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Energiewende in Hessen

Erstmals 20 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien

Al-Wazir: „Hessen kann Energiewende“

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Windräder und Solaranlagen
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Die Energiewende in Hessen ist im Jahr 2017 mit Rekordtempo vorangekommen. Erstmals wurden in Hessen 20 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien gedeckt. „Noch nie war Hessen unabhängiger von gefährlichem Atom- und schmutzigem Kohlestrom“, sagte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Freitag bei der Vorstellung der neuen Schätzprognose zur Energiebilanz Hessen. „Wir haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Der Anteil der Erneuerbaren Energien hat innerhalb eines Jahres um über drei Prozentpunkte zugenommen. Das zeigt zum einen: Hessen kann Energiewende. Das zeigt aber auch: Das 25-Prozent-Ziel ist bei diesem Ausbautempo in Reichweite.“ 

Die Stromerzeugung aus Windkraft ist im Jahr 2017 auf 3.243 GWh gestiegen: So viel wie noch nie in Hessen. Im Vergleich zum Vorjahr (2016: 2.204 GWh) ist das ein Plus von fast 50 Prozent. Auch die Stromerzeugung mit Solaranlagen ist 2017 wieder angestiegen. „Natürlich lag das auch an einem guten Windjahr 2017 und vergleichsweise vielen Sonnenstunden“, so der Minister. „Vor allem aber zeigt sich an dieser Entwicklung, wie leistungsstark die neu installierten Windenergieanlagen sind, die auch bei schwächeren Windverhältnissen eine hohe Leistung erzielen.“

Auf Platz 6 im Bundesvergleich

Im Jahr 2017 sind 103 Anlagen mit einer Leistung von 300,4 Megawatt in Hessen in Betrieb genommen worden. Im Bundesvergleich steht Hessen damit in der Bundesländerstudie der deutschen Windguard beim Ausbau der Windkraft erstmals auf Platz 6. 

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung stieg auf 44,5 Prozent (2017). Al-Wazir: „Fast jede zweite in Hessen erzeugte Kilowattstunde Strom stammt aus Erneuerbaren Energien. Sie sind damit inzwischen der mit Abstand wichtigste Stromproduzent in Hessen, seit das Atomkraftwerk Biblis abgeschaltet wurde. Mit diesem in Hessen aus Erneuerbaren Energien erzeugtem Strom wurden im vergangenen Jahr 20 Prozent des hessischen Stromverbrauchs gedeckt.“

Alleine die in den vergangenen vier Jahren installierten Windenergieanlagen erzeugen Strom für mehr als 550.000 Haushalte. 

Entwicklung Windenergie 2018 

„Der Ausbau der Erneuerbaren Energien geht auch in diesem Jahr weiter“, so der Minister. Im ersten Quartal 2018 sind in Hessen insgesamt 19 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 57,9 MW in Betrieb gegangen. Insgesamt 88 Windenergieanlagen (264 MW) waren zudem bereits genehmigt, aber noch nicht in Betrieb. Insgesamt drehen sich zum Ende des ersten Quartals 2018 in Hessen 1.072 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.991 MW.

Weitere zentrale Ergebnisse der Energiebilanz Hessen:  

  1. Während der Primärenergieverbrauch im vergangenen Jahr leicht gesunken ist, stieg der Endenergieverbrauch 2017 an. Das ist vor allem auf den gestiegenen Kraftstoffverbrauch zurückzuführen.
  2. Der Verkehrssektor macht in Hessen 48,6 Prozent des Endenergieverbrauchs aus. Im Klartext: Fast die Hälfte der in Hessen verbrauchten Energie ist dem Verkehrssektor zuzurechnen. Dies kann allerdings nicht komplett den Hessinnen und Hessen zugerechnet werden, da Hessen nicht nur Transitland ist, sondern auch in den am Frankfurter Flughafen startenden Flugzeugen nur eine kleine Minderheit der Passagiere aus Hessen stammt.
  3. Innerhalb des Verkehrssektors hatte der Luftverkehr im Jahr 2017 mit 49,5 Prozent den größten Anteil, der Straßenverkehr hatte einen Anteil von 48,9 Prozent. Gegenüber anderen Bundesländern ist die Bedeutung des Luftverkehrs in Hessen sehr hoch. Schienenverkehr und Binnenschifffahrt hatten im Jahr 2017 lediglich einen Anteil von 1,6 % am Endenergieverbrauch.
  4. Der Endenergieverbrauch je Einwohner ist seit 2015 weitgehend konstant. Der temperaturbereinigte Stromverbrauch je Einwohner ist seit Jahren rückläufig. Das gilt auch für 2017.
  5. Hessische Unternehmen werden immer energieeffizienter. Während das BIP von 2013 bis 2017 um 6,4% anstieg, stieg der temperaturbereinigte Primärenergieverbrauch im gleichen Zeitraum lediglich um 3,8% an. Unterm Strich bedeutet das: Unternehmen erzeugen pro Einheit eingesetzter Energie immer mehr wirtschaftliche Leistung. Die Energieproduktivität steigt.

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