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Flughafen Frankfurt

FFR stellt neue Lärmschutzmaßnahmen vor

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Bild eines Flugzeugs am Himmel
© HMWEVL

Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat sich beim Forum Flughafen und Region (FFR) für die Erarbeitung eines neuen Maßnahmenprogramms „Aktiver Schallschutz“ bedankt. „Aktiver Schallschutz ist und bleibt die wesentliche Aufgabenstellung für den Fluglärmschutz am Flughafen Frankfurt. Jedes Dezibel, das wir schon an der Quelle einsparen können, sei es durch modernere Flugzeuge oder lärmärmere Flugrouten, verringert die Lärmbelastungen bei den Anwohnerinnen und Anwohnern“, so der Minister. „Lärm, der erst gar nicht bei den Betroffenen ankommt, muss auch nicht aufwendig, teuer und unkomfortabel mit Lärmschutzfenstern und anderen passiven Schallschutzmaßnahmen bekämpft werden. Deshalb bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die an dem heute vorgestellten Maßnahmenpaket mitgearbeitet haben und dies auch weiterhin tun.“

Maßnahmen mit lärmverteilender Wirkung

Der Minister verwies auf die große Bandbreite der vorgestellten Maßnahmen: Von steileren An- und Abflugwinkeln, über technische Maßnahmen, die die Spurtreue von Flugzeugen verbessern bis hin zu vorgeschlagenen Änderungen an Bundesgesetzen, damit neue lärmreduzierende Flugverfahren schneller als bislang getestet werden können. Mit Blick auf die vom FFR vorgeschlagenen Routenverlegungen sagte Al-Wazir: „Mir ist bewusst, dass diese Diskussion für alle Seiten schwierig ist. Aber ich halte es für richtig, dass wir uns auch mit möglichen Maßnahmen mit lärmverteilender Wirkung ernsthaft auseinandersetzen, und das sehen die im FFR vertretenen unterschiedlichen Akteure auch der Kommunen ebenfalls so. Auf Expertenebene hat das FFR seine Arbeit getan. Jetzt brauchen wir die Diskussion vor Ort, um am Ende eine möglichst gute Entscheidungsbasis zu haben.“

 

Hintergrund: Neues Maßnahmenpaket Aktiver Schallschutz

Das heute vorgestellte Lärmschutzpaket enthält im Wesentlichen Vorschläge aus vier Bereichen:

  1. Den Abstand zur Lärmquelle erhöhen: Was auf der Landebahn Nordwest bereits seit einigen Jahren praktiziert wird, soll auch auf den beiden südlicheren Start-/Landebahnen für alle Betriebszeiten möglich werden: Der Anflug mit 3,2 Grad statt 3,0 Grad. Das bedeutet einen größeren Abstand zwischen der Lärmquelle, also dem landenden Flugzeug und dem Boden, also den Anwohnern. Damit können beispielsweise Wohngebiete im südlichen Offenbach oder Rüsselsheim und Mainz entlastet werden.
  2. Spurtreue verbessern: Die am Frankfurter Flughafen vorgegeben Routen sind in der Regel die lärmärmste Möglichkeit, um am Frankfurter Flughafen zu starten und zu landen. In der Realität weichen aber die tatsächlichen Flugspuren von den optimalen An- und Abflugrouten immer wieder ab, was häufig zu einer zusätzlichen Lärmbelastung führt. Bei bestimmten Strecken kann die Einhaltung des idealen und damit lärmärmsten Streckenverlaufs mit einem neuen Navigationsverfahren RNP 1 verbessert werden. Ein entsprechender Probebetrieb auf der Südumfliegung zeigt bisher hohe Anwendungsquoten und Genauigkeit. Das Verfahren soll nun ausgeweitet werden.
  3. Siedlungszentren umfliegen: Das Programm sieht auch drei Maßnahmen vor, mit denen dicht besiedelte Bereiche entlastet werden könnten und stattdessen die Flugrouten über weniger dicht besiedeltes Gebiet führen würden. Dies würde dazu führen, dass die Zahl der Lärmbetroffenen in Summe abnimmt, aber auch manche Anwohnerinnen und Anwohner stärker als bisher mit Fluglärm belastet würden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen soll nun in der Region diskutiert werden.
  4. Rahmenbedingungen und Anreize: Lärmschutzmaßnahmen, die in den Expertenforen entwickelt werden, durchlaufen vor der Einführung zwingend einen Probebetrieb. Die Voraussetzungen dafür sollen vereinfacht werden, damit Probetriebe unbürokratischer und damit schneller realisiert werden können. Dafür sind Änderungen von Bundesgesetzen nötig.

 

Al-Wazir: „Die Arbeit am Lärmschutz muss und wird natürlich weitergehen. Aber das heute vorgestellte Maßnahmenpaket belegt eindrucksvoll die Vorreiterrolle Frankfurts beim Fluglärmschutz. Dafür wurde in den vergangenen Jahren viel geleistet, und ich bedanke mich ausdrücklich beim FFR für seine Arbeit.“

Eine Übersicht über die Lärmschutzmaßnahmen seit 2014 ist hier abrufbar.

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