Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Landesentwicklung

100 Jahre Hessische Landgesellschaft

Thema: 
Landes- und Regionalplanung, Bauen
31.01.2019Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

hmuelv-Ländlicher Raum

Weizenfeld - © Fotolyse / Fotolia.com
© Fotolyse / Fotolia.com

Als unverzichtbaren Dienstleister für Wohnungsbau, Naturschutz und Infrastrukturmaßnahmen hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Hessische Landgesellschaft (HLG) gewürdigt: „Boden ist ein nichtvermehrbares Gut, für das es nahezu grenzenlosen Bedarf gibt – für Wohnen und Landwirtschaft, Gewerbe und Erholung, Straßen und Natur. Dies alles in Einklang zu bringen, erfordert kluges Management“, sagte der Minister am Donnerstag in Wiesbaden bei einem Festakt zum 100jährigen Bestehen der HLG.

„Boden ist ein nichtvermehrbares Gut"

Die HLG ist aus der im Januar 1919 in Kassel gegründeten „Hessische Heimat Siedlungsgesellschaft“ sowie der sieben Monate jüngeren „Nassauischen Siedlungsgesellschaft“ Frankfurt hervorgegangen. Aufgabe beider Gesellschaften war zunächst die Sicherung der Nahrungsversorgung durch Neuordnung und Entwicklung landwirtschaftlicher Flächen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schaffung von Wohnraum vordringliches Ziel.

Bodenbevorratung und Grunderwerb für Infrastrukturmaßnahmen

Heute hält die HLG als staatliche Treuhandstelle für Land und Kommunen Flächen vor, die beispielsweise für Städtebau, Landwirtschaft und Straßenbau benötigt werden. Sie verwaltet die Staatsdomänen, berät Landwirte bei Bauvorhaben und fungiert als Dienstleister, wenn – etwa zum Ausgleich für Straßenbauprojekte – Streuobstwiesen, Heckenzüge oder andere Naturschutzmaßnahmen anzulegen sind. Jedes Jahr wickelt sie ca. 1000 Grundstücksgeschäfte ab. „Die Erfahrungen der HLG bei Bodenbevorratung und Grunderwerb für Infrastrukturgroßvorhaben sowie im Kompensationsflächen-Management führen zu erheblicher Effizienzsteigerung für das Land“, sagte der Minister.

Unterstützung bei der Ausweisung von Solar- und Windkraftflächen

Als neues Aufgabengebiet nannte Al-Wazir die Energiewende: „Die HLG kann bei der Ausweisung von Solar- und Windkraftflächen unterstützen, indem sie den Flächenverbrauch ausgleicht und für den Grunderwerb sorgt.“ Der Minister lobte auch das Engagement der Gesellschaft für Plusenergiesiedlungen, die mehr Energie erzeugen als sie benötigen. „Einen Großteil unserer Energie verbrauchen wir immer noch für das Heizen unserer Wohnungen – obwohl es längst Bauweisen gibt, mit denen Häuser ihren eigenen Bedarf erzeugen und sogar noch Strom ans Netz abgeben.“

Vorausschauender Kauf großer Flächen

„Die HLG hat Flächen für große Infrastrukturprojekte wie den Bau der ICE-Trasse Frankfurt-Köln einschließlich des ökologischen Ausgleichs für diese Eingriffe mobilisiert“, sagte Geschäftsführerin Prof. Dr. Martina Klärle. „In der Landwirtschaft hat sie mit ihrer Bauberatung dafür gesorgt, dass die hessische Landwirtschaft in den vergangenen fünf Jahren etwa 100 Millionen Euro in das Tierwohl investiert hat. Mit der Bodenbevorratung für über 220 hessische Städte und Gemeinden stellt sie jedes Jahr Bauland für umgerechnet ca. 1.000 Wohneinheiten bereit.“ Mit dem vorausschauenden Kauf großer Flächen zu gleichen Konditionen sichere die HLG günstiges Bauland und unterbinde Spekulation. 

„Ballungsräume auf ländlichen Raum angewiesen"

Klärle wies auf die Bedeutung des ländlichen Raums für die Lebensmittelproduktion, für den Schutz natürlicher Ressourcen und für die Erzeugung erneuerbarer Energien hin: „Die Ballungsräume sind auf den ländlichen Raum angewiesen.“ Deswegen werde sich die HLG weiter intensiv für dessen Entwicklung einsetzen. 

Die HLG beschäftigt etwa 150 Mitarbeiter, vorrangig Agrar-Ingenieure, Architekten, Vermessungstechniker, Geographen und Kaufleute. Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen mit Hauptsitz in Kassel befindet sich im mehrheitlichen Landesbesitz. Weitere Beteiligungen halten die Landesbank Hessen-Thüringen und zahlreiche Gebietskörperschaften.

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