Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Bauen und Wohnen

Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte

Thema: 
Landes- und Regionalplanung, Bauen
27.05.2019Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

In Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt und Umgebung wird die landeseigene Nassauische Heimstätte in den kommenden Jahren tausende bezahlbare Wohnungen bauen.

Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte
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„Knapp 5.000 Wohnungen, die meisten davon im Rhein-Main-Gebiet, sind bereits projektiert, teilweise schon im Bau und in die ersten Wohnungen können bereits in diesem Jahr Mieterinnen und Mieter einziehen. Das sind gute Nachrichten für alle, die in den nächsten Jahren eine neue Wohnung suchen“, sagte Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir am Montag in Wiesbaden. „Alle diese Wohnungen haben eins gemeinsam: Wir werden sie alle deutlich unter Marktpreis vermieten.“

Großbaustelle

Die Nassauische Heimstätte ǀ Wohnstadt ist die Wohnungsbaugesellschaft des Landes Hessen. Sie verfügt aktuell über knapp 60.000 Wohnungen, viele davon im Rhein-Main-Gebiet, wo es immer schwieriger wird, eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Wir werden die Nassauische Heimstätte finanziell weiter stärken, damit sie ihren Bestand schrittweise weiter erhöhen kann. Unser Ziel sind 15.000 zusätzliche Wohnungen“, so der Minister, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Nassauischen Heimstätte ist. „Damit alleine werden wir die Probleme auf dem angespannten Mietmarkt nicht lösen, aber es ist ein wichtiger Beitrag des Landes. Jetzt sind natürlich auch die weiteren Akteure gefragt: Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften ebenso wie private Investoren.“

Die Nassauische Heimstätte bietet tausende günstige Mietwohnungen an, die deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In Frankfurt beispielsweise vermietet sie fast 14.000 Wohnungen für eine Durchschnittsmiete von 7,07 Euro. Auch in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel liegen die Mieten deutlich unterhalb des Marktniveaus.

Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte ǀ Wohnstadt verwies auf die stabilisierende Funktion der Wohnungs-baugesellschaft auf den Mietmarkt in Hessen. „Wir dämpfen mit unseren niedrigen Mieten auch das Mietniveau insgesamt. Die Mieten der Nassauischen Heimstätte sind in Frankfurt die günstigsten der Stadt“, so Westphal. „Das werden wir auch weiterhin gewährleisten, weil wir die Mieten für Normalverdiener um maximal 1 Prozent jährlich erhöhen werden.“

Neben den bezahlbaren Wohnungen, die die Nassauische Heimstätte über den freien Wohnungsmarkt anbietet, sind etwa 30 Prozent der Wohnungen zusätzlich durch das Land gefördert. Bei diesen Wohnungen ist die Miete nochmals deutlich verbilligt. Diese Sozialwohnungen sind für Mieterinnen und Mieter reserviert, deren Haushalts-einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Bei einer vierköpfigen Familie liegt diese Grenze aktuell bei etwa 50.000 Euro im Jahr.

Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte


Insgesamt ist die Zahl der Sozialwohnungen in den letzten zehn Jahren bundesweit deutlich gesunken. Von diesem bundesweiten Trend konnte sich auch Hessen nicht abkoppeln. „Das liegt nicht daran, dass wir Sozialwohnungen verkaufen. Das tun wir nämlich nicht“, so der Minister. Vielmehr fallen jedes Jahr bundesweit zigtausende Wohnungen aus der so genannten Sozialbindung. Das heißt, der Eigentümer der Sozialwohnung ist nicht mehr länger verpflichtet, die Wohnung als Sozialwohnung anzubieten. Al-Wazir: „Diesen bundesweiten Trend, dass es Jahr für Jahr weniger Sozialwohnungen gibt als im Vorjahr, wollen wir in Hessen in dieser Legislaturperiode stoppen und umkehren.“

Der Minister kündigte an, dafür den Bau von Sozialwohnungen weiter anzukurbeln. Für den Bereich des geförderten Wohnungsbaus wird das Land insgesamt 2,2 Milliarden Euro mobilisieren. Das reicht, um über 20.000 geförderte Wohnungen für mehr als 60.000 Menschen zu bauen. Das Geld soll zudem genutzt werden, um Sozial-wohnungen länger als bislang in der Sozialbindung zu halten. „Wir werden den Vermietern Zuschüsse anbieten, damit diese ihre Wohnungen auch nach Ablauf der Bindungsfristen als Sozialwohnung vermieten.“

