Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

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IAB-Betriebspanel

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

Thema: 
Wirtschaft & Finanzplatz Frankfurt
09.09.2019Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

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Frau Weiterbildung
© benicce - photocase.de

Beim Aufstieg in Führungspositionen sind Frauen in Hessen seit 2016 nicht vorangekommen: 2018 war nur jede vierte Position auf der ersten und jede dritte Position auf der zweiten Führungsebene weiblich besetzt, wie aus dem aktuellen IAB-Betriebspanel - einer repräsentativen Befragung von 1.046 Betrieben in Hessen - hervorgeht. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1,5 Mio. erwerbstätige Frauen in Hessen. Das waren 47 Prozent aller Beschäftigten.

Frauen sind vorrangig in Dienstleistungsbetrieben tätig

Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitete in Dienstleistungsbetrieben, ein Fünftel von ihnen im Wirtschaftszweig Handel und Reparatur, weitere zehn Prozent jeweils im Verarbeitenden Gewerbe und der Öffentlichen Verwaltung. Der mit Abstand kleinste Anteil fand sich im Baugewerbe (1 Prozent).

Frauen bleiben in qualifizierten Tätigkeiten unterrepräsentiert

Tendenziell sinkt der Frauenanteil mit der Größe des Betriebs und den Qualifikationsanforderungen der Tätigkeit. Frauen waren überdurchschnittlich häufig in einfachen Tätigkeiten anzutreffen bzw. unterdurchschnittlich häufig in Tätigkeiten, die einen Hochschulabschluss voraussetzen. Allerdings zeigt die Tendenz der vergangenen zehn Jahre nach oben.

Frauen sind von Teilzeitbeschäftigung und Befristungen besonders betroffen

Insgesamt wurde 2018 etwa jede dritte Arbeitsstelle in Teilzeit ausgeübt. Dabei waren drei von vier Teilzeitbeschäftigten weiblich. Von allen Frauen arbeiteten damit 54 Prozent 2018 in Teilzeit. Männer hingegen waren nur zu 17 Prozent in Teilzeit tätig. Häufiger als ihre männlichen Kollegen waren Frauen darüber hinaus in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis.

Dass Frauen in vielen Branchen immer noch unterrepräsentiert sind, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, ist auch ein Ergebnis der immer noch sehr eingeschränkten Berufswahl junger Frauen: „Junge Frauen tendieren immer noch dazu, die klassischen Frauenberufe im Handel oder Büro zu ergreifen, die wenig Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten versprechen. Angesichts der vielen freien Lehrstellen im Handwerk und den technischen Berufen standen die Chancen noch nie so gut wie heute, einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Angesichts der über 400 Ausbildungsberufe, die es in Deutschland gibt, wäre das ein erster wichtiger Schritt für noch mehr Frauenbeschäftigung, gleiche Gehaltsstrukturen und Aufstiegschancen.“

„Frauen haben einen großen Anteil am Beschäftigungszuwachs der vergangenen Jahre, bleiben aber in einigen Branchen sowie Positionen unterrepräsentiert“, konstatierte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Politik und Wirtschaft arbeiten weiter daran, die Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Flexiblere Arbeitszeitgestaltung, familienfreundliche Teilzeitmodelle sowie betriebseigene Kindertagesstätten oder die finanzielle Beteiligung an den Betreuungskosten sind Instrumente dazu, die es weiterentwickeln gilt.“

Hintergrundinformationen

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch Kantar Public (ehemals TNS Infratest Sozialforschung) befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Gefördert werden die hessischen Zusatzauswertungen aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds.

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