Gesamtbericht

Abschlussbericht IAB-Betriebspanel 2018

Thema: 
Wirtschaft & Finanzplatz Frankfurt
13.01.2020Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Beschäftigungswachstum und Fachkräftebedarf bewegt weiterhin hessische Betriebe

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Betriebliche Bildung
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Das IAB-Betriebspanel, eine Befragung von bundesweit über 16.000 Betrieben, ist seit über 15 Jahren eine unverzichtbare Datenbasis, die betriebliches Handeln nachvollziehbar abbildet. Der jetzt vorgelegte Gesamtbericht für das Jahr 2018 bietet ausführliche Informationen zur Personalpolitik hessischer Betriebe:

  • der Personalsituation,
  • der Fachkräftesicherung durch betriebliche Aus- und Weiterbildung,
  • der Beschäftigungssituation von Frauen,
  • den Arbeitszeitmodellen und
  • der ökologischen Nachhaltigkeit.

Viele Neueinstellungen und weiterhin Nachfrage nach Fachkräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war auch im Jahr 2018 ungebrochen hoch. Mehr als ein Drittel der befragten Betriebe verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 Neueinstellungen. Dabei entfielen über die Hälfte auf qualifizierte Stellen. Ein Viertel der einstellenden Betriebe konnte auf diesem Weg seinen Personalbedarf vollständig decken. Unbesetzt blieben überwiegend qualifizierte Stellen, die einen Berufs- oder einen Hochschulabschluss voraussetzen.Neben Vollzeitjobs hat sich Beschäftigung in Teilzeit als festes Format etabliert. Durchschnittlich vier von fünf Betrieben ermöglichten im Jahr 2018 Teilzeitarbeitsverhältnisse. Trotz bestehender Arbeitskräftenachfrage halten Betriebe an Befristungen fest. Zu Befristungen kam es 2018 in 17 Prozent der hessischen Betriebe. 

Angebot an Ausbildungsplätzen erreichte neuen Höchststand - Jeder zweite Betrieb förderte Weiterbildungsmaßnahmen

Jeder dritte zur Ausbildung berechtigte Betrieb in Hessen hat im Ausbildungsjahr 2017/18 einen oder mehrere Ausbildungsplätze angeboten: insgesamt über 62.000 Stellen. Trotz des großen Angebots blieb die Zahl der besetzten Ausbildungsstellen mit rund 49.000 konstant. Knapp zwei Drittel der Betriebe konnten alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen.

Rund die Hälfte aller Betriebe engagierten sich im ersten Halbjahr 2018 in der Weiterbildung. Damit ist der Anteil weiterbildungsaktiver Betriebe im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. Ebenfalls geringer als im Vorjahr fiel der Anteil geförderter Beschäftigter aus. Hiervon waren sowohl qualifiziert Beschäftigte als auch Beschäftigte für einfache Tätigkeiten betroffen. Qualifiziert Beschäftigten nahmen im Schnitt fast doppelt so häufig an betrieblicher Weiterbildung teil wie Beschäftigte in einfachen Tätigkeiten. 

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert 

Beim Aufstieg in Führungspositionen sind Frauen in Hessen seit 2016 nicht vorangekommen: 2018 war nur jede vierte Position auf der ersten und jede dritte Position auf der zweiten Führungsebene weiblich besetzt.

47 Prozent aller Beschäftigten waren 2018 in Hessen Frauen. Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitete in Dienstleistungsbetrieben. Tendenziell sinkt der Frauenanteil mit der Größe des Betriebs und den Qualifikationsanforderungen der Tätigkeit. Drei von vier Teilzeitbeschäftigten waren weiblich. Von allen Frauen arbeiteten 54 Prozent in Teilzeit. Häufiger als ihre männlichen Kollegen waren Frauen darüber hinaus in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis.

Jeder vierte Betrieb in Hessen fördert mobiles Arbeiten 

Durch den Wandel der Arbeitswelt entstehen neue Arbeitsmodelle. Räumliche und zeitliche Flexibilisierung ermöglichen mobiles Arbeiten, zum Beispiel von unterwegs oder Zuhause. Ein Viertel der hessischen Betriebe unterstützte 2018 mobiles Arbeiten. Die Verbreitung von mobiler Arbeit hängt sowohl eng mit der Größe, als auch der Wirtschaftsstruktur der Betriebe zusammen.

In etwa der Hälfte der hessischen Betriebe wurden 2017, neben den vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden, Überstunden geleistet. Als Gegenleistung für die Überstunden boten die Betriebe Freizeitausgleich, Vergütung oder die Wahlfreiheit zwischen den beiden Optionen an. Ergänzend zum zeitnahen Ausgleich von Überstunden gibt es in einigen Betrieben Arbeitszeitkonten. Jeder dritte Betrieb in Hessen hatte im Jahr 2018 hierzu Regelungen getroffen.

Ökologische Nachhaltigkeit vor allem in Groß- und innovativen Betrieben

43 Prozent der Betriebe in Hessen messen ökologischer Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei ihren betrieblichen Aktivitäten eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. In jedem vierten Betrieb ist Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Die Bedeutung ökologischer Nachhaltigkeit nimmt mit steigender Betriebsgröße zu. Bei den innovativen Betrieben misst die Hälfte ökologischer Nachhaltigkeit eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. 

Hintergrundinformation

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch Kantar Public befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Gefördert werden die hessischen Zusatzauswertungen aus Mitteln des Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds.

Der Gesamtbericht des IAB-Panels 2018 sowie Infografiken stehen als Download zur Verfügung.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Franziska Richter
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
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