Berufsausbildung

Ausbildungsplätze sind noch frei

Um freie Ausbildungsstellen zu besetzen startet vom 16. bis 21. November die Aktionswoche zur Nachvermittlung.

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Auszubildende im Betrieb
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Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche bekommen mit einer Nachvermittlungswoche die Chance, noch in diesem Jahr eine Stelle zu finden. Darauf haben sich die Partner des Bündnis Ausbildung Hessen verständigt. „Die Corona-Pandemie hat das Ausbildungsjahr ganz schön aus dem Zeitplan gebracht“, erläuterte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Freitag. „Betriebe konnten nicht aufgesucht, Vorstellungsgespräche nicht geführt werden, Praktika haben nicht stattgefunden. Mit der Woche der Nachvermittlung schaffen wir neue Gelegenheiten, Jugendliche und Unternehmen in Kontakt zu bringen. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine verlorene Generation Corona entsteht.“

Offene Stellen trotz Corona besetzen

Die Nachvermittlungsaktion läuft vom 16. bis 21. November und konzentriert sich auf Berufsschulen mit vollzeitschulischen Bildungsgängen. Regional abgestimmt bieten Beteiligte der regionalen OloV-Netzwerke (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf) wie Kammervertreter oder Berufsberater den Jugendlichen Unterstützung an. Auch Unternehmen sollen die Möglichkeit bekommen, ihre noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Um die Hygieneregeln einzuhalten, werden virtuelle Formate, Einzelgespräche oder auch Veranstaltungen auf dem Schulhof genutzt.

„Nichts hilft besser gegen das Auf und Ab am Arbeitsmarkt als eine solide Ausbildung“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Unsere beruflichen Schulen bieten kurzfristig entschlossenen Jugendlichen auch nach dem eigentlichen Beginn des Ausbildungsjahres noch attraktive Möglichkeiten, den ersten beruflichen Schritt zu machen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, in eine Ausbildung zu starten.“

Aktionswoche mit viel Unterstützung

„ Mit der Woche der Nachvermittlung schaffen wir neue Gelegenheiten, Jugendliche und Unternehmen miteinander in Kontakt zu bringen“, so Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

Auch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Aktionswoche mit regionalen Aktivitäten, da die Ergebnisse auf dem Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2019/20 nicht an die guten Entwicklungen der vergangenen Jahre haben anknüpfen können. „Wir sind in allen hessischen Agenturen mit Hochdruck in die Nachvermittlung gestartet. Ich bin sicher, dass wir trotz coronabedingter Verzögerungen bei Ausbildungsabschlüssen noch viele Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenbringen können“, sagte Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen. „Auf dem Ausbildungsmarkt geht auch jetzt noch was“, stellte Martin fest und appellierte: „Wer für das aktuelle oder das kommende Ausbildungsjahr noch auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz ist, soll sich umgehend bei seiner Berufsberatung melden“. Offene Ausbildungsplätze nehmen die örtlichen Arbeitgeberservice ebenfalls gerne entgegen.

Bedarf an Nachwuchskräften im Handwerk

Der Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, Eberhard Flammer, sagte: „Corona ändert nichts daran, dass die duale Berufsausbildung einen chancenreichen Start in das Berufsleben bietet. Wir freuen uns über jeden jungen Menschen, der sich auch jetzt noch für eine duale Berufsausbildung entscheidet. Hessens Unternehmen haben trotz Corona Bedarf an Nachwuchskräften. Die hessischen IHKs beraten weiterhin jeden, der eine duale Berufsausbildung beginnen will."

„Unsere Handwerksbetriebe suchen dringend Fachkräfte von morgen“, erläuterte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern, Heinrich Gringel: „Es ist daher auch jetzt noch nicht zu spät, 2020 eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen. Die hessischen Handwerkskammern beraten gerne alle, die eine Ausbildung im Handwerk beginnen wollen."

„Die Auszubildenden des Jahrgangs 2020 sind die Fachkräfte, die 2023 stark gesucht sein werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, Dirk Pollert. „Wir unterstützen daher die Woche der Ausbildung sehr gerne, denn wir dürfen nichts unversucht lassen, um gerade in diesem besonderen Jahr den Jugendlichen zu signalisieren: Nehmt die Möglichkeiten wahr, viele Unternehmen suchen immer noch nach Auszubildenden. Das untermauern auch die Zahlen der offenen Ausbildungsstellen. Mein Dank gilt allen Unternehmen, die sich bisher, weiterhin und trotz der enormen Herausforderungen in diesem Jahr für die Ausbildung engagieren."

Virtuelle Formate und Veranstaltungen auf den Schulhöfen

„Die Nachvermittlungsaktion ist eine wichtige Maßnahme, um bisher unentschlossene junge Menschen dabei zu unterstützen, zukunftsfähige Perspektiven für sich zu eröffnen und dieses Jahr doch noch in eine Berufsausbildung einzusteigen“, sagte der geschäftsführende Direktor des Hessischen Landkreistages, Prof. Dr. Jan Hilligardt. „Besonders ist das individuelle Augenmaß bei den verschiedenen Anspracheformaten der diesjährigen Aktion zu begrüßen, damit am Ende auch alle gesund und sicher durchstarten können."  

„Wir wünschen uns, dass viele junge Menschen die bestehenden Chancen ergreifen und doch noch einen Ausbildungsplatz bekommen“, erklärte der Direktor des Hessischen Städtetages, Stephan Gieseler. „Wir setzen dabei auch auf die Digitalisierung, die zwar die praktische Arbeit nicht ersetzen, wohl aber im Rahmen dualer Bildungsangebote die theoretische Seite auch während Corona ermöglicht.“

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