Sozialwohnungen in Hessen 

In Hessen gab es Anfang 2018 gut 80.000 Sozialwohnungen. Das waren 5.000 weniger als im Vorjahr. Diese Wohnungen sind aus der Sozialbindung gefallen. Trotzdem bleiben die Mieten bei diesen Wohnungen über Jahre vergleichsweise günstig, denn Mieterhöhungen sind in den Folgejahren rechtlich gedeckelt. Das regelt die so genannte Kappungsgrenze, die für alle Mietverhältnisse gilt. Demnach dürfen Mieten innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent steigen, in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt wie bspw. in Frankfurt liegt die Kappungsgrenze bei 15 Prozent. Das dämpft den Anstieg, gerade bei ehemaligen Sozialwohnungen, erheblich.

Beispiel Frankfurt: In Frankfurt kostet eine 70 qm Sozialwohnung aufgrund der Förderung von Land und Stadt lediglich 385 Euro. Fällt eine solche Wohnung aus der Sozialbindung, dann darf die Miete innerhalb von drei Jahren um maximal 15 Prozent steigen. Umgerechnet heißt das: Die 70 qm Wohnung in Frankfurt kostet 3 Jahre nach Auslauf der Sozialbindung maximal 443 Euro, nach 6 Jahren maximal 510 Euro und nach 9 Jahren maximal 585 Euro. Für Frankfurter Verhältnisse sind das immer noch günstige Wohnungen.

Zudem hat das Land begonnen, den Bau neuer Sozialwohnungen massiv zu fördern. „Wer privat ein Haus bauen will, weiß: So etwas geht nicht von heute auf morgen. Aber wir arbeiten jetzt schrittweise daran, den geförderten Wohnungsmarkt wieder in Gang zu bringen“, so der Minister. 

Al-Wazir verwies auf die deutliche Steigerung des Bewilligungsvolumens für geförderte Wohnungen. „Die Bewilligungen haben sie innerhalb von drei Jahren nahezu vervierfacht. Das wird sich in den kommenden Jahren auch bei den Fertigstellungen der Wohnungen zeigen.“

Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte

Abgewickelt werden diese Programme über die WIBank, die Förderbank des Landes Hessen. „Der enorme Anstieg der sozialen Mietwohnraumförderung belegt, wie ernst das Land Hessen und die WIBank die Bereitstellung von mehr bezahlbarem Wohnraum nehmen. Trotz dieser positiven Entwicklung dürfen unsere Anstrengungen aber nicht nachlassen“, sagte Gottfried Milde, Sprecher der Geschäftsleitung der WIBank. „Es liegt auf der Hand, dass in Zeiten niedrigster Zinsen auch das Geschäft der Förderbanken angepasst werden muss. Wir haben das getan, indem wir neben Zinsverbilligungen auch Zuschüsse gewähren.“ Zudem biete die WIBank den Investoren eine Betreuung aus einer Hand. „Wir betreuen Bauprojekte schon ab der Planungsphase und helfen den Investoren dabei, so zu bauen, dass die Projekte später auch finanziell gefördert werden können.“

„Uns geht es nicht darum, möglichst große Zahlen ins Schaufenster zu hängen, sondern dass die Gelder auch abgerufen und verbaut werden. Hier hat die WIBank in den vergangenen Jahren bemerkenswertes geleistet“, so der Minister. „Wir sind froh, dass wir eine starke Förderbank an unserer Seite haben. Und wir sind in der glücklichen Lage, mit einer starken landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft auch direkt Wohnungen bauen und zu bezahlbaren Preisen vermieten zu können. Das Land wird auch weiterhin dafür sorgen, dass kein Antrag auf sozialen Wohnungsbau am Geld scheitert.“

Weitere Infos im Faktenblatt FAQ Geförderter Wohnungsbau

Daten und Fakten zum Wohnungsmarkt in Hessen

Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte

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