Die kommunale Wärmeplanung ist eine wichtige strategische Grundlage für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung. Die Stadt Kelsterbach setzt als eine Vorreiterkommune auf verschiedene Maßnahmen. Energieminister Kaweh Mansoori hat sich heute über den Umsetzungsstand der Planung informiert und einen aktuellen Stand zu Fortschritt in Hessen gegeben.
„Die kommunale Wärmeplanung schafft Planungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte und das für alle: Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Handel sowie städtische Versorger. Dabei unterstützen wir die Kommunen tatkräftig. Pro Jahr stehen über 8 Millionen Euro als Unterstützung aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung. Damit die nachhaltige Wärmeversorgung von morgen planvoll gestaltet werden kann“, betonte Energieminister Kaweh Mansoori. Darüber hinaus unterstützt die LandesEnergieAgentur LEA Hessen im Rahmen der ‚Hessischen Kommunen für die Wärmewende‘ mit konkreten Checklisten zur Akteursbeteiligung, Informationen zum Vergabeverfahren oder einer Plattform zum direkten Austausch zwischen den Kommunen.
Digitale Plattformlösung und Geothermie
Kommunen unter 100.000 Einwohnern müssen bis Juni 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorlegen. Kelsterbach hat sich bereits deutlich vor vielen anderen Kommunen auf den Weg gemacht: Hier wurden neue digitale Wege bei der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beschritten. Das Land hat die Kommune dabei mit einer Förderung von rund 121.000 Euro unterstützt.
„Mit Hilfe der Kommunalen Wärmeplanung, die wir dank der Förderung des Landes Hessen umsetzen können, wollen wir die Wärmeversorgung der Stadt Kelsterbach klimaneutral, versorgungssicher und kostenbewusst neu aufstellen. Zusammen mit qualifizierten Fachbüros stellt die Stadt die Planung, die Quartierskonzepte mit unterschiedlichen Wärmelösungen beinhaltet, derzeit fertig. Ende März wird der finale Wärmeplan mitsamt Maßnahmenkatalog für Kelsterbach vorliegen“, sagte Bürgermeister Manfred Ockel.
Kelsterbach nutzt zur Kommunikation mit allen Interessierten während des Erstellungsprozesses und nun bei der Umsetzung nicht nur die gängigen Möglichkeiten der Informationsbereitstellung. Mit KelsterVoice (https://kelstervoice.yourvoice-projektstadt.de/) bietet sie allen Bürgerinnen und Bürgern eine einfache, barrierearme Möglichkeit, sich aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. Jeder kann sich registrieren und auf einer 3D-Karte der Stadt konkrete Anmerkungen zu Umsetzungsmaßnahmen hinterlassen, von Anregungen, was wie eingebunden werden könnte bis zu Flächen für Projektbausteine wie Heizanlagen oder Photovoltaik. So werden nicht nur Transparenz und Mitbestimmung gestärkt, sondern auch eine vielfältige Meinungslandschaft gefördert.
Kelsterbach will die KWP aber nicht nur digital erfahrbar machen, bereits jetzt werden erste Baustellen sichtbar. So wird am Sportpark Kelsterbach bereits mit den Bohrungen für eine oberflächennahe Geothermieversorgung begonnen und die Einbindung des bestehenden Rechenzentrums in die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt vorbereitet.
Übersicht zur kommunalen Wärmeplanung in Hessen
Alle hessischen Kommunen sind dazu verpflichtet eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen.
In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner muss diese bereits bis 30.06.2026 vorliegen.
- Darmstadt (bereits abgeschlossen)
- Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel und Offenbach in der Erarbeitung und im Zeitplan
Kommunen unter 100.000 Einwohnern müssen bis Juni 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorlegen.
Aktuell sind bereits 30 Wärmepläne fertig gestellt. Hierzu zählen: Fischbachtal, Königstein am Taunus, Hasselroth, Langen, Langenselbold, Linsengericht, Neuberg, Flörsheim am Main, Dreieich, Geisenheim, Oestrich-Winkel, Haiger, Wetzlar, Limburg, Kirchhain, Freiensteinau, Grebenau, Lohfelden, Vellmar, Eltville, Gudensberg, Fuldabrück, Großalmerode, Eschwege, Löhnberg, Bad Nauheim, Bad Soden am Taunus, Eschborn, Neu-Isenburg und Gießen.