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Energiewende

Hessischer Teil der Stromleitung Wahle-Mecklar genehmigt

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Planfeststellung Wahle-Mecklar
© HMWEVL

Der hessische Teil der Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar ist genehmigt: Den Planfeststellungsbeschluss übergab Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Montag in Wiesbaden an Lex Hartman, Vorstandsmitglied des Netzbetreibers TenneT. „Damit hat Hessen seine Aufgaben bei der Ertüchtigung des deutschen Stromnetzes für erneuerbare Energien vollständig abgearbeitet“, sagte der Minister. „Die Energiewende kann sich auf Hessen verlassen.“ Hartman bezeichnete den Beschluss als „weiteren Schritt für das Gelingen der Energiewende“ und kündigte an, den konstruktiven Dialog mit der Region während des Baus der Leitung fortzusetzen. 

Rückbau von 100 Strommasten

Die rund 230 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung verbindet die Umspannwerke Wahle in Niedersachsen und Mecklar im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Von 2021 an soll sie Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportieren und gleichzeitig die Netzsicherheit in Südniedersachsen und Nordhessen gewährleisten. Rund 65 Kilometer führen über hessisches Gebiet. Zum Teil werden bereits bestehende Leitungen miteinbezogen, so dass nach der Fertigstellung etwa 50 km Freileitungen und mehr als 100 Masten rückgebaut werden. 

"Hohe öffentliche Akzeptanz"

TenneT hat das Vorhaben während der Planung mit den Behörden und den Bewohnern der betroffenen Region ausführlich erörtert. Über 200 Stellungnahmen von Bürgerinnen, Bürgern, Kommunen und Fachbehörden gingen beim Regierungspräsidium Kassel ein. Al-Wazir dankte dem Regierungspräsidium Kassel für die umsichtige Verfahrensführung und dem Unternehmen TenneT für die gute Zusammenarbeit: „Das Ergebnis ist eine hohe öffentliche Akzeptanz für die Trasse.“ 

Viertes Projekt des Energieleitungsausbaugesetzes

Wahle-Mecklar zählt zu den vier Projekten des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), die über hessisches Gebiet führen. Die Höchstspannungsleitungen Dauersberg-Hünfelden, Marxheim-Kelsterbach und Kriftel-Eschborn sind bereits fertig. Al-Wazir wies darauf hin, dass Hessen im bundesweiten Vergleich eine führende Rolle bei der Umsetzung der EnLAG-Vorhaben einnimmt: „In Hessen sind jetzt alle EnLAG-Leitungen fertig oder mit Baurecht versehen, bundesweit sind es erst zwei Drittel.“ 

Verzögerungen im Netzausbau bedeuten höhere Stromkosten

Darüber hinaus ist Hessen von zahlreichen bundesländerübergreifenden Netzausbauvorhabenbetroffen, die sich aus dem Bundesbedarfsplangesetz ergeben. Für die entsprechenden Planungs- und Genehmigungsverfahren sind jedoch nicht hessische Behörden zuständig, sondern die Bundesnetzagentur. Al-Wazir rief am Montag zu einer konstruktiven Begleitung dieser Vorhaben auf: „Wir stehen mit der Energiewende vor einer historischen Herausforderung, und Verzögerungen beim Netzausbau führen nicht zu geringeren, sondern zu höheren Stromkosten für alle.“  

Übertragungsleitung Suedlink unverzichtbar

Insbesondere wandte sich der Minister an das Nachbarland Thüringen, das mit einem eigenen Vorschlag zum Trassenverlauf versucht hatte, die Übertragungsleitung SuedLink auf hessisches Gebiet zu verschieben. „Nach der Ablehnung dieses Vorschlags durch die Bundesnetzagentur in der vorletzten Woche sollten jetzt alle einsehen, dass das Sankt-Florians-Prinzip am Ende niemandem weiterhilft. Für das Gelingen der Energiewende ist SuedLink unverzichtbar. Deshalb dürfen bei der Festlegung des Trassenverlaufs nur fachliche Kriterien eine Rolle spielen“, sagte Al-Wazir.

Der Planfeststellungsbeschluss wird in den kommenden Wochen in den Rathäusern entlang des Leitungsabschnitts öffentlich ausgelegt.

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