Energieeffizientes Wohnen für Studierende

Das Projekt CUBITY der TU Darmstadt

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Wohnung gesucht!
© Jürgen Fälchle / Fotolia

Bauland in hessischen Großstädten ist knapp, Wohnen muss künftig klimafreundlich werden, und gerade auch für Studierende sind erschwingliche Mieten sehr wichtig. Das Demonstrationsprojekt CUBITY soll Antworten auf diese gesellschaftlichen und marktlichen Fragen entwickeln: Wie kommen wir bis 2050 zu einem klimaneutralen Gebäudebestand? Wie kommen wir zu nachhaltig bezahlbaren Wohnraum in verdichteten Räumen?

Das Projekt

Ziel des Forschungsvorhabens „Energy Plus and Modular Future Student Living“ der Technischen Universität (TU) Darmstadt ist, ein innovatives Konzepts zum studentischen Wohnen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei werden technische, energetische, architektonische, stadträumliche und ökonomische Aspekte untersucht. CUBITY soll zum ganzheitlich vernetzten Stadtbaustein im Quartierskontext entwickelt werden, der für die aktuellen Fragestellungen des energieeffizienten, ressourcenschonenden und modularen Bauens Lösungsansätze liefert. Der aus den Wörtern cube, city und unit zusammengesetzte Titel steht für diese Idee.

Im Rahmen der Forschungsstufe 1 zum Solar Decathlon Europe 2014 in Versailles wurde CUBITY als Plus-Energie-Haus mit einem studentischen Team der TU Darmstadt -Fachbereich Architektur konzipiert, geplant und mit der Deutschen Fertighausholding, Velux, Zumtobel sowie weiteren Industriepartnern baulich realisiert.

In der zweiten Forschungsstufe erfolgt seit Ende 2016 nach Wiederaufbau des Gebäudes auf einem kostenfrei überlassenen Grundstück der Nassauischen Heimstätte in Frankfurt am Main, die Nutzung als Studentenwohnheim für zwölf Studierende durch das Studentenwerk Frankfurt und die wissenschaftliche Begleitung durch die TU Darmstadt.

Alle Flächen weisen modernste, hocheffiziente Beleuchtungs-, Heiz- und Kühlsysteme auf, die mit Solarenergie betrieben werden. Das Besondere am Wohnexperiment liegt in der stark reduzierten individuell beheizten Fläche. Gleichzeitig wurde die gemeinschaftlich genutzten Flächen in einem Raum stark ausgeweitet, wobei dessen Temperaturen im gewissen Bereich fluktuieren können („Haus im Haus“-Prinzip). Die Fertighaus-Bauweise ermöglicht kurze Bauzeiten und niedrige Kosten. Untersuchungsgegenstand der Forschungsstufe 2 ist die Weiterentwicklung des energetischen Konzepts, eine Bewohnerbefragung zur Bewertung des Gebäudekonzepts aus Nutzerperspektive sowie die Erstellung einer Ökobilanzierung des Gebäudes am Standort in Frankfurt.

Das Energiekonzept soll Antworten geben auf die Frage: Was brauchen wir wirklich an beheiztem und belichtetem Raum? Das Wohnkonzept stellt die Frage: Wieviel Komfort und Privatheit braucht der Mensch? Zukunftsfähig soll aber nicht nur das Energiekonzept sein, sondern auch die soziale Akzeptanz und der ökonomische Nutzen.

Daher fördert das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen das Projekt im Rahmen der Forschungsstufen 2 und 3.

Die Ergebnisse der abgeschlossenen Forschungsstufe 2 bieten eine Reihe von Ansätzen und Potenzialen, den Grundgedanken von CUBITY im Sinne von Energieeffizienz und Nachhaltig­keit weiterzuentwickeln.

Nähere Informationen zum Projekt und zu den Ergebnissen der Forschungsstufe 2 finden sich im Forschungsbericht.

Ausblick

Aus den Ergebnissen und Erkenntnissen der Monitoringphase der Stufe 2 werden in einer Forschungsstufe 3 (Durchführungszeitraum 2019-2020) Optimierungsansätze für eine ganz­heitliche Weiterentwicklung des Konzepts in städtebaulicher, architektonischer, konstruktiver, energetischer und ökonomischer Dimension abgeleitet werden. Damit verbunden ist eine Ana­lyse der Marktpotenziale für das modulare Bauen in einem optimierten CUBITY-Gebäudesys­tem.

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