Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Energieeffizienz

Energie effizienter einsetzen

Energieeffizienz

Energieeffizienz
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Die Energiewende gelingt am besten, wenn alle mitmachen. Der wichtigste Beitrag, den jeder selbst leisten kann, ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen. Oft kann man viel Energie und Geld sparen, ohne dass man dafür auf Komfort verzichten müsste. Wer den Verbrauch senkt und die Effizienz steigert, kann mit weniger Energie mehr beleuchten, beheizen und bereisen. Die Energie, die wir nicht verbrauchen, muss gar nicht erst produziert werden und schont die Ressourcen noch effektiver als jede erneuerbare Energiequelle. 

Hessischen Haushalten und Unternehmen wird es noch leichter gemacht, ihre benötigte Energie effizient einzusetzen, seit Energieminister Tarek Al-Wazir die Energie-Agenda 2015 gestartet hat. Das Land investiert 15 Millionen Euro zusätzlich, unter anderem für eine kostenlose Energieberatung oder die Förderung von Grünstrom-Anlagen für Mieter und Eigentümer. Die Energie-Agenda ist das umfassendste Landesprogramm für Energieeffizienz, dass es in Hessen je gegeben hat. Hierdurch können Sie nicht nur Energie sparen, sondern auch bares Geld. Mitmachen bei der Energiewende lohnt sich für alle. Alle Maßnahmen der Energie-Agenda lesen ...

Weniger ist mehr

Um die letztlich benötigte Energie möglichst umweltfreundlich zu produzieren, baut Hessen erneuerbare Energiequellen stetig aus. Die Energieversorgung wird umgestellt. Um das zu erreichen, benötigen wir nicht nur politische Ziele und effizientere Technik. Ohne einen sparsamen Umgang und einen geringeren Verbrauch jedes Einzelnen sind diese Klimaziele nicht zu erreichen.

Schon heute wird mit jeder eingesetzten Energieeinheit knapp 30 Prozent mehr erwirtschaftet als vor 15 Jahren. Die meiste Energie wird in Hessen im Verkehr benötigt: mit fast 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Der größte Energiebedarf besteht am Frankfurter Flughafen.

Gebäude dämmen, Geräte erneuern

Besonders wichtig sind Strategien für Energieeffizienz und Klimaschutz in Gebäuden. Dort werden etwa 60 Prozent des Endenergie-Verbrauchs für Raumheizung und Warmwasserbereitung verwendet. Der Energieverbrauch der privaten Haushalte hat sich seit 2000 bereits um knapp 18 Prozent verringert. Dennoch besteht auch hier noch ein beachtliches Einsparpotenzial.

Bis zu 90 Prozent Energie können Bewohner unsanierter Gebäude sparen durch baulichen Wärmeschutz und den Einsatz moderner Gebäude- und Anlagentechnik. Wer hier investiert, erhält auch einen deutlich höheren Wohnkomfort. Die Energiesparinformationen des Landes Hessen zeigen Ihnen, wie Sie die Potenziale Ihres Gebäudes nutzen können. Neue Energiespartechnik anzuschaffen ist in den meisten Fällen wirtschaftlich, die zusätzlichen Kosten sind überschaubar. 

  • Nach der letzten verfügbaren Schätzung (2010) des Instituts für Wohnen und Umwelt in Darmstadt (IWU) lag die jährliche Modernisierungsrate in Deutschland bei etwa 0,8 Prozent. Die Landesregierung will diese auf mindestens 2,5 bis 3 Prozent pro Jahr steigern.
  • Die neue Energieeinsparverordnung trat zum 1. Mai 2014 in Kraft. Die wichtigsten Änderungen finden Sie direkt beim Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Strom effizienter nutzen

Die hessische Landesregierung unterstützt viele Vorhaben zur effizienteren Nutzung von Strom und stellt den Bürgern umfangreiche Informationen bereit. Mit stromeffizienten Systemen können wir 30 Prozent des Verbrauchs sparen. Bereits jetzt kommen 14 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energie. Strom sparen wird dank moderner Technik immer einfacher:

  • Weniger Verbrauch bei gleichem Komfort: Ein einfaches Beispiel ist der Austausch einer Halogenlampe durch eine LED-Leuchte. So können Sie mit vergleichbaren Lichteigenschaften bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Die Umrüstung der Beleuchtung rechnet sich häufig – für Haushalte, Gewerbe und Industrie.
  • Austausch des Energieträgers bei gleichem Komfort: Wer seine zentrale Warmwasserbereitung mit elektrischem Durchlauferhitzer ersetzt durch eine Warmwasserbereitung mittels Gas-/Öl-Brennwert- oder Niedertemperaturkessel, kann ebenfalls Energie sparen. Idealerweise ergänzt man die neue Heizung noch durch eine thermische Solaranlage oder eine Photovoltaikanlage. Haushalte, Dienstleistungsgebäude, Industrie und Gewerbe können heute auf vielfältige Technologien setzen, um ihren Stromverbrauch effizienter zu machen.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die gleichzeitige Nutzung von Strom- und Wärmeerzeugung nennt man Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Der eingesetzte Brennstoff kann viel effektiver genutzt werden. Bei der Stromerzeugung entsteht Wärme, die direkt als Nutzwärme abgegeben werden kann und so „nebenbei“ die Räume heizt. Die KWK hat in Deutschland eine lange Tradition. Sie wird seit vielen Jahren in Kraftwerken unterschiedlicher Konfigurationen eingesetzt – von der Großanlage bis zu kleiner dimensionierten Blockheizkraftwerken (BHKW).

Besonders regionale Stadtwerke und energieintensive Industriebetriebe nutzen dieses Prinzip, aber die Technik hält auch verstärkt Einzug in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Die eingesetzte Technik ist vielfältig: Dieselmotoren, Kessel, die beispielsweise mit Biomasse befeuert werden in Kombination mit einer Dampfturbine, Gasturbinen oder – heute noch selten – Stirling-Motoren und Brennstoffzellen.

Wasserstoff- und Brennstoffzellen

Brennstoffzellen können perspektivisch einen wichtigen Beitrag in einem zukünftigen Energieversorgungssystem leisten. Der Gesamtwirkungsgrad von über90 Prozent  mit einem hohen Wärmenutzungspotenzial ist ein nur ein positiver Aspekt. Ein Technologie-Förderschwerpunkt der hessischen Landesregierung konzentriert sich deshalb auf die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien. Das Hessische Wirtschafts- und Energieministerium fördert u.a. mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. (H2BZ Hessen) ein entsprechendes Kompetenz-Netzwerk.

Mehr wichtige Informationen zur Energieeffizienz finden Sie bei Energieland Hessen.