Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Wärme-Effizienz-Paket

Zur Erreichung der Energiewende in Hessen sind erhebliche Effizienzsteigerungen im Wärmesektor notwendig. Denn Energie, die wir nicht verbrauchen, muss gar nicht erst produziert werden und schont die Ressourcen noch effektiver als jede erneuerbare Energiequelle.

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Thermogramm
© Ingo Bartussek / Fotolia

Das Ziel - eine vollständige Versorgung Hessens durch Wärme aus erneuerbarer Energie zu erreichen - wurde bereits 2011 im Rahmen des Hessischen Energiegipfels entwickelt. Der Kern der Wärmestrategie wurde als Ziel der hessischen Energiepolitik 2012 im Hessischen Energiegesetz festgeschrieben und durch den aktuellen schwarz-grünen Koalitionsvertrag nochmals bekräftigt.

Zentraler Baustein, um dieses Ziel zu erreichen, ist das hessische Wärmeffizienzpaket, das die Landesregierung mit der LandesEnergieAgentur entwickelt und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft sowie der privaten Haushalte umsetzen wird. Auch die zentralen Akteure aus den Bereichen Forschung, Energieversorgung und mittelständischen Unternehmen sind mit einbezogen. Die Angebote des Wärmeeffizienzpakets richten sich sowohl an die einzelne Bürgerin oder den einzelnen Bürger als auch gezielt an Kommunen und die Wirtschaft.

Energieeinsparung und Energieeffizienz voranbringen

Einen wichtigen Beitrag zum Ziel, die energetische Sanierungsrate bei Wohngebäuden zu erhöhen und damit den Wärmeverbrauch zu senken, leisten die zahlreichen Beratungs- und Informationsangebote für die hessischen Haushalte. Zentraler Baustein ist die aufsuchende Energieberatung, in deren Rahmen gemeinsam mit den hessischen Kommunen, möglichst viele Haushalte eine Energieberatung in Anspruch nehmen können, um Energieeinspar- und Energieeffizienzpotentiale ihrer Gebäude zu identifizieren und Effizienzmaßnahmen umzusetzen.

Die aktualisierte Neuauflage der etablierten Energiesparinformationen mit detailliertem Wissen zur energetischen Sanierung von Gebäuden aber auch Informationsoffensiven zu den Themen Sanierung von Altbauten und Denkmälern, dem richtigen Heizen und Lüften und zur seriellen Sanierung geben den Bürgerinnen und Bürgern dazu ein umfangreiches Informationspaket an die Hand. Zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes in Unternehmen und Kommunen informiert eine Kampagne über die Möglichkeiten, Überhitzung von Gebäuden und Räumen vorzubeugen und gleichzeitig den Energiebedarf für die Kühlung gering zu halten.

Begleitet werden diese Maßnahmen von einer intensivierten Öffentlichkeitsarbeit durch die LandesEnergieAgentur (LEA), die im Auftrag der hessischen Landesregierung zentrale Aufgaben bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes übernimmt. Insbesondere die Kampagne zur Begleitung der aufsuchenden Energieberatung sowie ein Wettbewerb zur Prämierung energieeffizienter und kostengünstiger Sanierungen bewerben die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen.

Maßnahmen, die einen Beitrag zum hessischen Ziel einer Versorgung mit Strom und Wärme bis zum Jahr 2050 möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen leisten, werden durch die Energierichtlinie gefördert. Darunter fallen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zum Einsatz von innovativen Energietechnologien. Für die Umsetzung kommunaler Effizienzmaßnahmen, zum Beispiel zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung, zur effizienten Wärmeversorgung in kommunalen Freibädern und vor allem für Effizienzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Modernisierung kommunaler Gebäude, stehen mit der Kommunalrichtlinie Energie zahlreiche weitere Fördermöglichkeiten des Landes bereit.

Energieberatung ausbauen

Neben der aufsuchenden Energieberatung, mit der das Land Hessen gemeinsam mit den Kommunen möglichst viele Hausbesitzerinnen und -besitzer erreichen möchte, steht mit dem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ein weiteres Werkzeug für die Energieberatung und zur Umsetzung von energetischen Wohngebäudesanierungen zur Verfügung. Aufbauend auf der energetischen Bewertung eines Gebäudes, stellt der iSFP Kosten für den Hausbesitzer transparent dar und ermöglicht sowohl schrittweise Sanierungen wie auch Gesamtsanierungen in einem Zug.

Kommunen bei Wärmeplanung und Sanierung unterstützen

Maßgebliche Partner bei der Erreichung der Klimaschutzziele und Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger sind die Kommunen. Bei der Wärmeplanung werden Kommunen inhaltlich durch die Erarbeitung des kommunalen Wärmeleitfadens, sowie kommunale Energiekonzepte unterstützt. Im Rahmen der LEA-Angebote und der aufsuchenden Energieberatung werden Kommunen in die Lage versetzt, ihre Bürger mit einem maßgeschneiderten Beratungskonzept zur Steigerung der energetischen Sanierungsrate bei privaten Gebäuden direkt zu adressieren. Die Energie- sowie die Kommunalrichtlinie fördern darüber hinaus Investitionen in die kommunale Infrastruktur, und unterstützen diese dabei ihren Strom- und Wärmebedarf dauerhaft zu reduzieren und damit Energiekosten senken zu können. Ergänzend zur Bundesförderung für Maßnahmen im Rahmen des KfW-Programms 432 „Energetische Stadtsanierung“ fördert die hessische Energierichtlinie die Erstellung von integrierten Quartierskonzepten sowie das Sanierungsmanagement zur Umsetzung und liefert damit einen Beitrag zur Verankerung der Energiewende im Quartier.

Unternehmen bei mehr Energieeffizienz unterstützen

Die Hessische Initiative für Energieberatung im Mittelstand (HIEM) hilft hessischen Unternehmen dabei ihre Effizienz - und Einsparpotenziale auch im Wärmebereich zu heben. Zusammen mit Bereichen wie Beleuchtung oder Druckluft lassen sich damit die Energiekosten in Betrieben häufig um bis zu 20 %, teilweise bis zu 50 %, rentabel reduzieren. Ziel der Initiative ist es, die mittelständischen Unternehmen in Hessen zur Inanspruchnahme zahlreicher Beratungs- und Finanzierungsangebote zu motivieren, passende Experten zu vermitteln und diese Potenziale zu heben. Zahlreiche Fördermöglichkeiten bestehen im Rahmen der Energierichtlinie und sowie durch das PIUS-Programm (Investitionsförderung und Beratung zum Produktionsintegrierten Umweltschutz).

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