Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
HPPVO, NBVO

Sachverständigenwesen

Bereits die Hessische Bauordnung (HBO) 2002 hat einen maßgeblichen Systemwechsel eingeleitet: Konzentration staatlicher Tätigkeit auf wesentliche Kernbereiche, Verringerung der hoheitlichen Prüf- und Überwachungstätigkeit, Stärkung der Eigenverantwortung der am Bau Beteiligten.

Die HBO hat die Notwendigkeit der herkömmlichen bauaufsichtlichen Prüfung der Bauvorlagen durch die Bauaufsichtsbehörden sowie die Prüfung von bautechnischen Nachweisen durch hoheitlich (bauaufsichtlich) tätige Prüfingenieurinnen und Prüfingenieure erheblich reduziert.

In weiten Bereichen greift anstelle der früheren bauaufsichtlichen Prüfung

  • die Erstellung der bautechnischen Nachweise durch qualifizierte und in Listen eingetragene Nachweisberechtigte oder
  • nach näherer Maßgabe der Bauordnung die Bescheinigung der Richtigkeit und Vollständigkeit der bautechnischen Nachweise durch privatrechtlich tätige und eigens in ihren Fachbereichen anzuerkennende Prüfsachverständige.

Dem neuen System wird mit der Verordnung über Nachweisberechtigte für bautechnische Nachweise nach der Hessischen Bauordnung (Nachweisberechtigten-Verordnung - NBVO) und der Hessischen Prüfberechtigten- und Prüfsachverständigenverordnung – HPPVO - Rechnung getragen.

Die Hessische Prüfberechtigten- und Prüfsachverständigenverordnung (HPPVO) fasst früher bestehende Rechtsverordnungen im Bereich der Prüfingenieurinnen und Prüfingenieure sowie bauaufsichtlich anerkannten Sachverständigen zusammen, integriert sie in das neue System der HBO und schafft die erforderlichen ergänzenden Regelungen. Daneben führt sie eine Vielzahl von Detailregelungen des derzeitigen Rechtsstandes zusammen.

Im Einzelnen erfasst die HPPVO folgende Prüfberechtigte und Prüfsachverständige:

  • Prüfberechtigte und Prüfsachverständige für Standsicherheit,
  • Prüfsachverständige für Brandschutz,
  • Prüfsachverständige für technische Anlagen und Einrichtungen in Gebäuden (TGA) der jeweiligen Fachrichtungen,
  • Prüfsachverständige für Erd- und Grundbau,
  • Prüfsachverständige für Vermessungswesen,
  • Prüfsachverständige für Energieerzeugungsanlagen.

Mit der Verordnung zur Änderung bauordnungsrechtlicher Rechtsvorschriften vom 24. November 2010 wurden Erfordernisse aus der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Dienstleistungen im Binnenmarkt übernommen.
Die Verordnung berücksichtigt darüber hinaus Anpassungen an die Erfahrungen der Praxis im Umgang mit dem Recht sowie weitere Belange des Datenschutzes.

Mit der jüngsten Änderung vom 24. November 2015 wurden weitere Anpassungen vorgenommen, die sich im Zuge der Umsetzung der Verordnung als notwendig herausgestellt haben. Gleichzeitig wird die Geltungsdauer der Verordnung bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.