Gastronom sitzt im geschlossenen Betrieb vor dem Laptop

Ausbildungsförderung während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie soll die Ausbildungschancen junger Menschen in Hessen so wenig wie möglich beeinträchtigen. Die Hessische Landesregierung und die Bundesregierung unterstützen deshalb hessische Ausbildungsbetriebe dabei, bestehende Ausbildungsverhältnisse auch in Pandemie-Zeiten aufrechtzuerhalten und neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Landes- und Bundesregierung haben Programme aufgelegt, die Ausbildungsbetriebe fördern, wenn sie bereits begonnene Ausbildungen fortführen, neu mit Ausbildungen beginnen oder Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. Bei den Landesprogrammen handelt es sich meistens um länger laufende Programme, deren Fördermittel allerdings für die Ausbildungsjahre 2020/2021 und 2021/2022 erheblich ausgeweitet werden.

Hier finden Sie einen kompakten Überblick über die Programme und Informationenzu Förderumfang, Voraussetzungen, Zielgruppen und Antragsstellung.

Es gilt das Kumulierungsverbot: Mittel aus verschiedenen Programmen dürfen nicht für die gleichen Zwecke eingesetzt werden.

Programme Land Hessen

Was wird gefördert?

Gefördert wird das erste Ausbildungsjahr von Verbundausbildungen in Unternehmen, die in dem Ausbildungsjahr 2021/2022 begonnen werden. Als erstes Ausbildungsjahr gelten die ersten 12 Monate des Ausbildungsvertrags.

Fördermittel

  • Zuschuss in Höhe der geleisteten monatlichen Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr (ohne Sozialversicherungsanteile des Arbeitgebers)
  • Zuschuss zu den Kosten der externen Ausbildungstage im Rahmen der Verbundausbildung
    (68 Euro pro externen vollen Aus-bildungstag, E-Learning mit 34 Euro)
  • Unter bestimmten Voraussetzungen wird bei Anträgen z.B. durch Bildungsträger eine Koordinierungspauschale in Höhe von 31 Euro pro Tag und Auszubildendem gezahlt.

Antragsberechtigte

Einzelunternehmen, Personengesellschaften sowie juristische Personen des Privatrechts unter 500 Beschäftigten Vollzeit-äquivalente ohne Auszubildende) mit Sitz in Hessen. Für die Beschäftigtenzahl ist der Tag der Antragstellung maßgeblich.

Was wird gefördert?

Neuabschluss von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Hauptschüler/innen

Fördermittel

50 % der Ausbildungsvergütung im ersten - und 25 % im zweiten Ausbildungsjahr

Antragsberechtigte

Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden
Antragsfrist: Für das Ausbildungsjahr 2021/2022 ist die Frist abgelaufen. Für das Ausbildungsjahr 2022/ 2023 können Anträge bis zum 30.04.2022 beim RP Kassel eingereicht werden.

Was wird gefördert?

Fortsetzung von Ausbildungsverträgen nach BBiG/HwO mit Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben, nach Ausbildungsabbruch und nach Haftentlassung, Neuabschluss von Ausbildungsverträgen mit Altbewerber/innen (Vorjahr und früher) und bei erhöhtem Sprachförderbedarf (Altersgrenze unter 27 Jahre)​

Fördermittel

Zuschuss in Höhe der geleisteten tariflichen monatlichen Ausbildungsvergütung (längstens für 6 Monate)

Antragsberechtigte 

Ausbildungsbetriebe jeder Betriebsgröße und Rechtsform, außer Bundes- und Landesbehörden 

Was wird gefördert? 

Neuabschluss von Ausbildungsverhältnissen nach BBiG/HwO mit Benachteiligten; Ausbildungen in der Altenpflege/ Altenpflegehilfe mit Benachteiligten

Fördermittel

2.000 Euro pro Ausbildungsjahr, insgesamt höchstens 7.000 Euro bei einer dreieinhalbjährigen Ausbildung

Antragsberechtigte

Unternehmen, Verwaltungen und sonstige Ausbildungseinrichtungen

Was wird gefördert? 

Qualifizierungen für Auszubildende nach BBiG/HwO und Ausbildungspersonal (kein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)

Fördermittel

bis zu 2.000 Euro pro Auszubildendem und Ausbildungsjahr

Antragsberechtigte

Ausbildungsbetriebe mit unter 50 Beschäftigten und Jahresumsatz von höchstens 10 Mio. Euro

Antragsstellung ist noch bis zum 31.12.2021 möglich.

