Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Geschichte und Erinnerung

Al-Wazir würdigt Horváth-Zentrum

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat am Mittwoch die Arbeit des Horváth-Zentrums in Mörfelden-Walldorf gewürdigt: „Auch ein zivilisiertes Land ist nie gegen einen Rückfall in die Barbarei gefeit, das ist die wichtigste – und leider allzu oft bestätigte – Lektion des Nationalsozialismus‘. Sie verpflichtet uns, die Erinnerung wachzuhalten, und in Mörfelden-Walldorf geschieht dies vorbildlich“, sagte der Minister bei einem Besuch der Gedenk- und Begegnungsstätte am Ort einer früheren KZ-Außenstelle.  

In der KZ-Außenstelle Walldorf wurden im Herbst 1944 Ungarinnen jüdischen Glaubens zur Zwangsarbeit auf dem Frankfurter Flughafen gefangen gehalten. Nach Kriegsende geriet das Lager in Vergessenheit. Erst in den 70er Jahren wurde es „wiederentdeckt,“ in den 1990er Jahren begannen Schulklassen aus der Region und Studierende aus vielen Ländern damit, die Überreste eines Kellers freizulegen, in dem die Frauen seinerzeit misshandelt wurden – einige von ihnen bis zum Tod.  

Durch zahlreiche Interviews mit Überlebenden kann die Geschichte des Lagers inzwischen anschaulich und detailreich vermittelt werden. 2004 wurde eine nach der früheren Insassin Margit Horváth benannte Stiftung gegründet, die Führungen, Seminare, Vorträge und Studienfahrten organisiert. 2016 wurde das Horváth-Zentrum eröffnet.

„Aus Erinnerung ist Wissen geworden.“

„Aus Erinnerung ist Wissen geworden, und dieses Wissen wird weitergegeben“, sagte Al-Wazir. „Das ist die richtige Art, mit diesem zutiefst verstörenden Kapitel unserer Geschichte umzugehen.“ Das Wirtschaftsministerium hatte den Bau des Zentrums mit 8000 Euro unterstützt.  

Die Stiftungs-Vorsitzende Cornelia Rühlig dankte für die Unterstützung: „Der Rechtspopulismus und antieuropäische Geist, der sich derzeit in Deutschland und vielen unserer Nachbarländer zeigt, ist zutiefst besorgniserregend. In vielen kleinen und großen Institutionen müssen wir dagegen aufstehen und gerade auch mit jungen Menschen zu dieser Thematik arbeiten.“ 

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Marco Kreuter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
+49 611 815 20 20
+49 611 815 22 25
presse@wirtschaft.hessen.de
Schließen