Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Beschäftigungsentwicklung

Abschlussbericht IAB-Betriebspanel 2016

Thema: 
Wirtschaft & Finanzplatz Frankfurt
08.01.2018Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

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Kurve Aufwärtstrend
© HMWEVL

Das IAB-Betriebspanel, die Befragung von bundesweit über 16.000 Betrieben, ist seit über 15 Jahren eine verlässliche Datenbasis, die betriebliches Handeln nachvollziehbar abbildet. Der am Montag vorgelegte Abschlussbericht für das Jahr 2016 bietet umfangreiche Informationen zur Personalpolitik hessischer Unternehmen:

  • Erschließung ungenutzter Personalressourcen,
  • Umsetzung des Genderaspektes,
  • Engagement in der dualen Berufsausbildung,
  • betriebliches Weiterbildungsverhalten und
  • Umgang mit Automatisierung und Digitalisierung.

Geringe Personalprobleme erwartet 

Die Zahl der Neueinstellungen erreichte im ersten Halbjahr 2016 mit knapp 200.000 Arbeitskräften einen neuen Höchststand. Gleichzeitig wurden etwas mehr als 80.000 Arbeitskräfte in Hessen gesucht. Dennoch gaben über die Hälfte der Betriebe an, dass sie in den kommenden beiden Jahren nicht mit Personalproblemen rechnen. Die Teilzeitquote erreichte in Hessen 2016 mit 32 Prozent einen neuen Höchststand, die Befristungsquote in Hessen betrug 2016 unverändert sieben Prozent. Jeder fünfte Betrieb gab an, Langzeitarbeitslose bei der Stellenbesetzung grundsätzlich nicht zu berücksichtigten. Allerdings wurden verstärkt Arbeitskräfte aus dem Ausland eingesetzt. In 30 Prozent der hessischen Betriebe, die ausländische Arbeitskräfte beschäftigten, arbeiteten Personen, die zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht lange in Deutschland lebten. 

Teilzeit bleibt Frauendomäne 

Obwohl sich die Zahl der beschäftigten Frauen 2016 in Hessen um 200.000 erhöhte, liegt ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung unverändert bei 45 Prozent. Teilzeit bleibt eine Frauendomäne - etwa drei von vier Beschäftigten sind hier weiblich. Außerdem ist das Risiko, befristet beschäftigt zu sein, für Frauen auch weiterhin höher als für Männer. Die Zahl der Frauen in Führungspositionen ist 2016 auf 28 Prozent gestiegen.

Rückläufige Ausbildungsbeteiligung, aber hohe Zahl von Übernahmen 

Der Rückgang der Ausbildungsbeteiligung hielt an. 2016 bildeten lediglich 26 Prozent aller hessischen Betriebe aus. Der Anteil ausbildungsberechtigter Betriebe ist ebenfalls rückläufig. 2016 erfüllten nur 55 Prozent der hessischen Betriebe die gesetzlichen Voraussetzungen zur Berufsausbildung, und lediglich 47 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe bildeten tatsächlich aus. Die Anzahl der angebotenen Ausbildungsstellen blieb allerdings auf hohem Niveau. Es gelang, 85 Prozent der Stellen zu besetzen. Außerdem wurden 23.400 der 35.300 Ausbildungsabsolventen hessenweit von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Die Übernahmequote betrug damit 66 Prozent. 

Weiterbildungsbereitschaft weiterhin auf hohem Niveau 

Im ersten Halbjahr 2016 erreichte der Anteil der weiterbildenden Betriebe mit 55 Prozent wieder das hohe Niveau des Vorjahres. In diesem Zeitraum nahmen in Hessen rund 31 Prozent aller Beschäftigten an betrieblich geförderten Weiterbildungsmaßnahmen teil. Damit hat sich ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht. 

Relevanz neuer Technologien steigt 

60 Prozent der Betriebe gaben bei der Befragung an, dass sie sich bereits mit dem Thema Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien beschäftigt haben. Gleichzeitig hatte sich fast ein Drittel der hessischen Betriebe noch gar nicht mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt, welche diese Technologien bereithalten. 70 Prozent sahen Potenzial zum Einsatz von Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien. Insgesamt zeigten Firmen mit 50 und mehr Beschäftigten eine etwas höhere Affinität für Digitalisierungsthemen als kleinere Betriebe.  

Hintergrundinformation 

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) lässt seit 1993 jährlich Betriebe im Rahmen des IAB-Betriebspanels durch Kantar Public (ehemals TNS Infratest Sozialforschung) befragen. Die Auswertung für Hessen erfolgt durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur. Finanziert werden die hessischen Zusatzauswertungen durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie den Europäischen Sozialfonds.

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