Was wird gefördert?

Prämien bei der Besetzung eines Ausbildungsplatzes mit schwerbehinderten Menschen

Fördermittel

Bis zu 14.000 Euro, je nach Art der Betroffenheit und Erfüllung der Beschäftigungsquote durch den Ausbildungsbetrieb

Antragsberechtigte

private und öffentliche Arbeitgeber

Programme des Bundes

Was wird gefördert?

Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Aufrechterhaltung der Anzahl der Ausbildungsplätze

Fördermittel 

4.000 Euro für jedes mit Ausbildungsbeginn ab dem 01.06.2021 geschlossene Ausbildungsverhältnis (einmaliger Zuschuss)

Antragsberechtigte 

KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind

Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

 

Was wird gefördert?

Neuabschluss von Ausbildungsverträgen bei Erhöhung der Anzahl der Ausbildungsplätze

Fördermittel 

6.000 Euro für jedes mit Ausbildungsbeginn ab dem 01.06.2021 zusätzlich geschlossene Ausbildungsverhältnis (einmaliger Zuschuss)

Antragsberechtigte 

KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind

Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Was wird gefördert?

Fortsetzung von Ausbildung ohne Kurzarbeit

Fördermittel 

(ab August 2020), 50 % der Vergütung des Ausbilders für jeweils bis zu zehn Auszubildende (ab März 2021)

Eine Zuschussgewährung kann letztmalig für den Monat Dezember 2021 erfolgen.

Antragsberechtigte 

KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die ihre Ausbildungsaktivitäten trotz erheblichem Arbeitsausfall von mind. 50 % infolge der COVID-19-Krise fortgesetzt haben und an die Kurzarbeitergeld geleistet worden ist.

Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Was wird gefördert?

Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz

Fördermittel 

6.000 Euro für jeden Auszubildenden der zwischen dem 01.08.2020 und dem 31.12.2021 übernommen wurde (einmalige Übernahmeprämie)

Antragsberechtigte 

Betriebe, die Auszubildende bis zum 31.12.2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen, deren Ausbildung vorzeitig aufgrund der Pandemie durch Insolvenz, Kündigung oder Auflösungsvertrag beendet wurde. Die Prämie ist unabhängig von der Betriebsgröße.

Für Anträge, die in der Zeit vom 01.06. – 14.11.2021 gestellt werden, ist die Kleinbeihilfen-Erklärung anzufügen.

Was wird gefördert?

Auftrags- oder Verbundausbildung von Auszubildenden, die ihre Ausbildung aus pandemiebedingten Gründen zeitweise beim Stammausbildungsbetrieb nicht beginnen oder fortsetzen können. Mindestdauer: 4 Wochen

Fördermittel

450 Euro pro Woche, maximal 8.100 Euro

Antragsberechtigte:

  • der Ausbildungsbetrieb mit bis 499 Mitarbeitenden
  • der aufnehmende Betrieb (unabhängig von der Größe)
  • Träger von Berufsausbildungsstätten​

Was wird gefördert?

Unterstützung von externen - auch digitalen - Prüfungsvorbereitungs-Lehrgängen

Fördermittel 

je Auszubildender/n einmalig 50 % der Kosten, maximal 500 Euro

Antragsberechtigte

KMU (Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind

KMU sind auszubildende kleinere und mittlere Unternehmen mit bis zu 499Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

In erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen ist ein Ausbildungsbetrieb, sofern

  • entweder seit Januar 2020 wenigstens für einen Zeitraum, der vor dem Ausbildungsbeginn liegt, von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld geleistet worden ist, oder
  • der Umsatz seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Monat im Jahr 2019 eingebrochen ist.

Bei einem Ausbildungsbetrieb, der nach April 2019 gegründet worden ist, wird der Vergleich der Umsätze von November und Dezember 2019 herangezogen.

Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten. Sie können die Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ nicht mit Förderungen auf anderen rechtlichen Grundlagen oder nach anderen Programmen des Bundes oder der Länder kombinieren, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben.

Die Gewährung der Ausbildungsprämie und der Ausbildungsprämie plus erfolgt erst nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit der / des Auszubildenden.

Eine Gewährung der Prämie kann nur erfolgen, wenn sie rechtzeitig beantragt und der Antrag auf den Formularen der Bundesagentur für Arbeit eingereicht wird. 

Andere Antragsunterlagen und Bescheinigungen als die, die über die Internetpräsenz der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt werden, können nicht als vollständige Antragstellung berücksichtigt werden.

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