Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
WDV-Systeme

Wärmedämmverbundsysteme (WDV-Systeme) mit Polystyroldämmstoffen

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Haus mit Schal
© Gina Sanders / Fotolia.com

Im Gebäudebereich wird viel Heizenergie verbraucht. Trotz vielfacher Initiativen und Anstrengungen, den Energieverbrauch im Gebäudesektor zu verringern, macht er weiterhin bei 40 Prozent des Gesamtverbrauches aus. Die energetische Modernisierung der Gebäude voranzubringen, ist daher ein wichtiger Bestandteil Hessischer Energiepolitik. Um die notwendigen Fortschritte in der Energieeffizienz zu erzielen, ist die Dämmung von Gebäuden unerlässlich. Energieeffizienz darf aber nicht zu Lasten der Brandsicherheit gehen. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Sicherheitsaspekte oberste Priorität haben.

Verständlicherweise führen die aktuellen Diskussionen nach dem verheerenden Brand eines Londoner Hochhauses zu Verunsicherung. Jedoch stellt eine wärmegedämmte Außenwand nicht per se eine Gefahr dar. Dies gilt auch für Außenwände, auf die ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aufgebracht wurde. Zumal die verschiedenen durch die Putzschicht geschützten Dämmstoffe, wie beispielsweise Polystyrol, Polyurethane oder Mineralfaser, sehr unterschiedliche Eigenschaften im Brandverhalten aufweisen.

Um Sicherheitsrisiken auszuschließen, wurde auf Initiative des Landes bereits 2012 der Dämmstoff Polystyrol durch die Bauministerkonferenz (BMK) untersucht und die Anforderungen an seine Zulassung erhöht. Dies betrifft insbesondere die Vorgaben nach zusätzlichen Brandriegeln, die ein Überschlagen von Flammen im Brandfall auf höher liegende Geschosse verhindern sollen. Des Weiteren wird die brandsichere Ausführung der Sockelbereiche gefordert, da es hier in der Vergangenheit zu Brandschäden gekommen war. Zusätzlich hat die BMK ein Merkblatt mit „Empfehlungen zur Sicherstellung der Schutzwirkung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) aus Polystyrol“ bereitgestellt.

Auch nach dem Londoner Brand sind keine Erkenntnisse bekannt, aus denen sich für ordnungsgemäß verwendete WDVS mit brennbaren Dämmstoffen eine konkrete Gefahrenlage ableiten ließe. Vielmehr handelt es sich nach den bisher vorliegenden Informationen bei der verwendeten Außenwandbekleidung um ein hinterlüftetes Fassadensystem und nicht um ein WDVS. Nichtsdestotrotz haben die Gremien der ARGEBAU der BMK das Brandereignis zum Anlass genommen, das Thema der Brandsicherheit von Fassadensystemen erneut zu diskutieren.

Empfehlung

Bei der Errichtung von WDVS ist darauf zu achten, dass die aufeinander abgestimmten Systemkomponenten entsprechend ihrer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) mit der erforderlichen Sorgfalt und Sachkunde eingebaut werden. Aus diesem Grund sollte eine Fachfirma die Arbeiten ausführen. Zudem ist es empfehlenswert, sich die mit der abZ übereinstimmende Bauausführung bescheinigen zu lassen. Insbesondere während der Bauarbeiten sollten keine größeren Mengen brennbarer Materialien in Gebäudenähe gelagert werden.