, mithelfende Familienangehörige, geringfügig Beschäftigte und sonstige Beschäftigte.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch Kantar Public (ehemals TNS Infratest Sozialforschung) befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Gefördert werden die hessischen Zusatzauswertungen aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds.

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