Luftverkehr

Flughafen-Entgelte genehmigt

Das Hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium hat die von der Fraport AG Anfang Juli vorgelegte Flughafen-Entgeltordnung für den Frankfurter Flughafen genehmigt.

planesky2.jpg

Bild eines Flugzeugs am Himmel
© HMWEVL

Die neuen Entgelte für die Airlines gelten vom 1. Januar 2020 an. „Die Flughafenentgelte regeln zuallererst die Kosten für die Benutzung der Infrastruktur durch die Fluggesellschaften, sind aber auch ein Baustein von vielen beim Lärmschutz. Für lautere Flugzeuge wird es daher teurer. Auch die Zuschlagsbeträge, die in der Nacht auf die Lärmentgelte aufgeschlagen werden, steigen – in der Kernzeit der Nacht um 50 Prozent. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heute in Wiesbaden.

Unterschiedliche Entgelt-Kategorien

Ganz konkret werden Flugzeugtypen anhand des tatsächlich am Frankfurter Flughafen gemessenen Lärms in unterschiedlichen Entgelt-Kategorien berücksichtigt. Das bedeutet auch, dass der Einsatz von neueren oder weiterentwickelten und lärmärmeren Flugzeugtypen belohnt wird. In den einzelnen Lärmkategorien, insbesondere in den lauteren, werden die Entgelte insgesamt erhöht. In der Kernnacht zwischen 23 Uhr und fünf Uhr werden für verspätet landende oder mit Ausnahmegenehmigung startende Flugzeuge die Zuschläge auf die Lärmentgelte von 200 auf 300 Prozent angehoben. In den Nachtrandstunden zwischen 22 und 23 Uhr sowie zwischen fünf und sechs Uhr liegen die Zuschläge nun bei 65 Prozent (vorher: 50 Prozent). So genannte Kapitel-3-Flugzeuge oder schlechter zertifizierte Flugzeuge, die den heute üblichen Standards nicht mehr entsprechen, schlagen durch gestaffelte Zuschläge von 30 bis 250 Prozent auf das Lärmentgelt und die etwaigen Nachtzuschläge zu Buche.

Für ein gängiges Mittelstreckenflugzeug wie die B737-800 zum Beispiel wird ein lärmbezogenes Grundentgelt und ein Zuschlag für den Start nach 23 Uhr von insgesamt 848,22 Euro berechnet. Für den Start eines der modernsten Mittelstreckenflugzeuge, des A320neo, liegen die Entgelte darunter: Nach 23 Uhr muss die Fluggesellschaft 343,16 Euro zahlen. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei den großen Langstreckenflugzeugen: Während bei der B747-400 die Gesamt-Lärmentgelte plus Zuschlag für den Start nach 23 Uhr bei 5.534 Euro liegen, sind es bei der neueren und leiseren A350-900 insgesamt 570,29 Euro. Bei der Landung in den Nachstunden liegt das Lärmentgelt plus Zuschlag bei einer B747-400 bei 2.419,68 Euro. Für die A350-900 muss für die Landung nach 23 Uhr 848,12 Euro gezahlt werden.

Mehrmonatiges umfangreiches Verwaltungsverfahren

Der Genehmigung vorausgegangen ist ein mehrmonatiges umfangreiches Verwaltungsverfahren. Es wurden mehr als 100 Luftfahrtunternehmen, ihre Interessenverbände, die Fluglärmkommission und die Fluglärmschutzbeauftragte eingebunden. Sie alle hatten die Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Es wurden zudem externe Sachverständige hinzugezogen und insgesamt drei Gutachten zu Fragen der Kostenbasis und ihrer Refinanzierung eingeholt.

„Der Schutz der Menschen und der Umwelt vor Lärm ist mir sehr wichtig. Ein Instrument sind die Flughafenentgelte. Darum schafft die neue Entgeltordnung erneut Anreize, die Belastung in Frankfurt und Umgebung zu reduzieren. Wer leisere Maschinen einsetzt, hat einen finanziellen Vorteil. Wer nicht in den Nachtrandstunden fliegt ebenfalls, und wer nach 23 Uhr landet zahlt noch einmal deutlich drauf“, sagte Al-Wazir.  

Gemäß § 19b des Luftverkehrsgesetzes sind Flughafenentgelte zu genehmigen, wenn die in der Vorschrift genannten Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören zum Beispiel Transparenz, Kostenbezug, Diskriminierungsfreiheit und die Orientierung an einer effizienten Leistungserstellung. Der Genehmigungsbehörde kommt dabei kein Ermessensspielraum zu, sie hat dann die Genehmigung zu erteilen. Die Entgeltordnungen werden vom jeweiligen Flughafenbetreiber individuell festgesetzt und unterscheiden sich zum Teil sehr stark in ihrer Struktur. Entscheidend sind die Gesamt-Lärmentgelte, nicht die Höhe der Zuschläge.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Franziska Richter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
+49 611 815 20 20
+49 611 815 22 25
presse@wirtschaft.hessen.de
Schließen